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Sterne schnuppern im hinteren Lauterbrunnental


Published by lorenzo , 14 August 2009, 02h17.

Region: World » Switzerland » Bern » Jungfraugebiet
Date of the hike:13 August 2009
Mountaineering grading: AD-
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-BE   CH-VS 
Time: 16:30
Height gain: 2560 m 8397 ft.
Height loss: 2560 m 8397 ft.
Access to start point:Zubringerdienst bis Trachsellauenen gestattet; cff logo Stechelberg
Access to end point:dito
Accommodation:Mutthornhütte SAC
Maps:LK 1248; W.&M. Munter, Berner Alpen, Rother 1984

"...einen grossartigeren Talabschluss, als ihn das Tal von Lauterbrunnen mit dem Breithorn besitzt, wird man wohl nicht oft finden." Soweit Werner Munter. Nur - wie kommt man dort hinauf? Schon der Zustieg zur Normalroute über den W-Grat führt über mehr oder weniger zerrissene Gletscher, von den andern Zu- und Anstiegen ganz zu schweigen. Also nicht gerade ideales Gelände, um alleine unterwegs zu sein. Bis zur Mutthornhütte würde es wahrscheinlich klappen, je nach Verhältnissen und Spuren auf den Gletschern auch bis zum Petersgrat und sogar bis zur Wetterlücke, und wenn der Grat trocken ist, und die beiden Felsriegel nicht vereist sind, und das Gipfeleisfeld nicht blank ist, und ich nicht schon längstens zusammengeklappt bin, und...,und...,dann...villeicht...


Start um 2 Uhr hinter Trachsellauenen (ca. 1220m) und bei abnehmendem Halbmond, Perseiden-Sternschnuppen und fast ohne Stirnlampe auf dem markierten Bergweg (rot-weiss) über Obersteinberg (1778m) zum Oberhornsee (2065m). Auf dem markierten Bergweg (blau-weiss,Steinmänner) zum Tschingelgletscher und auf der S Mittelmoräne bis ca. 2450m (Ende der Markierungen). Weiter Richtung SW (eingezeichnet) auf Moränenschutt und Eis bis zur Verflachung auf ca. 2700m, dann auf Firn (Spuren, Spalten) zur Mutthornhütte (2900m), L, 6 Uhr 30. Nach S über den hier flachen Kanderfirn (Spuren, wenige Spalten) zum SW-Grat-Ausläufer des Chlys Tschingelhorn (3163m), um diesen herum, und nach ENE an beiden Tschingelhörnern vorbei (z.T. Spuren, Spalten) zur Wetterlücke (3174m), L. S am 1.  W-Grat-Aufschwung entlang zu einem Firnfeld, dieses E ausholend hinauf bis an sein W oberes Ende, und über ein Schuttband und -stufen auf den W-Grat (wegen Steinschlag ggf. noch im Aufstieg empfehlenswert, besser direkt über den 1.  W-Grat-Aufschwung, II). Nun auf dem W-Grat zum roten Turm, der überklettert oder N umgangen werden kann (ca. III, kürzlich mit BH eingerichtet). Weiter dem Grat entlang (I-II, z.T Wegspuren und Steinmänner) zum Vermessungspunkt 3403 und zum 1. Felsriegel, der S durch eine gut gestufte Verschneidung (ca. III, neu BH mit Schlingen und Abseilstand) überwunden wird. Nach N zurück auf den Grat und über diesen zum 2. Felsriegel, wo es 2 Möglichkeiten gibt: a) auf Schuttbändern nach S, durch ein Couloir hinauf und auf einem Band nach N zurück auf den Grat (II-III, brüchig, heikel, z.T. Wassereis und Schnee, Stangen und Kabel); b) direkt über den Grat (III-, Stangen). Auf dem Grat zum Gipfelfirnfeld und über dieses und den exponierten Firngrat auf den Breithorngipfel (3780m), ZS-, 10 Uhr 30. Im Abstieg 2x12m Abseilen über Variante b) und Abklettern über 1. W-Grat-Aufschwung, sonst gleich wie Aufstieg. Auf aufgeweichtem Firn zurück zur Mutthornhütte, 14 Uhr 15, hinunter zum Oberhornsee und über Schafläger (1800m), Im Tal (1536m) und Schiirboden (1377m) zurück, 18 Uhr 30.

Material: übliche Hochtourenausrüstung mit 30m Einfachseil, 2-3 Schlingen und Express und Helm.


Hike partners: lorenzo


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Comments (6)


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AnderL says: Super Bilder und Beschreibung
Sent 14 August 2009, 09h48
Genau vor der Stelle wo es Wassereis, Schnee, Stangen und Kabel gab, war bei uns mangels Zeit die Entscheidung gefallen umzukehren...
Na ja, dann ein anderes Mal eben.
Kam bei Dir dein Seil überhaupt zum Einsatz (im Aufstieg)?
LG AnderL

lorenzo says: RE:Super Bilder und Beschreibung
Sent 14 August 2009, 19h26
Hallo Anderl

bei den Verhältnissen, die ihr angetroffen habt, wäre ich villeicht auch umgekehrt, wie schon so oft... Bei grösstenteils trockenen Felsen war der Aufstieg aber vergleichsweise einfach, so dass es auch ohne Seil gut ging.

Grüsse

lorenzo

ma90in94 says: Tschingelspitz
Sent 14 August 2009, 11h29
Hallo Lorenzo,
daß erste informative Foto vom Aufstieg zur Lücke
zwischen Gspaltenhorn und Tschingelspitz.
Hast du diesen Aufstieg schon mal gemacht, ansonsten
müßte es mich nicht wundern, wenn du nach dem Tschingelgrat den Ostgrat der Tschingelspitz auch schon ins Visier genommen hast.
Ich kann diesen Aufstieg durch die Wand nur schwer beurteilen und traue mich kaum dort zu erscheinen, zumal auch alles wieder runter. Seil und Schlingentragen ist nicht mein Ding, zumal ich auch noch Biwakzeug dabei hätte.
Einmal über diesen wunderbar breiten geschwungen Schneegrat auf den womöglich am seltesten bestiegenen 3300er im BO zu wandern wäre die Erfüllung eines großen Traumes. Vorzugsweise früher im Jahr um nicht an einem Schrund zu enden.
Gruß Günter

lorenzo says: RE:Tschingelspitz
Sent 14 August 2009, 19h02
Hallo Günther

ich kenne den Aufstieg zum Sattel 3136 zwischen Gspaltenhorn und Tschingelspitz auch nicht, habe mir die Route aber auch schon angeschaut: die Schwierigkeiten sollen sich bei II-III bewegen (Munter: G4; Berner Alpen 2: ZS), zudem kann, wie Du zu Recht bemerkt hast, der Uebergang vom Tschingelgletscher in die Felsen problematisch sein. Ohne Seil und flexibles Sicherungsmaterial würde ich dort jedenfalls lieber nicht einsteigen. Der gewellte Firnrücken des W-Grats scheint dann einfacher zu sein, ausser er ist blank oder ausgeapert.

Beim E-Grat auf den Tschingelspitz soll es sich um eine "grosszügige" Tour handeln (IV- und III; Munter: G6-7; Berner Alpen 2: S), zu der schon die Zustiege nicht ganz einfach sind (WS-ZS). Die E-W-Ueberschreitung wäre also ein ziemlich anspruchsvolles Unternehmen.

Soweit einige Angaben, die ich in Erfahrung bringen konnte. Ob sie die "Erfüllung eines grossen Traumes" in die Nähe rücken? Im Frühsommer vermutlich eher als im (Spät-)Sommer.

Grüsse

lorenzo


Bambula says:
Sent 5 August 2011, 12h34
Hoi lorenzo,

Am 02.08.11 konnten wir das Lauterbrunner Breithorn besteigen. Obschon wir mit sehr viel Schnee wohl etwas andere Verhältnisse angetroffen haben, war uns dein Bericht eine gute Hilfe. Besten Dank dafür!
Nebenbei blieb uns nur das Staunen, dass du den Gipfel vom Tal aus angegangen bist.

Gruss

Michel

lorenzo says: RE:
Sent 5 August 2011, 20h30
Hallo Michel

gratuliere zum Breithorn bei vermutlich winterlichen Verhältnissen! Machst Du noch einen Bericht dazu? Mich würde jedenfalls interessieren, wie der Grat in verschneitem Zustand aussieht.

Grüsse

lorenzo


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