Capu di Ronco - Petit Oiseau


Publiziert von simba , 25. Juni 2016 um 15:51.

Region: Welt » Frankreich » Korsika » Balagne
Tour Datum: 4 Juni 2016
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Klettern Schwierigkeit: 6a (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: F 
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Calvi am Flughafen vorbei zum Ende der Straße in den Wald von Bonifatu

Der Wald von Bonifatu ist die "grüne Lunge" über dem Golf von Calvi und nicht nur farblich ein starker Konstrast zum belebten Meeresufer. Unvermittelt taucht man in eine urwüchsige Bergwelt mit tiefgrünen Wäldern, steilen Felswänden, bizarren Felsformationen und imposanten Berggestalten ein - kaum 25 Minuten Fahrt von der Küste bei Calvi.

Neben Abenteuerrouten ohne jeden Haken und Sportkletter-Sektoren bietet der Wald von Bonifatu auch zahlreiche plaisirmäßig abgesicherte Mehrseillängen-Routen, die sich aus den beiden Schluchten Melaghja und Figarella die Felsflanken des Capu di Ronco hinaufziehen. Wir kletterten im Sektor Melaghja die 5-SL-Route "Petit Oiseau".

Zustieg:
Man folgt ab dem Parkplatz dem Forstweg für ca. 15 Minuten, dann überquert man nach links den Bach und folgt dem GR20 Richtung Refuge Ortu für ca. 5 Minuten bis man einen kurzen asphaltierten Abschnitt erreicht. Direkt dort steigt man nach links hinab in die Melaghja-Schlucht. In unserem Fall ließ sich der Bach einfach überqueren (kann auch anders sein), anschließend steigt man den Steinmännchen folgend bis zur Wand auf.

Route:
Die Route gliedert sich in 2 SL Plattenkletterei im 5. Grad. Hat man diese hinter sich gebraucht darf eine Riss-Kamin/Verschneidung (6a) je nach Können "hinaufgeschrubbt" oder getänzelt werden. Danach gibt es zwei Seillängen "typische Korsika-Kletterei" an den für den dortigen Granit typischen bizarren steilen, aber großgriffigen Felsstrukturen (ca. 5b). Der Fels ist durchweg hervorragend, die Kletterei abwechslungsreich, die Stände auf Bändern jeweils sehr bequem, die Absicherung sehr gut, wobei gerade auf den Platten auf mal einige Meter über den Haken geklettert werden muss. Das Problem mit den teilweise vorhandenen Alu-Bohrhaken wurde bereits dargestellt - dies gilt es im Blick zu behalten. Für etwaige Tafoni-Sanduhr-Schlingen sollte man ein paar lange Bandschlingen im Repertoire haben.

Abstieg:
Abgestiegen wird bequem mit 4maligem Abseilen (50m Halbseile), wobei der 4 Stand übersprungen werden kann.

Kurzum - eine wunderbare Plaisirroute für unseren Klettereinstieg auf Korsika, wobei das Wellness-Erlebnis durch ein erfrischendes Bad in den (sehr kalten) Gumpen des Melaghja-Bachs beliebig erweitert werden kann.

Topo:
Falaises de Corse - aber eher rudimentär. Findet man den Einstieg, ist anschließend die Orientierung durch die vorhandenen Bohrhaken kein Problem mehr.

Tourengänger: simba, Nala

Galerie


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