Lunae Montes - Teil 4 - Meru


Published by detlefpalm Pro , 2 June 2019, 18h07.

Region: World » Tansania
Date of the hike: 3 January 1981
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: EAT 
Time: 3 days
Height gain: 3000 m 9840 ft.
Height loss: 3000 m 9840 ft.

Eis am Äquator, Viertausender in Afrika. Die von Ptolemäus erwähnten Lunae Montes als große Attraktion. Die Schneemassen der Mondberge speisen die sagenumwobenen Quellläufe des Nil. Die Legenden um Burton, Speke, Emin Pascha, Stanley und Livingstone beflügeln die Phantasie. Entlang des Weges: Kilimanjaro, Mount Meru, die Virunga Vulkane und Mount Elgon. Und alles was dazwischen liegt. Terra incognita, 1980 - 1981

Miriakamba

Gamalieli ist 25 Jahre alt. Seine Kalaschnikow ist aus Argentinien und dreimal so alt wie er.

Es ist ungewöhnlich, dass Touristen vom Momella Gate den Meru zu Fuß angehen – eine Straße führt bis zum ersten Camp. Gamalieli hält ständig ein paar Steinchen in der Hand, um die Büffel zu vertreiben. Im Notfall wird er seine drei Schuss Munition werfen, um kein Risiko mit der Kalaschnikow einzugehen. Wir sehen Büffel, Paviane und Giraffen. Walking Safari.

Die zwei Hütten sind noch im Bau, und bodenlos. Wir sitzen draußen am Lagerfeuer. Der Peak Socialism hebt sich gegen die sternenklare Nacht ab. Ich höre zum ersten Mal bewusst afrikanische Musik, von Kenia.

Mir wird eine der Hütten zugewiesen. Ich bekomme sogar die Schlüssel. Gamalieli bringt das Lagerfeuer auf einer Schubkarre herein, lädt noch ein wenig Bauholz nach. Beißender Qualm. Der Schubkarrenreifen fängt Feuer. Ich stürze aus der Hütte, dem Erstickungstod nahe.
 
Little Meru

Alle drei brechen in schallendes Gelächter aus. Ich habe eine Runde Früchte-Tee aus Teebeuteln serviert. Dass ich meinen Tee ohne Zucker trinke, ist Anlass zur Heiterkeit.

Gamalieli und ich waren von der Miriakamba Hütte steil aufgestiegen, durch einen schalltoten Raum, im Dampf, es gab nur grüne Farben. An der Saddle Hut stießen wir auf die anderen Ranger, äußerst lustige Gesellen. Wir stellen fest, dass wir all gleich alt sind. Zusammen nehmen wir noch schnell den Little Meru mit. Die morgige Route auf den Mount Meru kann man von dort gut überblicken.

Es war ein guter Tag gewesen, nicht vergleichbar mit den Qualen am Kilimanjaro. Ich fühle mich fit. Dazu das weltbeste Klo, long drop, direkt am senkrechten inneren Kraterrand gebaut, 1000 Meter geht es senkrecht in die Tiefe, mit freier Sicht auf Berg und Tal.

Gelb geht die Sonne auf, im Frühnebel.

Peak Socialism

Vier Stunden brauchen wir von der Saddle Hut zum Peak Socialism. Die Route ist spektakulär. Ein schneidiger Aschegrat. Ein Traum in schwarz. Bianco in Black. Die Sicht fast Null. Für Sekunden reißen die Wollen auf und geben den Blick auf den Ashcone frei, tief unter uns. Die Felsen sind glitschig.

Gamalieli entrollt die tansanische Fahne. Ich fotografiere artig. Es schneit. Gamalieli trägt das Gipfelbuch bei sich. Auch der Weg zum Sozialismus ist lang und beschwerlich. Fünfzig Besucher im letzten Jahr, ein kleiner Bruchteil derer, die sich am Little Meru versuchen, als Eingehtour für den Kilimanjaro.

Wir machen den gesamten Rückweg am selben Tag; mehr als 3000 Höhenmeter bis zum Momella Gate. Gamalieli wird pauschal bezahlt; je früher er unten ist, umso eher sieht er seine Familie und die nächsten Kunden. Er kennt eine Abkürzung abseits der Straße, nah vorbei an Büffeln und Giraffen. Steine in der Hosentasche.

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