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alles schief gegangen am Forcolacchia


Published by jaschwilli , 25 August 2013, 16h37.

Region: World » Italy » Piemonte
Date of the hike:10 August 2013
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: I 
Height gain: 1700 m 5576 ft.
Route:15km
Maps:Kompass Varallo

So viel Mist ist mir noch auf keiner Tour passiert, falsche Annahmen zur Wegqualität und Schwierigkeit, zugewachsene und fehlende Wege, schwerwiegend verlaufen, ewige Funklöcher, ein (zu?) alter Wanderführer.
Doch der Reihe nach:
Im Urlaub voriges Jahr habe ich mit meinem Sohn problemlos eine leichte Wanderung von der Alpe Camasca zum Massa del Turlo gemacht - gemütlich, bestens ausgeschildert, einfachste Gratwege - allenfalls T2. Daher mein Plan, mit dem nächsten Gipfel der Kette, dem Monte Forcolaccia weiter zu machen und dann den Grat entlang so weit wie möglich zu laufen, bei idealen Bedingungen vielleicht bis ganz hinten zum Capezzone? Ein Blick auf hikr zeigte eine 45 km Tour von Tapio, also kann da keine größere Schwierigkeit drin stecken.

Zusteigen wollte ich aus Sambughetto, einem kleinen am Hang klebenden Dörfchen. Malerische Treppenwege, bald geht es aus Sambughetto hinaus, der Weg verläuft hangparallel und erreicht einige verstreute Alpen. Aber ein Weg ist nur ein Weg, solange man auf ihm geht, schon sind einige Passagen mit Brombeeren zugewachsen, einmal wähle ich einen falschen Abzweig, kostet mich 5 Minuten. Kalkuliert habe ich mit einem einfachen Zustieg und 2 Stunden für die ersten 1000 Höhenmeter auf einfachen Wegen. Nachdem der Weg einen Bach überquert und ich die Alp Planelli erreiche, liege ich schon ein wenig hinter dem Plan, aber ab hier gibt es wirklich keinen Weg mehr, ein Wanderzeichen führt in einen übermannshoch mit Ginster und Adlerfarn zugewachsenen Hang, andere Passagen sind mit der horstförmig wachsenden Drahtschmiele bewachsen, da sieht jeder Horst gleich wie ein Tritt aus, aber auch hier kein Weg. Aber gut - der Karte nach muss ich mich südlich parallel zu einem Seitenbach halten und den Einschnitt sehe ich gut. Mühsam halte ich mich in dem steilen Hang und nach einer Weile sehe ich das schmucke Sasso Respore Häuschen für Wanderer incl gelbem Schild. Klasse, die letzten 400 Meter dorthin wieder durch den Adlerfarn schaffe ich auch noch, aber der Zeitplan hängt schon hier gewaltig.

Nach kurzer Rast frohen Mutes also weitermarschiert Richtung der Alpe Francesca, eine Viertelstunde schlägt das Wanderschild dafür vor, ich brauche durch Adlerfarn und ohne Weg wieder mal deutlich länger. Endlich lasse ich den Wald hinter mir, sehe den Forcolacchia deulich vor mir, dazu die 2 Alpen, die Route endlich klar, bloß weiterhin schlechte Wege, jetzt ist alles mit Alprosen zugewachsen, ein Vorwärtskommen sehr mühsam - Himmel, beim Massa del Turlo 3 km weiter war das doch alles ganz anders! Da der Weg zum Gipfel eine weite Schleife macht, kürze ich über den Grat der den Gipfel mit dem Paiosci (1787m) verbindet ab - dieses Stück klappt dank Ziegenpfaden recht gut.

Die Bocchetta di Serra sieht von Norden her für mich unpassierbar aus, aber südlich sind gut Wegspuren zu erkennen, allein es erfordert ein ständiges auf und ab, leichtes Klettern, Abstiege durch steile Rinnen - hierfür hatte ich am Küchentisch etwa 30 Minuten veranschlagt, brauche aber weit über eine Stunde. Spätestens hier wird mir klar, dass es mit dem Capezzone auf gar keinen Fall mehr klappt. Da ich aber in Campello Monti abgeholt werde, wollte ich über den Passo della Magna in das Tal des Dannati und weiter nach Campello Monti absteigen.
Nach dem Cima die Rimeo finde ich auch den deutlichen Weg, der in das Tal des Negarone führt und der unten auf den Weg zum  Passo della Magna führen soll. Das Gelände wird grob blockig und die Wegspuren verlieren sich schnell. Also steige ich über die groben Blockhalden Richtung Tal ab und peile den dortigen Weg an, allein der kommt nicht, stattdessen zwingt mich undurchdringliches Erlengestrüpp weiter auf die Blockhalden, ein tief eingeschnittener Bachlauf ist schier unüberwindlich, an der einzig ersichtlichen Durchstiegsstelle ringelt sich eine Aspisviper.
Der Weg bleibt nicht auffindbar, es wurde langsam spät und im Funkloch konnte ich auch die Familie nicht informieren. Ich entscheide mich, weglos im Negaronetal abzusteigen und dort mich irgendwie durchzuschlagen. zunächst ist es immer noch am einfachsten, auf den Blöcken zu bleiben, später kommt der bereits bekannte Adlerfarn wieder, dichter Erlen und Eschenunterwuchs lassen dich kaum die Tritte im steilen Gelände sehen. Während ich mir schon ausmale, wie ich an einer unten ersichtlichen Steilkante eventuell gar nicht mehr weiter komme endlich die Rettung - da ist tatsächlich der Weg! Bis zur Alpe Orlo komme ich zügig voran, danach verliere ich den zugewachsenen Pfad wieder, aber egal - ich bin schon fast ganz unten, bald sehe ich das Dorf San Anna und peile mich in diese Richtung. Jetzt liegt aber zwischen mir und dem Dorf mit der Strasse die tief eingeschnittene Schlucht der Strona - Brücke Fehlanzeige. Also nochmals eine dreiviertel Stunde für Abstieg, Flussquerung und Wiederaufstieg. Trotz Ortschaft immer noch im Funkloch und mittlerweile am Zielort anderthalb Stunden überfällig, laufe ich auf der Strasse nach Campello Monti. Endlich Handyverbindung, die letzten 2,5 km spare ich mir, große Erleichterung bei allen Beteiligten.
Mein Hund hat diese Fehlerorgie übrigens klaglos mitgemacht - danke dafür.
Zum Ende der Tour hab ich nicht mehr fotografiert, da wollte ich nur noch raus...

Hike partners: jaschwilli


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