Klosterwappen / Schneeberg, 2076m


Publiziert von Linard03 , 14. November 2023 um 07:48.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Rax, Schneeberg-Gruppe
Tour Datum: 9 Oktober 2023
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-NÖ 
Zeitbedarf: 2:00
Aufstieg: 310 m
Abstieg: 310 m
Strecke:Hochschneeberg - Klosterwappen - Fischerhütte - Kaiserstein - Damböckhaus - Hochschneeberg (13.6 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bahnhof Puchberg am Schneeberg

Nach dem Höchsten vom Burgenland stand heute ein weiterer Bundesland-Höchster auf dem Programm; es soll auf den Schneeberg gehen.
 
Von unserer Unterkunft ging es in ca. 30 Min. nach Puchberg am Schneeberg. Wenn ich alleine unterwegs gewesen wäre und auch etwas mehr Zeit gehabt hätte, wäre ich sicher vom Tal auf den Berg gelaufen.
 
Da jedoch beides nicht zutraf, hatte ich bereits zum Voraus (bzw. online) zwei Bahntickets gekauft. Im Nachhinein wäre dies nicht notwendig gewesen, da am heutigen Tag gar nicht so viele Leute unterwegs waren. An Wochenenden hingegen geht’s offensichtlich nicht ohne Reservation und die Plätze seien teilweise weit im Voraus ausgebucht.
 
So bestiegen wir also am Bahnhof Puchberg (585m) den «Salamander», ein Triebwagenzug mit ca. 120 Plätzen. Wobei die Sitze sehr eng bemessen sind und ich könnte mir vorstellen, dass es bei einer Vollbesetzung so richtig kuschelig eng ist … ;-)
 
Heute war es auf der 9 Uhr-Bahn jedoch richtig ruhig und man konnte sich die Plätze aussuchen. So ruckelten wir also gemütlich den Berg hinauf, wobei offensichtlich die 5 Min.-Pause bei der Haltestelle Baumgartner obligatorisch ist, damit alle Passagiere mindestens eine Schneeberg-Buchtel am Kiosk kaufen können …
 
Nach ca. 40 Min. Fahrt hatten wir den Bergbahnhof Hochschneeberg (1800m) erreicht. Es empfing uns ein kalter Wind und frische Temperaturen. Bereits im Vorfeld hatte ich gesehen, dass die Wetterprognosen stürmische Winde auf dem Schneeberg angesagt hatten. Mal sehen …
 
Wir besuchten erst mal das Elisabethkirchlein, danach starteten wir die eigentliche Wanderung. Bereits zu Beginn waren teilweise starke Böen zu verzeichnen. Die meisten Leute begnügten sich offensichtlich mit einer Einkehr im Damböckhaus, wir wollten jedoch weiter.
 
Bei der Abzweigung nahmen wir den linken Pfad, welcher direkt zum westlichen Kamm leitete. Kurz bevor der Weg steiler anstieg sahen wir ein ganzes Rudel Gämsen, welche jedoch alsbald flüchteten. Wohin nur? Der Berg ist insgesamt ziemlich kahl und bietet somit kaum Schutz, geschweige denn Futter …
 
Die Böen wurden nun immer stärker, aber vorerst befanden wir uns noch im Schutz SO-Wand. Kurz vor dem Erreichen der Krete schlug der Wind mit voller Wucht zu; Böen bis zu 80 kmh … Beinahe auf allen Vieren suchten wir Windschutz beim Antennenbau, denn wir konnten uns kaum auf den Beinen halten.
 
Als der Wind wieder etwas nachliess, machten wir ein paar Fotos vom Gipfelkreuz des Klosterwappen (2076m), höchster Punkt von Niederösterreich, bevor wir eiligst weitergingen. Man befindet sich zwar auf dem Kamm und ist somit ausgesetzt, aber der Kamm ist jedoch glücklicherweise ziemlich breit. So gelangten wir trotz wieder verstärkten Böen ohne Probleme zur Fischerhütte (2050m).
 
Zunächst stieg ich jedoch alleine noch die wenigen Meter zum Kaiserstein (2061m) hinauf. Hier war jedoch Vorsicht bei den Windböen angebracht, denn nach Norden fällt die Wand senkrecht ab. Schnell zurück in die Fischerhütte, wo wir uns verköstigen liessen. Die Hütte war gut besetzt und sehr gemütlich. Hier arbeitet die ganze Familie im Betrieb; selbst die Kleinsten sind bereits mit vollem Engagement dabei («was hätten Sie denn gerne bestellt?»)
 
Zurück ging’s auf dem «Normalweg» zum Damböckhaus, wo wir abermals einkehrten und noch einen köstlichen Kuchen verzehrten. Schliesslich wanderten wir zurück zur Bergstation. Vorreserviert hatten wir sicherheitshalber auf die letzte Bahn um 15.15 Uhr; umbuchen auf eine frühere Bahn war heute jedoch aufgrund der Anzahl Personen kein Problem.
 
Nachdem wir wieder in Puchberg angelangt waren, ging die Fahrt weiter nach St. Pölten, wo wir übernachteten.
 
Fazit:
eine windige Angelegenheit, aber der Berg ist nun mal ziemlich exponiert. Der höchste Niederösterreicher ist aber allemal ein Besuch wert, die Aussicht ist bei gutem Wetter sehr schön. Es gibt zahlreiche Aufstiegsvarianten, wer keine Bahn benutzen mag. Die Bahnfahrt ist allerdings ebenfalls ein sehr schönes Erlebnis.
 
Bemerkungen:
wer wie wir die Bahn benutzen möchte, muss die Betriebszeiten beachten, da die Bahn nicht regelmässig fährt. Eine Fahrt an Wochenenden ist eher zu vermeiden, da auch die Tickets schnell weg sind – eine online-Reservation lohnt sich daher. Für Austria-Verhältnisse ist die Hin- und Rückfahrt mit der Bahn eher etwas teurer als erwartet (EUR 40.50).

Zeiten:
- Bergbahnhof - Klosterwappen - Fischerhütte: ca. 1 1/4 Std.
- Fischerhütte - Damböckhaus - Bergbahnhof: ca. 45 Min.

Tourengänger: Linard03


Minimap
0Km
Klicke um zu zeichnen. Klicke auf den letzten Punkt um das Zeichnen zu beenden


Geodaten
 61589.gpx Klosterwappen

Galerie


In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»