Vilan (2376 m)


Publiziert von Schneemann , 24. Januar 2016 um 19:34.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum:24 Januar 2016
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1500 m
Strecke:ca. 15 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto bis Seewies, Parken in Tiefgarage (angeschrieben für Tourengeher), Kosten: 6 CHF Besser: Man nimmt ÖV und Bus ;)

Der Vilan ist ein beliebter Skiberg im Schweizerischen Prättigau. Dafür gibts wohl viele Gründe: die leichte Erreichbarkeit des Startpunkt Seewies (ein sehr hübscher Ort!), die tollen Pulverhänge im oberen Bereich (lawinengefährdet!), die grandiose Aussicht ins Rheintal (Vilan = Wächter des Rheintals).  Die Bedingungen sollten heute nochmal ganz gut sein, bevor der Wärmeeinbruch kommt - daher entschied ich mich für diesen Prachtsberg. Erstaunlicherweise war allerdings trotz teils sonnigem Sonntag fast niemand unterwegs (hab ich die Lawinensituation evt. falsch eingeschätzt?).

Tour:
Am Ortseingang wird den Tourengehern nahegelegt im Parkhaus zu parken (machte bei mir 6CHF, der Automat schluckt auch Scheine). Eigentlich ganz gemütlich, nur muss man dann durchaus erstmal ein paar Höhenmeter bergauf latschen, bis man die Ski anschnallen kann. Ich wusste nicht so recht ob ich nach Osten oder Westen gehn sollte - entschied mich für Westen und das war natürlich prompt der falsche Entscheid ;) (Murphy)

Eigentlich gestartet bin ich dann neben dem Schlepplift, nach Osten querend.  Man steigt erst einige schöne Hänge mit guter Neigung nach oben und quert ein paar mal kleinere Strässchen. Dabei ist zu beachten, dass es eine Südseite ist - ich hab mir in der prallen Sonne (die zu Beginn noch da war) einen abgeschwitzt...früher starten, lieber Schneemann!

Der guten Spur folgend gehts ca. 500 Hm hinauf, immer in Richtung der Lawinenverbauungen. Dann  quert man der Strasse folgend nach Osten. Der Aufstieg wechselt nun von der Südseite auf die waldige und mässig geneigte Rückseite des Vilan. Dieses Flachstück bei der Querung auf die Rückseite nervt zwar etwas, dafür ist die Tour aber äusserst abwechslungsreich. Man quert lange durch den Wald einem schmalen Strässchen folgend, bis man auf einen Sommer-Wanderwegweiser trifft, ab dem es streng durch den Wald und einige Lichtungen bergan geht.

Schliesslich erreicht man verschwitzt aber glücklich die Alp Sadrein (1910 m). Von hier öffnet sich der Gipfelbereich mit seinen traumhaften Pulverflanken. Aber Achtung, die oberen Steilhänge sind gefährlich; das letzjährige tragische Unglück einer SAC-Truppe spukt bei mir noch im Kopf herum. Von der Alp folgt man nun dem Grat bis auf den "Vorgipfel", der mit einem gigantischen Steinmann auffällt. Gegen Ende wird der Grat schmal und sehr steil (WS+).

Vom Vorgipfel ists dann nicht mehr weit auf den Gipfel. Man folgt weiter dem Grat bis in eine Mulde vor dem Vilan-Gipfel, wodurch man die Lawinenhänge gut umgehen kann. Der Vilan-Gipfel ragt dann allerdings steil aus der Mulde heraus - was hier die beste Spur auf den Gipfel ist (in Lawinensicht) ist mir nicht ganz klar. Ich bin ziemlich zentral auf den Gipfel zugestiegen, da dort in der Mitte der Mulde wenig Schnee lag...und hab ein paar Schneehühner aufgescheucht (scusi).

Der Gipfelblick ist atemberaubend - fast 2000m überm verschneiten Rheintal, das ist schon sehr speziell. Me gusta mucho! Dazu war ich die 4 Stunden fast komplett alleine unterwegs. Daher konnte man auch noch viele "Lines" ziehen, im erstaunlich guten Pulverschnee. Ein Traumtag!

Fazit:
Der Vilan ist einer meiner Lieblingsskiberge. Der Anstieg ist sehr abwechslungsreich, die Aussicht grandios und die Powder-Wahrscheinlichkeit gross. Allerdings hats auch Haken: der Waldgürtel ist sehr dicht und man kann sich durchaus verfranzen, wenn man irgendwelchen Spuren folgt. Die Lawinengefahr ist beachtlich wenn man in die Steilhänge hineinfährt - bleibt man immer auf dem Grat scheint mir nur der Gipfel selbst ein wenig heikel.

Tourengänger: Schneemann


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