Der Kala Pattar (5545 m), der TOP-Aussichtsgipfel zum Mount Everest


Publiziert von ju_wi , 15. Mai 2008 um 01:39.

Region: Welt » Nepal » Khumbu
Tour Datum:22 April 2008
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: NEP 
Zeitbedarf: 11 Tage
Aufstieg: 4500 m
Abstieg: 4500 m
Strecke:ca. 50 km und zurück
Unterkunftmöglichkeiten:durchgehend Lodges - zwar eher unbeheizte Bretterverschläge aber Doppelzimmer (kein Lager)

Nach mehr als 5 Jahren endlich wieder in Nepal. Die Tour leider zeitlich etwas knapp bemessen auch bezüglich der Höhenakklimatisierung, aber nach intensiver Routenüberlegung sollten wir eine gute Chance haben, den Kala Pattar zu erreichen - und damit den mindestens von nepalesischer Seite mit Abstand eindrucksvollsten Everest-Viewpoint.


So ging es am 20.4. über Bahrain mit Gulf Air nach Nepal. Am 21.4. Ankunft in Kathmandu. Taxi in die Stadt und zum Hotel und wir treffen dort zunächst Bishnu, unseren Freund, einen 28-jährigen Nepali, den wir vor 5 Jahren in Kathmandu kennengelernt haben, und der via e-mail Interesse bekundet hat, mit uns zu gehen. Außerdem besprechen wir mit Prasantha - von einer Familien-geführten Trekkingagentur in Kathmandu - die Organisation der Tour. Er hat uns dreien (Margit, Bishnu und mir) Inlands-Flüge für den nächsten Tag nach Lukla reserviert, und damit an den Start des Solokhumbu-Tales, das zum Everest hoch führt. Außerdem wird uns in Lukla Lalit abholen, der im Khumbu-Tal lebt und uns als Guide begleiten wird. Er ist allerdings nicht von der im Khumbu dominierenden Sherpa-Sippe. Nachmittags machen wir noch einen Erkundungsgang durch die Basars des Altstadtviertel Thamel in Kathmandu, besuchen zur Sonnenuntergangsstunde den Durbar Square - das Pagoden- und Tempelzentrum - und nehmen im Delima Garden Cafe ein Klasse Abendessen zusammen mit Bishnu und Prasantha.

Trekkingtag 1: Lukla - Phakding (2650 m).
Sowieso noch Jetlag-geplagt werden wir um 4 Uhr schon wieder geweckt, da für 6Uhr früh unser Flug Kathmandu-Lukla startet. Noch letzte Packacktion und Taxi zum Flughafen, Gepäck aufgeben und dann zum Rollfeld. Ein etwas mulmiges Gefühl mit der sogenannten Twin Otter nach Lukla zu fliegen - schließlich ist dieser Flug berüchtigt. Gegen 6:30 Uhr starten wir dann wirklich und haben zunächst ca. 30 min. eine ruhigen Flug von Kathmandu Richtung Osten über ca. 3500m hohe Pässe. Kurz vor dem Ziel in Lukla dann jedoch auf einmal ein Flugmannöver, das man nur als Sturzflug bezeichnen kann. Unvorstellbar steil reißen die Piloten die kleine Maschine Richtung Landebahn in Lukla. Natürlich geht alles gut, wir steigen aus und treffen Lalit unseren Guide - ein schlankes Ausdauerbündel, wie sich vor allem später noch zeigen wird. Nach kurzem Kennenlern-Smalltalk und nachdem wir unsere Isomatten in Lukla lassen - auf Geheiß Lalit - brechen wir endlich auf den Trek auf. Es geht - wie wir es 5 Jahre zuvor noch vom Annapurna-Trek in Erinnerung haben - über Steinstufen befestigte Wege zunächst durch Lukla und dann durch die Reisterrassen und Hänge des Khumbutales. Phakding unser erster Zielort ist ungefähr 2,5 Stunden entfernt und liegt sogar 150 Höhenmeter tiefer als Lukla. Allerdings führt der Weg dorthin stetig auf und ab - zum Teil auch sehr steil. Daher sind wir mit unserem na ja doch immerhin so 12 - 15 kg Rucksack für den ersten Tag auch schon gut beschäftigt. Wir lassen uns Zeit am Weg nehmen zwischendurch noch eine gute Gemüsesuppe und Ginger-Tee und kommen dennoch so um die Mittagszeit schon in unserer Lodge in Phakding an. Nachmittgas noch kurzer Schlaf und ein Erkundungsspaziergang des Ortes. Lalit wohnt hier und führt uns nachmittags dann auch zu seinem Haus, in dem seine Frau einen Teashop für die lokale Bevölkerung führt. So machen wir Bekanntschaft mit Rakshi - einem selbstgebrannten Hirsewein.

Trekkingtag 2: Phakding - Namche Bazar (3440 m).
Höhendifferenz heute sind knapp 800 m, aber mit dem Auf und Ab sind es sicher mehr als 1200 m und unser Führer kündigt auch 7 Stunden Gehzeit an. Wir fühlen uns aber gut, sind trotz Rucksack recht flott unterwegs und haben nach gut 2 Stunden schon den Sagarmatha-Nationalpark betreten und das letzte Dorf im unteren Tal erreicht, nach dem es dann 600 Höhenmeter steil in sehr staubigen Serpentinen aufwärts geht. Wir stärken uns nochmal und gehen den Aufstieg nach Namche Bazar an. 3,5 Stunden noch von hier meint Lalit und mahnt uns langsam zu gehen, doch wir wollen schneller gehen und hören nicht. Nicht mal 2 Stundne später erreichen wir den Ortsrand von Namche. Doch auch im Ort geht es in recht vertikalen Treppen noch einige Meter rauf zu unserem "Lhasa Guest  House". Und siehe da auf einmal kommt bei mir der Mann mit dem Hammer. Ich bin von jetzt auf gleich völlig erschöpft (doch schon die Höhe ??) und quäle mich irgendwie zur Lodge. Namche Bazar ist übrigens ein von Tibetern errichtetes Dorf, das einen sehr wichtigen Handelsplatz (Bazar !) darstellte und dies auch heute noch tut. Es ist in einem Talkessel hufeisenförmig und spektakulär in Hochgebirgsszenerie angeordnet - allerdings inzwischen schon sehr touristisch und modern. Jedenfalls bin ich in der Lodge völlig am Japsen, mir ist leicht schwindlig und ich benötige Stunden um mich wieder halbwegs zu regenerieren. Ach ja, und wir lernen an diesem Abend Anja und Thomas kennen, die als Wahlschweizerin und Schweizer eine ähnliche, wenn auch längere Route vorhaben als wir. Wir unterhalten uns super und stellen fest, dass wir uns wohl in den nächsten Tagen noch begegnen werden

Trekkingtag 3: Namche Bazar - Khumjung (3800 m)
Nach einer furchtbaren Nacht mit starken Hals- und auch Kopfschmerzen fühle ich mich an diesem Tag wie gerädert. Wahrscheinlich begünstigt durch die Überanstrengung beim Aufstieg am Vortag habe ich mir eine saftige Erkältung eingefangen, die ich für den Rest der Tour nicht mehr loswerden sollte. Eventuell kommen noch Höhenkopfschmerzen dazu, denn ich bin dafür bekanntermaßen anfällig. Lalit sieht es mir an und schlägt vor, einen Tag in Namche zu bleiben. Ich lehne jedoch ab, da die Route der nächsten Tage eine sehr langsame Höhensteigerung vorsieht - das sollte doch zu schaffen sein ! Jedenfalls überredet er uns zunächst ohne Gepäck zu einem Viewpoint aufzusteigen. Er will sehen, wie ich gehe. Außerdem lohnt sich diese Tour auch - es gibt ein kleines Museum und wir sehen sogar das erste Mal ein Zipfelchen vom Everestgipfel in der Ferne - und die Ama Dablam. Zurück zur Lodge - ich gebe NUR an diesem Tag dem Drängen von Lalit nach, dass wir beide die Rucksäcke tauschen (er trägt max. 6 kg) -  und es geht zunächst einen Grat, später durch Wacholderwald ca. 400 Höhenmeter hoch. Wir kommen zu unserem höchsten Tagespunkt, dem berühmten Everest View Hotel auf knapp 3900 m und es geht runter in den Zielort Khumjung. Khumjung liegt nicht an der Hauptstrecke und gefällt mir auf Anhieb gut. Geprägt ist das Dorf von Steinmauern, die Weiden und Kartoffelfelder umgeben. Anja und Thomas sind auch hier, wenn auch in anderer Lodge. Nachmittags erkunden wir den Ort und den Nachbarort Kunde, besuchen dort ein Hospital und 2 buddhistische Klöster. Außerdem treffen wir unsere ersten Yaks - die Zopkios, eine Kreuzung von Yak und Rind, haben wir seit Beginn ständig gesehen, aber die reinen wollhaarigen Yaks findet man ab 3500 m aufwärts.

Trekkingtag 4: Khumjung - Phortse (3860 m)
Wieder eher schlecht geschlafen und geplagt von Wehwehchen geht es heute zunächst an schönem steilen Hang stetig aufwärts auf knapp 4000m und einem kleinen Pass. In einer Teestube dort oben treffen wir wieder Anja und Thomas und beschließen zusammen weiter zu gehen. Nach dem Pass geht es sicher 400 Höhenmeter steil bergab und wir überqueren zum x-ten Mal den Dudh Khosi (Milchfluss), der inzwischen vom Gokyo-Tal abwärts donnert. Phortse liegt oberhalb eines Zusammenflusses zweier Flüsse auf Terrassengelände in einem Steilhang. Und so müssen wir nach Überquerung des Flusses wieder 250 m steil rauf. In Phortse nehmen wir alle zusammen eine schöne Lodge. Die Besitzerin, eine Sherpa, ist eine sehr selbstbewusste Frau, die an einem Programm in Österreich am Großglockner für 3 Monate teilgenommen hat und uns immer wieder mit Deutschen Worten bedenkt. Ihr Mann hingegen ist gerade auf einer Everest-Expedition, er war auch schon 6 mal am Everest-Gipfel und - wie die Urkunden im Speisesaal zeigen auch auf Ama Dablam und Cho Oyu. Das werden wir in späteren Lodges immer wieder haben - die Frauen führen die Lodges und die Männer sind auf Climbing-Expedition.

Trekkingtag 5: Phortse - Pangboche (4000 m)
Meine Erkältung wird immer schlimmer - mein ganzer Kopf-/Halsbereich fühlt sich entzündet an und ich schlafe praktisch gar nicht. Morgens geht es mir richtig dreckig und ich beginne, Antibiotika zu nehmen. Auch die Bronchien (Husten) sind inzwichen betroffen. However, morgens ist super Wetter - schöner als alle Tage vorher. Es wird schnell warm und die Sonne ruft die Lebensgeister zurück. Außerdem ist der Weg toll. Es geht zwar zunächst anstrengend hinauf. Dann quert der Weg hoch oben über dem Tal jedoch in Panoramamanier und leichtem Auf und Ab einen sehr steil abfallenden Hang. Wir sehen das erste Mal wilde Himalaya-Tahrs eine Gazellenart. Mit Top-Panoramablicken - auch die Ama Dablam ist glasklar und kommt immer näher - geht es auf ca. 4100 m hinauf und dann wieder leicht bergab Richtung Pangboche. Wie auch der Tag zuvor ist dies ein kurzer Weg (wir benötigen gut 3 Stunden mit Pausen), was meinem etwas lädierten Zustand zu gute kommt - außerdem war es ja auch so geplant. Jedenfalls treffen wir gegen mittag in Upper Pangboche ein, einem sehr kleinen eher ursprünglichen Sherpadorf und beziehen unsere Lodge. Mir geht es vergleichsweise gut und wir (inklusive Anja und Thomas, die zwar eigentlich weitergehen wollten, aber dann doch lieber mit uns zusammen bleiben) gehen nachmittags zur Akklimatisation nochmal 250 Höhenmeter die kargen Hügel hinauf oberhalb der  Ortschaft (4250 m). Wahrscheinlich dank Antibiotika aber wohl auch einfach - nach den Tagen in wenig gesteigerter Höhe - etwas besserer Akklimatisation, schlafe ich besser und bin am nächsten Tag ausgeruht.

Trekkingtag 6: Pangboche - Dingboche (4350 m)
Eigentlich auch wieder ein kurzer Weg zum nächsten Zielort. Wir 6 (Anja, Thomas, Bishnu, Lalit, Margit und ich) gehen diesmal ziemlich nah dem Talboden weiter langsam aufsteigend. 1 Stunde vor Dingboche teilt sich der Pfad. Links geht es nach Pheriche im Tal - aber wir bevorzugen Dingboche, das auf einer kleinen Moränenschulter erhöht auf ca. 4350 m liegt. Es ist eine sehr neues Dorf, das nur dem Tourismus zu verdanken ist - bis vor knapp 50 Jahren war Pangboche die höchste ständig bewohnte Siedlung im Tal gewesen. Wir beziehen eine schöne Lodge und da es uns allen gut geht, machen wir nachmittags noch eine ausgedehnte Akklimatisierungstour, die uns zu einigen verlassenen Bergklöstern führt. Wir kommen bis auf 4750 m Höhe. Ach ja, in Lingboche steht man quasi vor der Ama Dablam und auf der anderen Seite vor dem Nuptse - Lhotse (8510 m) Massiv. Der Everest-Gipfel versteckt sich hingegen nun dahinter. Ihn werden wir erst wieder zu Gesicht bekommen, wenn wir höher und an der Nuptse-Wand vorbeisteigen... Ich spüre - auch nachts - keine Höhensymptome, fühle mich aber erkältungstechnisch und mit Antibiotika nicht wirklich gut.

Trekkingtag 7: Dingboche - Lobuche (4930 m)
Wiederum Top-Wetter. Es geht inzwischen fast nur noch durch Steinwüste - nämlich der Endmoräne des Khumbugletschers - bergauf. Heute steigern wir die Höhe nochmal beträchtlich und von Lobuche soll dann der Gipfelsturm zum Kala Pattar stattfinden. Anja und Thomas machen einen Abstecher zum Chukung Ri und wollen erst 2 Tage später Richtung Kala Pattar. Wir haben uns in Dingboche wieder verabredet - und so sind wir nur noch zu viert. Anfangs läuft es gut und wir kommen sehr schnell nach Dukla auf 4650 m Höhe. Dann wird das Gelände jedoch für 200 Höhenmeter richtig steil und steinig und ich merke zunehmend so ab 4800m Höhe, wie mir genau diese zu schaffen macht. Als wir den Steilhang geschafft haben, geht es noch ca. 2 km flach ansteigend nach Lobuche. Diese 2 km werden uns richtig lang. Auch Bishnu, unser Nepali-Freund hat sichtbar Schwierigkeiten. Margit und Lalit hingegen sind - wie immer - bester Dinge. Schließlich kommen wir in Lobuche an - eine Siedlung, die aus 4 oder 5 Lodges besteht. Ich fühle mich recht mies, habe ein wenig Kopfschmerzen und lege mich 2 Stunden hin. Danach geht es mir aber erst richtig übel. Wir setzen uns in den Speisesaal treffen ein amerikanisches Fernsehteam, das am Everest eine Doku drehen will und kommen ins Gespräch. Einer von denen ist ebenfalls höhenkrank und macht wir weiter Angst, in dem er meinen Blutsauerstoff misst, der bei  60 liegt - alle anderen haben 75 - 90... Jedenfalls lasse ich mich zur Einnahme von Diamox bequatschen und esse zunächst zu abend. Wir erfahren, dass auch Bishnu - ohne Rückmeldung - abgestiegen ist, wohl auch in etwas Panik. Da er Margits Schlafsack im Gepäck hat, leiht sie sich einen von dem bestens ausgestatteten amerikanischen Fernsehteam. Wir legen uns schlafen - aber ich fühle mich zunehmends schlechter. Wohl auch noch vom Diamox total dehydriert - trotz Trinken - kommen auch die Kopfschmerzen zurück. Ich nehme noch ne halbe Diamox, aber es wird immer schlimmer.

Trekkingtag 8: Lobuche - Dingboche (4350 m)
Gegen 4 Uhr morgens - eigentlich wollten wir Richtung Gipfel aufbrechen - nehmen wir noch einen Tee, wärmen uns ein wenig am Ofen (nachts waren es sicher -10 Grad) und steigen aufgrund meiens Zustandes noch vor der Dämmerung ab zurück Richtung Dingboche. Der Traum vom Everest scheint geplatzt, da unser Zeitplan auch nichts mehr hergibt. Na ja, das Leben geht vor. In Dingboche auf 4350 m fühle ich mich wieder gut und schlafe zunächst 4 Stunden am Stück. Eine Dusche, viel Tee und ein gutes Abendessen und um 19 Uhr liege ich wieder im Bett - natürlich ein wenig traurig.

Trekkingtag 9: Dingboche - Kala Pattar (5545 m) - Dingboche:
Gegen 5:30 Uhr bin ich hellwach, fühle mich blendend. Ich stehe auf und gehe raus um Photos zu machen. Geplant ist weiter abzusteigen - zurück Richtung Lukla. Aber dieser Tag bietet wettertechnisch alles auf. Kein Wölkchen, kein Luftzug, schon morgens angenehm. Jetzt oder nie! Kurze Rücksprache mit Margit - lass es uns von hier versuchen ! - und mit ihrem OK dann auch mit Lalit. Aber es muss jetzt schnell gehen. Es sind schon 6 Uhr und es ist irre weit. Ohne Rucksack, nur Lalit nimmt seinen mit, um Jacken zu verstauen und ein wenig Wasser, gehen wir los. Wir dürfen natürlich nicht zu schnell - aber auch nicht zu langsam sein. Jedenfalls sind wir schon knapp 3 Stunden später in Lobuche und weitere 2,5 Stunden später in Gorak Shep, einem Lodgeplatz auf 5100 m, wo der Weg zum Everest Base Camp auf 5350 m abzweigt. Gorak Shep liegt auch am Fuß des schwarzen Felsen (= Übersetzung von Kala Pattar). Der Weg da rauf sieht äußerst steil aus und natürlich bin ich (und nicht nur ich) in der Höhe nach knapp 6 Stunden Aufstieg schon reichlich müde. Aber heute habe ich mir Kämpfen geschworen! Und tatsächlich, knapp 2 Stunden später- nach insgesamt mehr als 7,5 Stunden Aufstieg - stehen wir gegen 13:45 Uhr auf dem Kala Pattar. Das Schicksal ist uns sehr wohlgesonnen und - was selten genug ist - ist auch zu so später Zeit heute der Blick auf die schwarze Westwand des Everest frei. Außerdem hat man einen super Blick auf das Everest Base Camp, in dem zu der Zeit hunderte von bunten Zelten stehen: die Expeditionen warten auf die Freigabe des Gipfels durch China, nachdem diese ihre Olympiaflamme hochgebracht haben. Total müde aber überglücklich machen wir uns an den Abstieg, der natürlich den ein oder anderen Gegenanstieg vorhält. Gegen 17 Uhr sind wir wieder in Lobuche, essen zu Abend mit Anja und Thomas, die nach erfolgreicher Chukung Ri Besteigung nun auch den Weg Richtung Kala Pattar und Base Camp eingeschlagen haben und von denen wir uns - was Nepal angeht - nun endgültig verabschieden. Dann kommt der letzte Teil, bei dem uns gegen 19 Uhr die totale Dunkelheit überfällt. Nach einer Stunde in der Finsternis kommen wir schließlich wohlbehalten - aber hundemüde - in Dingboche um 20 Uhr an. Hier empfängt uns eine 10-köpfige Japanergruppe mit lautem Beifall und erklärt uns für crazy.

Trekkingtag 10: Dingboche - Namche Bazar:
Nach unserer ungeplanten Eskarpade am Vortag müssen wir den Rückweg nun in 2 statt 3 Tagen absolvieren. Entsprechend früh geht es von Lingboche los. Wieder mal super Wetter und unser erstes Ziel ist Tengboche, wohl das wichtigste Kloster im Khumbutal. Es geht zunächst bergab bis Pangboche auf bekanntem Weg, dann runter zum Fluss, den wir per Hängebrücke überqueren und schliesslich wieder ca. 300 Höhenmeter bergauf bis Tengboche. Dort kehren wir in einer "German Bakery" ein, wo man neben gutem Kaffe auch westliches Gebäck und Kuchen bekommt - nach inzwischen 10 Tagen Nepal für uns eine willkommene kulinarische Abwechslung. Dann geht es wieder 700 Höhenmeter steil bergab, zur Überquerung des nächsten Flusses. Diese Weg führt durch blühenden Rhododendronwald - einfach fantastisch und eigentlich die botanische Attraktion, wenn man Nepal im April/Mai bereist. Nach der Querung des Flusses geht es wieder bekanntermaßen in Treppen und 1000 Stufen 400 Höhenmeter bergauf, wir umrunden einen Berg und gelangen am Schluss etwas bergab wiederum nach Namche Bazar, wo wir wieder im Lhasa Guest House
einkehren.

Trekkingtag 11: Namche Bazar - Lukla:
Nicht weniger weit der letzte Tekkingtag zurück nach Lukla zum Flughafen. Zunächst von Namche 600 Höhenmeter staubiger Abstieg in Serpentinen, über einige schöne Hängebrücken mehrmals den Fluss Dudh Khosi querend und in stetigem Auf und Ab und eigentlich letztlich mehr Auf in zusammen 6-7 Gehstunden zurück nach Lukla. Wir schlafen in der Himalaya Lodge.

Am nächsten Morgen früh um 7 Uhr ein ruhiger Rückflug nach Kathmandu, dort ein sehr entspannter Tag im Altstadtviertel Thamel - kleine Souvenirkäufe aber auch wieder gutes nepalesisches Essen geniessen. Abends um 19:30 geht dann schon wieder der internationale Flug über Bahrain nach Frankfurt.

Insgesamt ein tolles Erlebnis. Nach mehr als 5 Jahren hat uns Nepal wieder völlig in seinen Bann gezogen. Das kann man nicht wirklich erklären, man muss es erleben...


Tourengänger: ju_wi

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