Karthala 2361m


Published by Sputnik Pro , 1 December 2023, 09h01.

Region: World » Comoros
Date of the hike: 3 November 2023
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: COM 
Time: 2 days
Height gain: 2100 m 6888 ft.
Height loss: 2100 m 6888 ft.
Route:Zirka 31km (total)
Access to start point:Es existiert kein öffentlicher Verkehr. Von der Hauptstadt Moroni erreicht man das Ausgangsdorf Mvouni in 20 Minuten mit einem Taxi. Hier beginnt der Fussaufstieg auf 390m am südöstlichen oberen Dorfende. Seit 2023 existiert eine Betonpiste die den Aufstieg durch Kulturland und Regenwald abkürzt und man bis auf eine Höhe von 1480m fahren kann, die Strecke zum Gipfel halbiert sich so ebenso. Die Betonpiste ist für Autofahrer gebührenpflichtig, die Kosten sind 5000 Komorenfrancs (10 Euro) bei der Barriere. Auch Fussgänger müssen 2000 Komorenfrancs zahlen um die Strasse benützen zu dürfen.
Access to end point:Analog Zufahrt zum Ankunftspunkt.
Accommodation:Keine in Mvouni; Hotels in Moroni. Auf einer Höhe von 1610m existieren einige Hütten die allerdings nur zugänglich sind sofern man mit einem Führer aus Mvouni die Tour unternimmt. Im Dorf sind Tourenführer beim Herumfragen am frühen Morgen problemlos zu finden. Am Berg darf überall campiert werden, empfehlenswert ist die Übernachtung direkt am Kraterrand oder bei stärkerem Wind darunter auf der Sandfläche im Krater selbst.
Maps:Google Earth Satelllite Map.

HÖCHSTER GIPFEL DER KOMOREN: KARTHALA 2361m.

Halbzeit meines phantastischen Urlaubes auf den Komoren, einem kleinen, unbekannten Inselparadies abseits von Touristenpfaden. Einzig Abenteuerlust muss man mitbringen, denn wenn man abseits der Hauptstadt etwas sehen möchte, muss dies vor Ort selbst organisiert werden. Auf der Hauptinsel Grande Comore der islamischen Republik gibt es viel zu entdecken wie Traumstrände, Regenwald, eine über tausend Jahre alte Geschichte mit Sultanen und natürlich der alle paar Jahre aktive Vulkan Karthala. Der mächtige Vulkan ist der Höhepunkt einer Komorenreise und ich lies mich für dessen Besteigung Zeit über zwei Tage. Ich hatte kurioserweise Glück mit dem sonst schon überraschend billigen Flugticket und konnte zwei Gepäckstücke mit total 42kg mitnehmen – da war klar, dass ich das Zelt dabei hatte um auf dem Kraterrand zu übernachten.

Allgemeines zu den Komoren

Die islamische Bundesrepublik nennt sich offiziell Union der Komoren (Komorisch Udzima wa Komori). Die Komoren sind ein föderaler Inselstaat in Afrika im Indischen Ozean am nördlichen Ausgang der Strasse von Mosambik zwischen der Nordspitze Madagaskars und Mosambik. Sie umfassen drei der vier Inseln des Komorenarchipels, nur Mayotte ist französisches Territorium. Die drei Hauptinseln sind Grande Comore, Anjouan und Mohéli, zusammen mit einigen Kleinstinseln haben die Komoren eine Fläche von 2236km² und 870000 Einwohner, die Hauptstadt ist Moroni mit knapp 75000 Einwohnern auf der grössten Insel Grande Comore. Der Name des Landes stammt aus dem Arabischen جزر القمر (Juzur al Qamar) was übersetzt „Mondinseln“ heisst. Alle Inseln der Komoren sind vulkanischen Ursprungs, wobei nur der Landeshöhepunkt Karthala (2361m) und La Grille (bis 1087m) auf Grande Comore in jüngerer Zeit aktiv waren.

Alle Inseln sind gebirgig und haben meistens nur schmale Küstenstreifen. Sie sind umgeben von Korallenriffen. Regenwald existiert vor allem in höheren Lagen während in den Tieflagen Kulturland vorherrscht. Das Klima ist tropisch-maritim und die Temperaturen schwanken zwischen 22°C im Juli bis 28° im Februar. Von Mai bis Oktober ist Trockenzeit (Südostpassat), von November bis April ist Regenzeit mit dem Nordwestmonsun. Im Frühjahr können Wirbelstürme. Die Jahresniederschläge bewegen sich zwischen 1m an der Küste und 4m in den Höhenlagen.

Über die Urgeschichte ist wenig bekannt, wahrscheinlich wanderten im 1.Jahrhundert Bantu aus dem heutigen Mosambik und Menschen über Madagaskar ein die auf dem Seeweg aus Indonesien kamen. Im 9. Jahrhundert entdeckten Omanische Seefahrer die Inseln, danach kamen auch Perser und Araber und gründeten Sultanate. Die Inseln wurden islamisch und die Urbevölkerung wurde ins Inselinnere gedrängt. 1505 entdeckten die Portugiesen die Inseln, danach kamen Niederländer und Franzosen. Die Europäer konnten sich nicht niederlassen und die Komoren blieben unter der Herrschaft der Schirasi-Sultane. Als im 18. Jahrhundert die Komoren immer stärker vom madagassischen Piraten überfallen wurden, baten die Sultane Frankreich um Hilfe. 1912 dankte der letzte Sultan ab und die Komoren wurden französisches Protektorat. 1974 wurde eine Abstimmung durchgeführt welche die Komoren in die Unabhängikeit entliess – nur Mayotte bleib Teil Frankreichs, da 63% für den Verbleib votierten. Das Land erlebte seit der Unabhängigkeit bis 2008 20 Putsche, was weltweiter Rekord ist. Die Komoren gehören zu den 30 ärmsten Ländern der Welt, das durchschnittliche Jahreseinkommen ist 1360 $. Die Landessprache ist Komorisch, Amtssprachen sind auch Französisch und Arabisch. Die Landeswährung ist der Komoren-Franc, welcher fix an den Euro gebunden ist (500 KMF = 1 €).

Allgemeines zum Karthala

Der 2361m hohe und an der Basis 20km breite Schildvulkan ist der Landeshöhepunkt der Komoren. Er liegt auf der grössten Insel Gande Comore oder Ngazidja in der Nähe der Hauptstadt Moroni und füllt den Südteil der Insel aus. Der Vulkan ist immer wieder aktiv, im 19. Jahrhundert sind mindestens 18 Ausbrüche dokumentiert, im 20. Jahrhundert gab es 11 Ausbrüche. Meistens bildeten sich neue Lavaströme innerhalb der Caldera. Nach der Eruption am 11.7.1991 bildete sich ein Kratersee der beim folgenden dreitägigen Ausbruch ab dem 16.4.2005 wieder verschwand. Die häufigen Eruptionen formten eine Caldera von 3•4km Durchmesser, was der grösste Krater eines aktiven Vulkans auf der Welt ist. Die Insel selbst wurde aber bisher von grösserer Zerstörung verschont. Beim Ausbruch im April 2005 wurden zwischenzeitlich 40000 Menschen evakuiert. Nach dem Ausbruch, als der Kratersee verschwand, war der Krater verformt und mit frischer Asche bedeckt. Im gleichen Jahr war der Karthala ab dem 24. November nochmals für 15 Tage aktiv. Letzte vulkanische Aktivität für wenige Tage waren Ende Mai 2006 und Mitte Januar 2007. Im Juli 2022 schien der Karthala zu erwachen durch signifikante Zunahme von Schwarmbeben beruhigte sich Situation bald wieder, die Warnstufe wurde von orange auf gelb „unruhig“ zurückgestuft.

Die Gipfelcaldera in der heutigen Form entstand durch wiederholten Kollaps. So wurde auch der besonders aktive Krater im Innern der grossen Caldera gebildet, der Krater heisst auch Choungou Chahalé. Die Risszone verläuft von der grossen Gipfelcaldera nach Nordnordwesten und Südosten. Bemerkenswert war der Ausbruch 1860 als ein 13km langer Lavastrom von der Caldera nach Nordwesten strömte das Meer nördlich von Moroni erreichte. Seit dem 19. Jahrhundert bahnten sich alle Lavaströme ihren Weg vom Gipfelbereich talwärts, Eruptionen von älteren parasitären Vulkanen in den Flanken gab es keine.

Die Hänge des Kathalas sind zwischen 1200m und 1800m grösstenteils von intaktem Regenwald bewachsen. Weiter oben stehen Einzelbäume und zum Krater hin dichte Strauchlandschaften mit der vorherrschenden, endemischen und bis zwei Meter hohen Heidenkrautgewächs Erica comorensis. Ein 262km² grosses Gebiet um den Vulkan ist seit 2020 Nationalpark. Endemisch an den Hängen sind zudem der grosse Singvogel Braunschwingendrongo, den kleineren Humblot-Schnäpper und Karthalabrillenvogel sowie Komoren-Zwergohreule.

Die Besteigung des Vulkans ist auf dem Normalweg vom Dorf Mvouni einfach (Schwierigkeit T2) aber sehr lange. Seit 2023 kann über eine Betonpiste gebührenpflichtig bis auf eine Höhe von 1480m hochgefahren werden was den Aufstieg verkürzt. Genehmigungen braucht es keine; man kann einen Bergführer im Dorf Mvouni finden. Mit lokalem Guide kann man auch in den Hütten auf 1610m übernachten.

FERIENBERICHT

Tage 1 bis 5 (28.10-1.11.2023): Komoren Teil I

Mit 2 Vulkanbesteigungen, siehe Bericht: Cratère d'Iconi und Mouandzaza

Tag 6 (2.11.): Karthala, Aufstieg zum Kraterrand

Natürlich besteige ich von jedem Land das ich besuche den höchsten Berg. Der Karthala ist als regelmässig sehr aktiver Vulkan mit der weltgrössten Caldera natürlich besonders, so wie die Komoren allgemein ein prächtiges, unbekanntes Urlaubsziel sind. Wie vereinbart holte mich Djambo der Taxifahrer frühmorgens in meiner Unterkunft ab. Für 10 Euro erreichten wir Mvouni, wo er mich direkt zum Wegbeginn am Dorfrand zum Vulkan brachte. Bei Tagesanbruch lief ich noch vor 6 Uhr los. Schon nach 5 Minuten gabelte sich der Weg und auf meiner ausgedruckten Karte war nichts eingezeichnet. Doch bald kam ein Plantagebauer vorbei und zeigte mir dem richtigen Weg nach Rechts. Nach 15 Minuten durch Plantagenwald war ich überrascht auf eine Betonstrasse mit einem Schlagbaum zu treffen. Naja, so ich wenigstens vielleicht schneller etwas weiter Oben mit meinem grossen Rucksack mit Zelt, vielen Früchten und noch mehr Wasser. Also ging es auf der Betonstrasse bergauf wo einige Farmer grüssen. Einer fragte mich ob ich eine Quittung hätte für die Benutzung der Strasse. Als Fussgänger würde es 2000 Komoren-Francs oder 4 Euro kosten. Die Barriere war unten zu und keine Kontrolle am frühen Morgen da. Er nahm das Geld und lief bergab, ob er es den Beamten übergab oder selbst einsteckte weiss ich nicht. Plötzlich kam ein Auto vorbei, das mich glatt mitnahm für ein Stück. Unterwegs wurden die Bauern an ihren Plantagen ausgeladen. Zuletzt waren wir noch zwei Passagiere als er parkte und wir zu beide zunächst zusammen zu Fuss weiter zu Fuss gingen. Ich war froh um die Mitfahrgelegenheit und konnte so 250 Höhenmeter sparen. Ich wanderte eine Stunde auf der Betonstrasse hinauf und machte gerade Pause als ein Minibus mit Arbeitern sich den Berg hinauf kämpfte. Natürlich nahmen sie mich gleich mit. Unterwegs war die Strasse unterbrochen und einige Arbeiter stiegen aus um das Teilstück der neuen Betonstrasse fertig zum bauen. Auf 1480m hielt der Fahrer bei einer Abzweigung zu einer Staubstrasse, wo es zu den Schutzhütten am Karthala geht. Besser könnte es nicht sein, es war halb 9 Uhr morgens und total war mein Aufstieg durch Plantagen und Regenwald über die Betonstrasse um 500 Höhenmeter verkürzt. Ich änderte nun den Plan, da ich schon höher bin wie ich mir ursprünglich ausgedacht hatte – eben ohne die unbekannte, neue Betonstrasse! Nun wollte ich direkt zum Kraterrand aufsteigen, alles zu Fuss ab Mvouni hätte ich wohl als das Zelt auf etwa 1800-1900m aufgestellt. Die Staubstrasse passierte Wellblechhütten von denen ich wusste dass die Schutzhütten sind in denen man übernachtet wenn man zwei Tage mit einem Führer aus Mvouni unterwegs ist. Die Staubstrasse endet bei einer Kieshalde und Steinbruch, wo Material für den Betonstrassenbau geholt wird. Am obersten Ende der Halde war dann klar der Bergweg, jetzt konnte nichts mehr schief gehen! Der Aufstieg war natürlich etwas mühsam mit dem schweren Gepäck, doch die Landschaft entschädigte dies allemal und nahm es gemütlich mit einigen Pausen. Langsam gewann ich an Höhe in einmaliger Landschaft, doch ist es vom sanft ansteigenden Gelände schwierig im Aufstieg einzuschätzen, wo und wann der Pfad den Kraterrand erreicht. Zuletzt machte ich eine Rast und dachte es geht sicher noch eine knappe Stunde bis oben und stand dann nicht einmal 150 Minuten plötzlich dort. Es war ein wunderschöner Biwakplatz über der unglaublich riesigen Caldera. Auf der anderen Seite war der höchste Punkt zu sehen, darunter ein weiterer tieferer Krater. Auch waren die Fumarole, ein junger Lavadom und erstarrte Lavaströme in der Caldera zu bestaunen. Während ich mein Zelt aufstellte kamen eine polnischem Pärchen und ihrem Führer über den Pfad von der Caldera hoch. Es waren die einzigen Leute die ich auf dem Vulkan traf. Am Nachmittag hielt ich ein Nickerchen. Nach einfachem Nachtessen mit Früchten und gesalzten Bananenchips erlebte ich einen unglaublich farbigen Sonnenuntergang – was für ein phantastischer Sonnenuntergang!

Tag 7 (3.11.): Karthala, Gipfel und Abstieg

Da ich keinen Schlafsack mitnahm wegen dem vielen Wasser, das ich dabei hatte, war die Nacht kühl im Zelt und legte alles Kleider an die ich dabei hatte. Ich war froh, als es draussen langsam hell wurde. Draussen und zogen Nebelschwaden vorbei und die Caldera war grösstenteils nur Schleierhaft zu sehen. Nichts hielt mich im Zelt und ich brach um 5:15 Uhr schon auf. Ein steiler, in der Mitte über eine kleine Terrasse verlaufender Pfad, erreichte ich durch dichten Nadelstrauchwald rasch die sandige Caldera-Ebene. Durch den Nebel war die Caldera mystisch-farblos in Schwarz. und Grautönen. Glücklicherweise war aber der gegenüberliegende Kraterrand zu sehen den ich nun anpeilte. Die Vulkanlandschaft war einmalig: Links ein junger Lavadom, unterwegs waren erstarrte Lavaströme zu queren und rechts dampften schwefelhaltige Fumarole aus einer Geländekante. Auf der anderen Calderaseite fand ich den steile Bergweg zum Gipfel sofort, ich hatte ich ja mit dem Tele schon am Vortag gesichtet. Als ich auf einem Gipfel stand, der nach Karte und Internetliteratur der höchste Punkt sein müsste, war es wieder nebliger als zuvor und ich war unsicher ob eine Erhebung weiter östlich nicht höher wäre. Also lief ich kurzerhand hinüber. Der Nebel verschwand und war sicher zuvor auf dem Landeshöhepunkt der Komoren gestanden zu sein. Auf dem Weg zurück öffneten sich unglaublich imposante Blicke über die steil abfallenden Wände vom Gipfel in den inneren Krater der Caldera. Man könnte meinen auf einem fremden Planeten zu sein! Nach einer ausgiebigen Gipfelrast wanderte ich nun bei schönem Wetter zurück zum Zelt durch die Caldera, nun bei bester Sicht und grösstenteils blauem Himmel! Das Zelt war rasch abgebaut und ich machte mich zügig auf den Abstieg. Eine etwas längere Rast machte ich erst als ich wieder auf die Betonstrasse traf. Auf der Strasse hatte ich zunächst Pech und wanderte eine Stunde darauf bis hinunter auf etwa 900m, wo die obersten Plantagen zwischen den Urwaldbäumen sind. Dann kam ein grosser Kipplader vorbei und ich konnte gleich in den Lastwagen hüpfen. Das Glück war auf meiner Seite. Adolphe aus Madagaskar war ein lustiger Kerl und musste Ladung in Flughafennähe holen, Moroni war also auf seiner Strecke. So war ich schon vor Mittag zurück in meiner Lodge wo ich gleich von Farida der Vermieterin Maniok mit Rindsbraten offeriert bekam. Der Nachmittag war dann völlig verregnet, aber mir war’s egal da ich sowieso ein Nickerchen machte. Am Abend wollte in der Regenpause während dem Sonnenuntergang ins nahe gelegen Restaurant. Dort wird aber samstags erst später am Abend nach 19:30 Uhr serviert, na ja so ging es zurück ins Zimmer, Mangos hatte ich ja noch zu Essen dort. Kaum war ich zurück, setzte wieder Regen ein. Egal, es war schliesslich ein perfekter Gipfeltag aufs Dach der Komoren!

Tag 8 (4.11.): Badetag im Golden Tulip bei Itsandra

Heute war ein gemütlicher Tag angesagt. Ich ging erst gegen neun Uhr von meiner Unterkunft weg und suchte mir ein Taxi zum Golden Tulip bei Itsandra. Da die meisten Taxi in andere Richtungen fuhren, musste ich jedoch zuerst noch etwas der Strasse entlang spazieren. Auf der Hauptverkehrsachse fand ich glücklicherweise dann aber bald ein entsprechendes Taxi das mich für nicht einmal einen Euro ans Ziel brachte. Am Hotelstrand war ich meistens alleine. Das Wetter war leider oft bewölkt, doch gab es dafür grössere Wellen, so dass Baden so richtig Spass machte. Ich ass dann auch gerade im Hotelrestaurant Mittag und fuhr danach nach nochmaligem Schwimmen am frühen Nachmittag zurück nach Moroni da Regenschauer drohten. Die kamen später auch am Nachmittag. Mir war es egal, da ich im Trockenen war und so konnte ich noch mein Zelt und anderes Material von der Karthala-Besteigung reinigen. Lustig war ein knarrendes Geräusch am Abend auf der Terrasse, ich fand heraus dass es ein Holzwurm sein muss der sich durch einen Bambusstuhl frass. Die vogelartigen Laute der lustigen Palmen-Taggeckos auf der Veranda kannte ich inzwischen ja schon.

Tag 9 (5.11.): Grande Comore - Fahrt in den Süden von Grande Comore

Das Wetter war nicht mehr so stabil wie zu Beginn meines Urlaubs und glücklicherweise auch während des Karthala-Besuuchs. So regnete es auch kräftig am frühen Morgen. Heute wollte ich den Süden der Insel erkunden und die Besitzerin hat für 70 Euro mir einen Fahrer organisiert für die Ausfahrt. Wie am Vortag abgemacht holte mich der Taxifahrer Ali Sabieh um halb neun Uhr ab. Leider konnte der Fahrer nur schlecht Französisch, eigentlich interessant da es der erste Komorer war mit dem ich mich nur schlecht unterhalten konnte. Während der Fahrt regnete es ab und zu weiter als wir durch sattgrüsse Plantagelandschaften und kleinere Dörfer gegen Süden fuhren. In Singani stoppten wir und spazierten zwischen Häusern auf einem Lavakiesweg etwas die Berghänge hinauf. Die Aussicht zum Meer und auf das Dorf waren eindrücklich, denn ein erstarrter Lavastrom bis ins Meer prägt die Szene, denn Singani wurde damals durch den Vulkanausbruch vom April 1977 in der Karthala-Südwestflanke schwer verwüstet. Irgendwann weiter im Süden mit der wilden Küste endete die Teerstrasse und wir fuhren auf einer Staubstrasse hinunter nach Chindini nahe der Inselsüdpitze. Zurzeit wird an der Strasse gebaut, und so sollte es auch bald eine Asphaltstrasse zur zweitgrössten Stadt Foumbouni geben. Am schönen Strand von Chindini ging ich im Meer schwimmen, doch lange konnte ich nicht am Strand bleiben weil mich ein weiterer heftiger Regenguss überraschte. Die Landschaft wurde nun zunehmend trockener und savannenartiger als wir die letzte Strecke in di alte Handelsstadt Foumbouni fuhren. Das historische Stadtzentrum war sehenswert wegen den engen Gassen und alten Moscheen. Sonst ist der Ort verschlafen und etwas heruntergekommen. Bald fuhren wir wieder zurück, stoppten aber bald im Dorf Ourovéni zu einer Mittagspause. In einer Wellblechhütte war ein kleines Restaurant, wo es Fisch zu frittierten Bananen gab. Das Essen war gut durchgekocht und einfachster Garküche fein, obwohl ich zuerst etwas unsicher war. Im gleichen Dorf gleich nach wenigen hundert Meter blieb unser Auto stehen wegen angerissenem Keilriemen. Ali Sabieh hatte aber Ersatz da und wie viele Afrikaner eine halbe Werkstadt unter dem Rückbanksitz dabei. Gekonnt reparierte er sein Auto und wir fuhren gemächlich zurück nach Moroni. Am Abend ging ins „Restaurant Jardin de la Paix“, um nun endlich eine der besten Spezialität der Komoren Essen zu können. Die riesige Languste für lumpige 15 Euro war fantastisch – zu Hause hätte ich wohl ein Vermögen gezahlt und das Krustentier wäre niemals so frisch gewesen!

Tag 10 (6.11.): Baden und spätabends Fahrt zum Flughafen 

Der letzte Tag begann schon früh als ich um 4:15 Uhr war wurde. Es war absolute Ruhe, ausser Meeresrauschen und einigen Hähne in der Nähe die den Tag ankündigten. Dann meldete sich der Muezzin für 10 Minuten der wirklich gut singen konnte. Danach legte ich mich nochmals ins Bett und fuhr später am Morgen in Hotel Golden Tulip mit dem schönen Strand. Ich verbrachte dort fast den ganzen Tag mit Sonne tanken und Baden, einfach herrlich! Zum Mittagessen probierte ich eine weitere lokale Spezialität im Hotelrestaurant, Madaba, was pürierte Maniokblätter sind, die langsam in gewürzter Kokosmilch gekocht werden. Dazu gab es gegrillter Fisch. Am Nachmittag legten am Strand auch Fischer mit ihren Holzboten und fettem Fang an. Gerne hätte ich ihnen ein grosser Fisch abgekauft und selbst zubereitet. Kurz vor drei Uhr nachmittags fuhr ich mit einem Taxi zurück nach Moroni zum Volo-Volo-Markt. Hier kaufte ich noch zwei Kilogramm verschiedene Gewürze für mich und Freunden zu Hause. Am Abend ging’s nochmals ins Restaurant und um 10 Uhr holte mich Djambo mit dem Taxi ab zur 45-minütigen Fahrt zum Flughafen.

Tag 11 (7.11.): Flug Moroni - Nairobi - Amsterdam -Zürich 

Die Abreise am heruntergekommen kleinen, internationalen Flughafen der Komoren war etwas chaotisch und einiges bürokratischer als die Einreise. Wir mussten bis nach Mittarnacht warten, um in die Abflughalle mit einer ersten Passkontrolle eingelassen zu werden. Danach kontrollierte in der Warteschlange ein zweiter Beamter ob Ausländer ein noch gültiges Visum haben. Es hatte auch nur ein einziges Check-in, also erneutes Warten bei der Gepäckaufgabe. Es folgte eine Identitätskontrolle, bei der alle Finger gescannt werden, der Zoll wo man den Ausreisestempel bekommt und schliesslich zuletzt die Sicherheitskontrolle. Dennoch musste ich Warten, bis wir gegen drei Uhr am Morgen ins verspätete Flugzeug nach Nairobi steigen konnten. Trotz etwas Schlaf verbrachte müde 3½ Stunden Wartezeit und genoss einige Bierchen um besser auf dem nächsten Flug schlafen zu können. Ich war froh, als es von Nairobi endlich auf dem 8½-stündigen Flug weiter nach Amsterdam ging. In den Niederlanden war der Flug in die Schweiz zu spät und so kam ich in Zürich eine Stunde später als geplant an. Ich war froh nicht mehr direkt nach Hause zu müssen – nach 24 Stunden Reisezeit war ich ziemlich zerzaust, aber mit phantastischen Erlebnissen  endlich bei meinem Schatz im aargauischen Limmattal angekommen.

Genaue Route: Siehe beigelegte Karte. 

Wichtige Links

Wettervorhersage: Weather Karthala
Info bei Wikipedia: Karthala
Infos über den Vulkan beim weltweiten Überwachungsnetz (engl.): Karthala

Hike partners: Sputnik


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Comments (6)


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pame says: Wow!
Sent 3 December 2023, 23h53
Toller Bericht und fantastische Fotos! Genau das, was ich bei dem nasskalten Schmuddelwetter hier brauche - und zwar zur Vorfreude: In ein paar Wochen geht's auch für mich endlich mal wieder in tropische Gefilde. Kann's kaum erwarten.

Die Komoren (und auch das benachbarte Madagaskar) hatte ich bis vor kurzem überhaupt nicht auf dem Radar. Trage mich aber mit dem Gedanken, dieser Weltgegend einmal einen Besuch abzustatten.

Sputnik Pro says: RE:Wow!
Sent 5 December 2023, 04h49
Hi Patrick,

Schön hat dir der Bericht der Komoren mit dem Karthala gefallen. Ich bin ja gespannt wo deine Reise hungeht. Ich selbst bin für nächstes Jahr auch schon am planen. Der erste Urlaub 2024 soll aber etwas gemütlicher werden mit meiner Freundin, natürlich weit weg von Europa wo es das ganze Jahr warm ist :-)

Gruss, Andi

Felix says: sehr eindrücklich ...
Sent 4 December 2023, 10h38
das Land - und insbesondere der Vulkan-Krater;
Gratulation!

Sputnik Pro says: RE:sehr eindrücklich ...
Sent 5 December 2023, 04h46
Hallo Felix,

Vielen Dank für den Kommentar. Ja die Komoren sind echt ein Geheimtipp und der Karthala ein phantastischer Vulkan. In Afrika gibt es noch einige kaum touristische Länder wo es viel zu entdecken gibt, es war nicht die Reise auf den Kontinent :-)

Gruss, Sputnik

andre68 says: Jambo!!
Sent 5 December 2023, 22h46
Gratuliere! Dies muss einer deiner meist exotischten Gipfel sein oder? Sieht ja traumhaft aus diesen Zeltplatz! Schön ungestört am Kraterrand! Du findest immer super spannende und überraschende reiseziele! Und mal mit Air France/KLM/KQ fliegen ist ja auch gut! :-)

Sputnik Pro says: KOMOREN
Sent 6 December 2023, 06h13
Weisse Länder auf der Touristenweltkarte sind immer die schönsten. Da werde ich nächstes Jahe auch einige Abenteuer planen...

Der Karthala war phantastisch und der Zeltplatz hätte nicht schöner sein können. Zum Flug, war alles von Kenya Airwas, kann ich empfehlen. Aie France und KLM hatte ich nur als Zubrinher von/nach Zürich.


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