COVID-19: Current situation

Eggstock - Grisset - Pfannenstock


Published by Bergamotte Pro , 21 February 2015, 15h26.

Region: World » Switzerland » Schwyz
Date of the hike:20 February 2015
Ski grading: D-
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SZ   Glärnischgruppe   Ortstockgruppe 
Time: 5:30
Height gain: 1475 m 4838 ft.
Height loss: 2425 m 7954 ft.
Access to start point:cff logo Braunwald
Access to end point:cff logo Bisisthal, Schwarzenbach - fährt unregelmässig und nur werktags (www.aags.ch)
Maps:246S

Die Überschreitung vom Linthal ins Muotathal (Bisisthal) mit Besteigung von zwei prächtigen Voralpengipfeln geistert schon drei Jahre in meinem Kopf herum. Gestern, bei Traumbedingungen, war es endlich soweit. Ein Start auf der hochgelegenen Glarner Seite ist unbedingt empfehlenswert, so kann man die elend lange Normalroute auf den Pfannenstock bequem abfahren. Einziger Wermutstropfen der Überschreitungsvariante bildet die dürftige ÖV-Anbindung: An- und Rückreise summierten sich heute auf vier Stunden trotz Start im Knotenpunkt Thalwil.

Aufgrund der Betriebszeiten der Gumenbahn starte ich erst um 9:00 auf Gumen (1901m). Der Duft von Maggi-Würze liegt in der Luft. Der Tourenführer empfiehlt die höhenneutrale Querung unterhalb der Eggstöcke über den Sommerweg. Das ist mühsam und wird kaum gemacht. Bequemer man fährt bis ca. 1840m nordöstlich vom Schattenstock ab und fellt erst dort an. Ab hier ist gespurt, doch die Unterlage ist hart und rutschig, so dass ich meine eigene Linie wähle. Eine kurze Steilstufe (38°) führt in die Mulde unterhalb des Bützi hoch, wo der Sommerweg Richtung Eggstöcke wegzieht. Ihm zu folgen macht heute keinen Sinn, denn das Gelände ist hier bereits aper.

Eine ausgetretene Spur führt bis fast an den Fuss des Eggstocks: Die Begehung des Fulenplänggeli - zu Füssen des Bös Fulen gelegen - scheint bei Einheimischen eine beliebte Variante zu sein. Ich hingegen ziehe Richtung Eggstock-Westgrat, wo ich die Skier deponiere und in zehn Minuten zu Fuss zum Hinteren Eggstock (2455m) aufsteige, erster Wintereintrag im Gipfelbuch. Pickel und Steigeisen können nötig sein.

Wer nun den Grisset anpeilt, braucht nicht abzufellen. Man kann, trotz der coupierten Karstlandschaft, relativ effizient westwärts ziehen. Auch der Schlenker über den Grissetenchranz ist in diesem Fall nicht nötig: Das Felsband unterhalb der grossen Gipfelflanke lässt sich bereits vorher überwinden (s. Topo). Nun in idealer Steigung (ca. 30°) die Südflanke hinauf. Erst auf den letzten 100Hm steilt der Hang bis knapp 40° auf. Eine gewisse Absturzgefahr ist gegeben, vor allem wenn weit gegen Osten ausgeholt wird. Dank den idealen Bedingungen heute lässt sich der Gipfelgrat direkt mit Skiern erreichen. Aber auch hier sollten Steigeisen und Pickel im Rucksack sein. Unschwierig über den kurzen Schneegrat zum Gipfelkreuz des Grisset (2721m), wo ich ausgiebig Mittagsrast einlege und das herrliche Panorama geniesse. Selbst Zürich und der Uetlibergturm lassen sich ohne Mühe erkennen, dazu das Gros aller Schwyzer und Glarner Gipfel.

Etwas nach mir trifft eine Dreiergruppe ein, welche ebenfalls ein spannenden Projekt verfolgt an diesem Prachtstag. Nach Übernachtung in der Glattalphütte haben sie bereits den Ortstock bestiegen. Eigentlich hatten sie geplant, nach dem Grisset via Pfaff ins Sali zurückzukehren. Ich überrede sie, doch noch den Pfannenstock anzuhängen - wann hat man schon die Chance auf eine solch wunderbare Voralpentrilogie!?

Der Nachteil an langen Mehrgipfeltouren: Man kann nicht überall auf ideale Abfahrtsverhältnisse warten. So ist der Grisset-Südhang erst teilweise aufgefirnt, als ich zur Brunalpelihöchi abfahre. Trotzdem liegen schöne Schwünge drin. Nach dem Anfellen, die Beine langsam schwer, kurzer und harmloser Wiederaufstieg zum Skidepot am Pfannenstock Südfuss, wo bereits zwei Türler pausieren. Mit den Steigeisen steige ich die verbleibenden, steilen 100Hm zum Gipfel des Pfannenstock (2573m) auf. Vom höchsten Punkt geniesst man herrliche Blicke in den Glärnisch.

Nun folgt die lange Schlussabfahrt (8km, 1500Hm) zurück nach Schwarzenbach (950m). Bis zum Geitenberg kann über sanft geneigte Hänge gecarvt werden, ideal für schwere Beine. Die lange, enge und ruppige Waldabfahrt bereitet dann weniger Vergnügen. Zum Abschluss gibt's ein Schnipo im Gasthaus Schwarzenbach mit allem drum und dran, nachdem ich die nette Wirtin zu verfrühten Öffnung der Küche überredet habe....


Zeiten
1:30  Hinterer Eggstock
1:30  Grisset
1:30  Pfannenstock
1:00  Schwarzenbach

Hike partners: Bergamotte


Minimap
0Km
Click to draw, click on the last point to end drawing

Gallery


Slideshow Open in a new window · Open in this window


Comments (7)


Post a comment

Mueri says: Gratuliere
Sent 21 February 2015, 17h09
... zu dieser herrlichen Tour, die du nach langem Abwarten nun endlich durchführen konntest!

Schön zu lesen, dass zumindest viele deiner Tourenträume in dieser Saison Realität zu werden scheinen. Ich bin gespannt, was da noch kommen mag?!

Gruess

Mueri

Bergamotte Pro says: RE:Gratuliere
Sent 22 February 2015, 09h21
Hui, ambitiöse Ziele gibt's noch dutzendfach; auf jeden Fall mehr als schöne Wochenende.
Dir wünsche ich rasche Genesung, so dass auch Deine Tourenträume bald wieder Realität werden.

MaeNi says: Flotte Sache..
Sent 21 February 2015, 17h42
...nun ist er endlich Dein, der Pfannenstock :-)

LG
N&M

Bergamotte Pro says: RE:Flotte Sache..
Sent 22 February 2015, 09h17
Ja, lang hab ich drauf gewartet. Und ich bin gottenfroh, dass ich ab Braunwald gestartet bin. Was für ein elend langer Riemen ist das ab Schwarzenbach.

Beste Grüsse

Polder says: "ber auch hier sollten Gipfel und Pickel im Rucksack sein"
Sent 21 February 2015, 19h26
:-)) .. sehr praktisch - wusste nicht, dass du so "unterwegs" bist; jedenfalls hast du so auch bei ambitiösen Gipfelzielen ein hundertprozentige Erfolgsquote :-)!

Lg, Reto

Bergamotte Pro says: RE:"ber auch hier sollten Gipfel und Pickel im Rucksack sein"
Sent 26 February 2015, 12h18
Scherzkeks... ;-)

Aber Chapeau, wohl kaum einer liest die Berichte so genau.

Dolmar says:
Sent 21 February 2015, 20h15
Hoi Bergamotte,
Super schöne Tour, und lang.
bei dem Wetter herrlich.
Gratuliere
Dolmar


Post a comment»