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 Short report 

Bei Grün aufs Rothorn


Published by lorenzo , 8 May 2019, 22h34.

Region: World » Switzerland » Valais » Mittelwallis
Date of the hike: 2 August 2003
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Mountaineering grading: AD
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-VS 
Time: 2 days
Height gain: 2545 m 8348 ft.
Height loss: 2615 m 8577 ft.
Access to start point:cff logo Zinal
Access to end point:cff logo Zermatt
Accommodation:Cabane du Mountet CAS; Rothornhütte SAC; Hotel du Trift
Maps:LK 1327 Evolène, 1328 Randa; H. Biner, Hochtouren im Wallis, SAC 1004; D. Silbernagel, S. Wullschleger, Walliser Alpen, topo.verlag 2010

Im August 2001 hatte ich das Zinalrothorn zum ersten Mal versucht: mit einem Bekannten übernachtete ich im Hotel du Trift und stieg am nächsten Tag bis zum Eisloch, wo ich um 8.30 wegen Eis, Schnee und v.a. durch Seilschaften über mir ausgelösten Steinschlag rot sah und umdrehte. Auf der Trift traf ich meinen Bekannten wieder, der strahlend vom Mettelhorn zurückkehrte und von der prächtigen Aussicht schwärmte. Ich meinerseits begann mich langsam daran zu gewöhnen, dass ich zur Besteigung eines grossen Viertausender mehrere Anläufe benötigte. Aber die liefen ja nicht weg. Mitten im Hitzesommer 2003 erzählte mir dann eine Kollegin beim Rudern auf dem Sarnersee von einer problemlosen Traversierung des Rothorns bei trockenem Fels über den N- und den SE-Grat, wobei sie sich allerdings am scharfen Rasoir, das sie rittlings überquert hatte, fast ihren Schritt geritzt habe...Ihr Bericht spornte mich an, das Rothorn auch von der Mountetseite her nochmals anzugehen, zumal ich am Rasoir ja höchstens mit blauen Eiern rechnen musste...

Noch im gleichen Sommer, am 1. August 2003 fuhr ich mit Zug und Postauto nach Zinal und machte mich auf den Hüttenweg zur Cabane du Mountet, auf dem ich mir mit Bergführer Michael Wicky, der oben einen Gast treffen wollte, ein amüsantes Wettrennen lieferte, das bei der Hütte schliesslich unentschieden endete. Da ich zuerst noch mit dem Rothorngrat geliebäugelt hatte, spiegelte ich über den Glacier du Mountet zum Einstieg, entschied mich dann aber angesichts der Spaltengefahr und dem durch die Gletscherabsenkung bedingten heikel aussehenden Zustieg (Bergschrund, glatte Platten) für den N-Grat (wohl zum Glück, den später erzählte mir eine Kollege, der den Rothorngrat einmal gemacht hatte, dass dieser auch für eine Seilschaft nicht ganz ohne sei). Beim Znacht sass ich am Tisch mit Michael und einem Führer aus dem Berner Oberland, die aus ihren Nähkästchen plauderten. Ich hörte ihnen gebannt zu, aber obwohl ich selber liebend gerne Bergführer geworden wäre, war ich froh, anderntags nicht die Verantwortung für einen mir kaum bekannten Gast übernehmen zu müssen.

Nach einer zum Glück ruhigen Nacht ohne die übliche Chlepferei zum 1. August gelangte ich zügig, zuletzt mit Steigeisen zur Epaule. Grünes Licht für den N-Grat: dieser war praktisch trocken und bot sehr schöne Kletterei. Ich musste mich nur am Rasoir mit zwei Schlingen und auf einer Seillänge an der Bosse sichern. Der Abstieg über den SW- und SE-Grat war dann wegen den vielen von der Rothornhütte aufsteigenden Seilschaften etwas umständlicher. Nach zweimaligem Abseilen über die Binerplatte und unterhalb davon war der Weg dann aber frei, und beim Abstieg zum Eisloch wurde ich glücklicherweise von Steinschlag verschont. Am Mittag erreichte ich die Rothornhütte und gab dem Hüttenwart von der Cabane du Mountet Entwarnung. Weiter unten kehrte ich im Hotel du Trift ein, wo Erinnerungen an meinen erfolglosen Versuch vor zwei Jahren wieder auftauchten, und 
schon bald bestieg ich in Zermatt  den Zug Richtung Visp.

Nach dem 
Sigriswiler, Brienzer oder Diemtigtaler Rothorn hatte ich nun mit dem Zinalrothorn das wohl höchste Rothorn der Alpen bestiegen. Aber noch blieben genug andere Rothörner, an denen ich mir die Zähne ausbeissen könnte: etwa den Rotenchasten, den Pizzo und Poncione Rosso, den Rosso, das Parpaner und Aroser Rothorn, das Bodmer Rothorn, das Rothorn am Aletschgletscher, das Rothorn im Jungtal, die Cima di Rosso, die Lauteraarrothörner, das Oberaar- und Finsteraarrothorn oder die Aiguilles Rouges d'Arolla. Wie alle diese dürfte für mich auch der Rotgrat noch im grünen Bereich liegen, während beim Rotbrättgrat (nach zwei Erkundungstouren: Steinschlag, Wassereis...), und erst recht beim Rotbrätt ("Fätze u Bitze") oder dem Pilier Rouge du Brouillard die Ampel wohl in absehbarer Zeit nicht mehr von Rot auf Grün umschalten wird...

Zinal-Cabane du Mountet
Von Zinal (1675m) gelben Markierungen folgend nach SSE und auf der Brücke über La Naviscence nach Teinson (1675m). Weiter auf der Alpstrasse W La Naviscence über Le Vichiesso (1862m) zur Brücke ca. 1910m NW von Moming. Auf dem weiss-rot markierten Bergweg am SW Rand von Moming hinauf zu P.2299 und wenig ansteigend entlang der Besso W-Flanke, bei P. 2587 den Tsina de Vio überschreitend zu P. 2723 zuunterst am Besso SW-Grat. Nach SE, zuletzt an Le Mammouth vorbei zur Cabane du Mountet (2886m), 1210Hm, 3h 30min-4h 30min, T3.

Zinalrothorn N-Grat (Normalroute von der Cabane du Mountet)
Von der Cabane du Mountet (2886m) auf dem eingezeichneten Weg nach SE zur Moräne und auf dieser bis zur Höhe von La Forcle ca. 3180m. Nach NE über Geröll auf den Glacier du Mountet, in einem weiten Rechtsbogen entlang der Arête du Blanc, die bei P. 3732 erreicht wird, und über den Firngrat (45 Grad) hinauf zu L'Epaule (4017m), 3h. Über den hier beginnenden Felsgrat einfach zum ersten Gendarm, der E umgangen oder überklettert (III, 5m Abseilen) werden kann. Auf dem schmaler werdenden Grat zu Le Rasoir, das überklettert (III, Bh), und weiter zur Sphinx, die W auf einem Band umgangen wird (Bh). Hangelnd über die schmale Bourrique (Esel) zum letzten Turm der Bosse. Über diesen hinauf (40m, III, 3 Abseilstände) und auf dem nun leichten Grat auf den Gipfel (4221m), 1h 30min, insgesamt 4-5h, 1335Hm, ZS.

Abstieg über den SW- und SE-Grat (Normalroute von der Rothornhütte)
Vom Gipfel (4221m) auf dem SW-Grat zur Kanzel, die SE umgangen, und weiter zu einem Turm, der NW umgangen wird. Nach einem flachen Gratstück nach W 2 SL über eine Rippe (III, Hk, Stangen) hinunter zur Biner-Platte. Über diese (III, Bh, Hk) hinab, nach SE zurück zum Grat und über einige Stufen zur Gabel. Auf einer Rippe SW einer Rinne, die nach SE durch die S-Flanke führt (II-III, Bh, Hk, 2 Abseilstände) hinunter und am Ende der Rippe nach NE in ein kurzes Couloir (Eisloch). Auf einem waagrechten, breiter werdenden Band nach SE zum zum Kanzel- bzw. SE-Grat. Über einige Stufen hinab zu P. 3912 und zuerst auf dem Schneegrat, dann auf dem folgenden Schneefeld zwischen P. 3761 und P. 3785 hindurch hinunter zum Frühstücksplatz auf ca. 3600m. Auf einem brüchigen Band nach E hinab zu einem Schnee- und Geröllfeld und Wegspuren folgend abwärts zu zwei Rinnen. Durch diese nach NE auf ein Schuttband und weiter nach NE zu einem Kamin (Wasserloch), der auf den Rothorngletscher hinab führt. Auf diesem nach SSW zur Rothornhütte (3197m), 1025Hm, 3-4h, ZS.

Rothornhütte-Zermatt
Von der Rothornhütte (3187m) auf dem weiss-blau markierten Bergweg über die orografisch linke Moräne hinunter zum Vieliboden (2452m). Auf dem weiss-rot markierten Bergweg zum Berggasthaus Trift (2337m) und weiter über den Stellistein und das Restaurant Edelweiss Alterhaupt (1961m) hinunter nach Zermatt (1616m), 1590Hm, 2h 30min-3h, T2.

Material: übliche Kletterhochtourenausrüstung mit 50m Einfachseil, 4 Express, 3 Schlingen, 2-3 kleinen bis mittleren Friends, Kk-Set und 2 Eisschrauben.

Fahrplan: 4 Uhr Cabane du Mountet, 8.30 Gipfel, 12 Uhr Rothornhütte, 14.50 Zermatt.

Fotos: analog mit einer Rollei 35 S und nachdigitalisiert.

Hike partners: lorenzo


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