Ecuador 2019, 5|12: Illiniza Norte


Publiziert von Felix , 4. März 2020 um 21:34.

Region: Welt » Ecuador
Tour Datum:29 November 2019
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: EC 
Zeitbedarf: 6:45
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:La Virgen, Parqueadora - Camino al Refugio - Refugio Nuevos Horizontes - La Ensillada (Boquerón) - Aufstieg via NE-Grat (via normal) - Paso del Muerte - Illiniza Norte - Abstieg via Descenso porel arenal - Camino al Refugio - La Virgen, Parqueadora
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Kleinbus Chaupi - via Hacienda el Refugio nach La Virgen, Parqueadora
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Kleinbus La Virgen, Parqueadora - Chaupi - E35 - Santa Rita zur Lodge La Rinconada, Area de Camping
Unterkunftmöglichkeiten:Lodge La Rinconada, Area de Camping
Kartennummer:outdooractive.com; Ecuador (Quito, Guayaquil, Galapagos), international travel maps, 1 : 660'000

Nach einer nur leicht mühsamen Anfahrt (unsere Führer hatten schon vorgängig bei den Parkwächtern des Zuganges intensiv gefeilscht um eine frühzeitige Durchfahrt; die Kontrolleure öffneten jedoch dann zum vereinbarten Zeitpunkt die erste Kette, auch zur zweiten fuhren sie doch akzeptabel rasch heran) mit durchaus für 4x4-Geländewagen angepasster ruppiger Piste (mit Furten) entsteigen wir im leicht trüben Ambiente auf La Virgen, Parqueadora, den Fahrzeugen.

 

Eine erst gemächlich ansteigende Vulkanlandschaft - von oft eher sandigem Untergrund und mit zahlreichen „exotischen“ einheimischen Blumen gesäumt - erwartet uns zu Beginn. Auf dem Camino al Refugio steigen wir nach der blumenreichen „Genusspassage“ steiler an - die Nebel- und Wolkenfetzen beginnen sich aufzulockern - und lassen erste Sonnenstrahlen durch. Wie der Weg wieder leicht abflacht, gewinnen wir noch vor dem Erreichen des Refugios Nuevos Horizontes endlich wahrhaftige Sonnenlichteinheiten - hier ergibt sich der heute beste, und leider einzige, einigermassen adäquate Blick zu unserem Gipfelziel(massiv).

Froh bin ich um den Halt in der sehr karg eingerichteten Hütte (auf 4740 m), plagen mich doch zunehmend Kopfschmerzen und Husten (welche beide das Fortkommen in dieser Höhe doch wesentlich erschweren).

Nach Trink- und Stärkungspause machen wir uns auf, den nur unwesentlich höher liegenden Pass La Ensillada (Boquéron) zu gewinnen. Hier, wieder in den Nebel eingetaucht, setzen wir die Helme auf, seilen an - und beginnt der ernsthaftere Teil unserer Tour. Die Szenerie ändert sich beinahe schlagartig: das Gelände ist nun durchwegs felsig, steil - und erheischt bald einmal erste Kraxeleinsätze - gefällt jedoch, trotz der nun wieder sehr eingeschränkten Sicht, vorzüglich.

Oft im leichten Auf und Ab turnen wir über einige Felspassagen, benutzen zwischendurch wieder Wegspuren - und erfreuen uns des attraktiven Ganges, auch ohne Weit-, doch mit interessanter Einsicht in die Bergstruktur (vulkanischen Ursprungs).

 

Eine etwas luftige Gratpassage haben Sacha und Emilio mit einem Fixseil eingerichtet - ohne Probleme, mit Genuss, meistern wir diese Stelle, wie auch - nach einem unschwierigen weiteren Hochstieg - nach einer Traverse einen ebenfalls vorgängig gesicherten abschüssigen Zwischenabstieg. Danach gilt es auf der via normal - mit entsprechendem Tempo - den steilen, sehr blockigen, Schlussanstieg zu „packen“. Und alsbald stehen wir oben, im Nebel, auf dem Illiniza Norte - Freude herrscht; doch nur von kurzer Dauer, ist es doch zu kalt, zu windig und eben ohne Aussicht.

 

Mit entsprechender Vorsicht steigen wir auf demselben Weg wieder zurück, danach wählen unsere beiden Führer jedoch die „Schnellvariante“ für den weiteren Abstieg und Rückkehr. Erst befestigen sie dazu ein 50m-Seil als Abstiegsunterstützung für eine steile, rutschige, Rinne, danach können wir schwachen Wegspuren in der grobschuttigen Halde abwärts folgen, bevor diese in ein gut surfbares Schuttfeld überleitet. Auf dem Descenso porel arenal  rutschen und steigen wir ab bis zur einfacher zu begehenden, langen Traverse zurück zum Camino al Refugio.

Auf der nun bekannten Strecke kehren wir - nach wie vor unter der Nebel-Wolkendecke - zurück zum Parkplatz La Virgen, Parqueadora.

 

Unser Chauffeur Santiago fährt uns danach mit gutem Fahrgefühl hinunter und weiter zu unserer nächsten Unterkunft, zur Lodge La Rinconada, Area de Camping.

Hier wird zwar eben erst eingefeuert (was nötig und echt erwärmend ist), doch geniessen wir - alleine im grossen, einfachen, Massenlager untergebracht - im schlichten Aufenthaltsraum die sympathische Gastgeberschaft und ein schmackhaftes Nachtessen.

 

Noch wusste ich es nicht definitiv - doch die stets zunehmenden Schmerzen und Beschwerden lassen mich (trotz Medikamenteneinnahme) bereits daran denken: dass dieser Gipfel auf meiner Ecuador-Reise das Highlight bleibt …

 

▲ 3 h 5 min bis Refugio Nuevos Horizontes (inkl. 2 x 10 min Pausen)

 

▲ 2 ¼ h (inkl. 2 x 10 min Pausen) bis Gipfel

 

▼ 1 h 5 min bis Seillösung

 

▼ 50 min La Virgen, Parqueadora

 

unterwegs mit Rajka, Ulrike, Hans-Peter, Ralf, Thomas und den Bergführern Sacha (CH) und Emilio (Ecuador)

 

die Zeiten meiner Lumix sind nicht auf die Ortszeit umgestellt, zeigen also 6 h Differenz an


Tourengänger: Felix


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