Kali Gandaki - das tiefste Tal der Erde mit Poon Hill (3210 m)


Published by ju_wi , 27 January 2009, 22h49.

Region: World » Nepal » Annapurna Himal
Date of the hike:23 December 2002
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: NEP 
Time: 11 days
Height gain: 3500 m 11480 ft.
Height loss: 3700 m 12136 ft.
Accommodation:Lodges - mehr als genug auf dieser Strecke

Das Tal des Flusses Kali Gandaki ist insofern das konkurrenzlos tiefste Tal der Welt, als dass es zwischen den beiden 8000ern Annapurna und Dhaulagiri durchläuft, die weniger als 30km Luftlinie voneinander entfernt sind und dabei selbst eine Talsohle von nur gut 1000 m ü NN besitzt. Es geht also links und rechts 7000 Hm hinauf. Der Poon Hill (3210 m) in der Nähe des Ortes Ghorepani ist ein toller Aussichtspunkt, von dem man beide 8000er sowie einige Eisriesen mehr zum Greifen nahe vor sich sieht.

Über die Weihnachtsferien 2002 starten wir also das erste Mal nach Nepal. Mit Ausnahme der Vereinigten Staaten war es unsere erste Reise aus Europa hinaus - und damit das erste Mal in einen völlig anderen Kulturkreis. Neben den tollen landschaftlichen Szenrien ist es auch genau das, die fremde Kultur, die bei uns den tiefsten Eindruck hinterlassen hat. Sie hat uns seitdem auch ein wenig süchtig gemacht, fremde Länder, Kulturen und Kontinente zu besuchen.

In Kathmandu angekommen besichtigen wir dort zunächst 3 Tage die Stadt und die Umgebung. Wir besuchen die Stupa Bodnath, den "Monkey Temple" Swayambunath, das sehr beeindruckende Tempelgebiet Pashupatinath, wo wir eine religiöse Totenverbrennung mitansehen.

Am 4. Tag geht es per Bus nach Pokhara (8 Stunden). Es ist mitten in der Zeit der Maoisten-Unruhen, was wir schon bei der Busfahrt merken. An einem Dorf wird der Bus per Straßensperre gestoppt. Alle Nepali müssen aussteigen und werden per Maschinengewehr ein Stück die Straße entlang eskortiert. Die Touris dürfen im Bus sitzenbleiben, der 50 m weiterfährt und dort die Fahrgäste (ob alle?) wiederaufliest.

Auch in Pokhara bleiben wir einen Tag, machen eine Bootsfahrt auf dem schönen Fewa-See und besuchen eine traditionelle Tanzveranstaltung am Abend.

Dann geht es am nächsten Tag auf den 10 (oder 11 ?)-tägigen Trek. Margit und ich sind alleine unterwegs, haben aber in einer Familien-Agentur in Kathmandu einen nepalesischen Führer (Gowinda) und einen Träger angeheuert. Eine sehr gute Idee, denn Gowinda erklärt und erzählt uns auf dem Trek so viele Dinge, die wir sonst nicht erfahren hätten. Eine weitere Motivation von uns war, etwas vom Tourigeld an die Einheimischen zu geben.

Jedenfalls starten wir nach kurzer Taxifahrt von Phedi unseren Trek. Zunächst geht es durch viele Reisterrassen und stetig bergauf - einige kleinere Ortschaften passierend - bis wir bei Landrung wieder steiler in einen Kessel absteigen. Bis hierhin herrscht landwirtschaftlich geprägte Szenerie von archaichster Einfachheit vor. Wir können Reispflanzer, Drescher, Knüpfer usw. beobachten. Super interessant. Auch das Essen hat uns begeistert - Dhal Bat (Reis mit frischem Gemüse und Linsen) ist eine sehr leckere und bekömmliche Speise.

Aus dem Kessel bei Landrung / Gandruk steigen wir auf nach Tadopani, wo wir übernachten. Hier kann ich mich gut erinnern, da Margit dort krank wurde (Übelkeit/Magen) und wir einen unplanmäßigen Ruhetag einlegten. Hinter Tadopani führt der Weg durch dichte Rhododendron-Wälder und eine höhere Waldpassage (über 3000 m). Wir entdecken Affen. Damals habe ich gehofft, dass wir diese Wälder einmal in ihrer Blüte sehen, was wir 2008 dann auch verwirklicht haben (Khumbu 2008).

Wir kommen in das Örtchen Ghorepani, das als wichtiger Kreuzungspunkt wohl auf keinem Annapurna-Trek fehlt. In Ghorepani übernachten wir und steigen am nächsten Morgen früh gut 350 Hm auf den Poon Hill, den Aussichtspunkt der Gegend für das Bergpanorama (s. Fotos). Das Wetter ist zu diesem Zeitpunkt trocken und es liegt bis 5000 m Höhe kein Schnee.

Von Ghorepani steigen wir 1500 Hm ab in das Kali Gandaki Tal, das wie gesagt als tiefstes Tal der Welt gilt. In Tatopani übernachten wir. Von nun an folgt der Trek dem breiten, steinigen Kali Gandaki Flußtal und verläuft öfter - manchmal auch schmal - in einer steilen Bergflanke über dem Talboden. Das Tal steigt nach N sehr sachte an, wird aber zunehmend trockener. Eigentlich wollen wir bis zum Kloster Muktinath auf 3800 m gehen, doch in Ghasa wird Margit erneut - oder immer noch - so schlimm krank (Magen-Darm), dass wir uns nach einer schlaflosen Nacht ernsthafte Sorgen machen und mit unseren Nepalis, die sich rührend um Margit kümmern, zurück gen Tal wenden. Langsam kämpft Margit sich geschwächt bergab nach Tatopani zurück. Am nächsten Tag folgt dann der 1500 Hm Anstieg. Doch zum Glück geht es ihr schon wieder etwas besser und wir kommen ganz gut hinauf.

Inzwischen ist der 31.12. und gegen nachmittag setzt Regen ein, der jedoch ab 2500m in dichten Schneefall übergeht. Wir erreichen unsere Lodge in Ghorepani (2850 m) - es liegen schon an die 10 cm Schnee. Wir verbringen einen gemütlichen Abend in der Lodge, während es draußen ununterbrochen weiterschneit. Gegen 5 Uhr werden wir am nächsten Morgen geweckt und brechen bei strahlendem Sonnenschein und 40 cm Schnee ein 2. Mal gen Poon Hill auf. Diesmal dauern die 350 Hm Anstieg zum Hügel wegen des Schnees zwar fast doppelt so lange. Dafür bietet sich ein einmaliges Panorama auf Annapurna, Dhaulagiri und Machapucharé, mit Flanken, die bis in die tiefen Täler komplett weiß sind - was für ein Kontrast zu dem Anblick 4 Tage vorher !

Von Ghorepani steigen wir am 1.1.03 dann ab nach Birethanti und per Taxi zurück nach Pokhara.

Zurück in Kathmandu (wieder Bus) haben wir noch 4 Tage Zeit, in denen wir die Königsstädte Bakhtapur, Pathan besichtigen und mit dem Studenten Bishnu, den wir im Delima Garden Cafe in Thamel kennengelernt haben Ausflüge zum Dakshin Kali und dem Zoo von KTM unternehmen. In Erinnerung bleibt uns auch der Ausflug zum Aussichtspunkt Nagarkoth zum Sonnenuntergang, weil unser Taxi auf der Fahrt hinauf liegenbleibt und wir kurzerhand umsteigen auf die Ladefläche eines vorbeikommenden LKW (für ein paar Rupien Mitfahrgebühr).

Ihr fragt euch, wo die Bilder zu der Tour sind - ich habe vom verschneiten Panorama geschwärmt? Diesmal leider nur in unseren Köpfen, da unsere Kamera am 1. Trektag hinfällt und Schaden nimmt. Die Fotos hier stammen von unserem Guide und einer späteren Tour, von der er uns dankenswerterweise eine CD geschickt hat.

Inzwischen waren wir - wie erwähnt - 2008 ein 2. Mal in Nepal - und ich denke, wir kommen wieder.

Hike partners: ju_wi

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