COVID-19: Current situation

Winterfinale am Lüschgrat - Eine Symphonie in Weiß und Blau


Published by alpstein Pro , 2 April 2018, 19h12.

Region: World » Switzerland » Grisons » Domleschg
Date of the hike: 2 April 2018
Snowshoe grading: WT2 - Snowshoe hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Height gain: 670 m 2198 ft.
Height loss: 670 m 2198 ft.
Route:8 km
Access to start point:über N13 bis Thusis-Nord - Flerden - Urmein - Oberurmein, genügend Parkplätze an der Talstation
Accommodation:Einkehr: Lüschalp Älpli Bar (heute Saisonende)
Maps:map.geo.admin.ch

"Das war's noch nicht" dachte ich in Anlehnung an einen gewissen Uli H., als ich vor 1 1/2 Wochen mit den Schneeschuhen erstmals am Heinzenberg war. Bei den immer noch außergewöhnlichen Schneemengen, die ab etwa 1400 m anzutreffen sind und nach dem Wintereinbruch von dieser Woche, war relativ schnell klar, dass im Schönwetter vom Ostermontag nur eine Schneeschuhwanderung in Frage kommt. Mit dem Tguma war ein Ziel schon auserkoren. Wenn heute auch mit dem Lüschgrat nur Plan B umgesetzt wurde, hat sich der Besuch im schönen Bündnerland auf jeden Fall gelohnt. Bessere äussere Bedingungen gibt es kaum. Über die suboptimale Schneequalität für Schneeschuhe sieht man da schnell hinweg.

Planmäßig traf ich im Domleschg ein, als der Piz Beverin (2998 m)  in den ersten Sonnenstrahlen des Tages leuchtete. Pünktlich zu meiner Ankunft in Oberurmein (1579 m) bekam auch ich die ersten Sonnenstrahlen ab. Bei -4 Grad konnte ich die auch gut gebrauchen. Selten habe ich nämlich die erste halbe Stunde so an den Fingern gefroren. Die Schneedecke war nach 10-30 cm Neuschnee der letzten Tage nicht tragfähig. Gerne nutzte ich die im unteren Teil noch betonharte Skipiste für den kräfteschonenden Aufstieg. Keine Menschenseele war zu sehen. Einsam zog ich südlich an Rascheins (1845 m) vorbei Richtung Lüschalp (1977 m) hoch.

Das Drehbuch sah hier einen Richtungswechsel zum Bischolpass (1999 m) vor.  Die Verhältnisse verhießen jedoch nichts Gutes. Am ersten Schönwettertag nach den Schneefällen war von einer gescheiten Spur weit und breit nichts zu sehen. Aus der Erfahrung dieses Winters weiß ich, dass im Bruchharsch aus der angeschriebenen Stunde zum Tguma schnell mal 1 1/2 oder 2  werden können, vom Kraftaufwand ganz zu schweigen. Warum es sich so schwer machen, wenn es auch einfach geht. Und so landete ich schließlich schon wieder auf dem Lüschgrat (2181 m).

Ein Grat ist er in Wirklichkeit nicht, schon eher ein Plateau, auf dem man eine 360 Grad Rundumsicht genießen kann. Während der Gipfelrast zogen rasch Föhnfische von Süden auf, die dem Ganzen noch einen besonderen Touch gaben. Eine Symphonie in Weiß und Blau. Das helle Frühjahrslicht, die satt eingeschneite Winterlandschaft und der blau-weiße Himmel boten ein Bild, wie es wohl schöner kaum sein könnte.

Bei aller Schönheit  hieß es für mich aber auch wieder abzusteigen. Die Lüschalp war dabei eine willkommene Einkehrstation. Die Anwesenheit von Skifahrern soll dabei nicht verschwiegen werden. Mir machte das aber rein gar nichts aus.  Alles freundliche Menschen, die nichts anderes im Sinn  hatten, als die herrlichen Verhältnisse zu genießen. Zu meiner Überraschung war die Verköstigung heute am Saisonende zum halben Preis.

Bis nach Oberurmein lagen noch 400 Hm Abstieg vor mir. Nördlich von Rascheins habe ich dabei den Trail verlassen und bin querfeldein abgestiegen. Der Schnee verwandelte sich zwar in der "Mittagshitze" mittlerweile in Sumpf, was dem Vergnügen aber keinen Abbruch tat. Ein wunderschöner Bergtag ging so zu Ende. Ob es die letzte Schneeschuhtour in diesem Frühjahr war......?

Fazit: Die äusseren Bedingungen hätten zum Winterfinale kaum schöner sein können. Zu zweit hätte die Tour noch mehr Spaß gemacht, aber leider lässt dies der rechte Fuß von Esther derzeit nicht zu. Die nächsten Tage sind die Schneeschuhbedingungen nach dem Durchfrieren der Schneedecke sicher perfekt.

Route: Das übersichtliche Gelände oberhalb von Oberurmein kann kreuz und quer begangen werden. Topografische Schwierigkeiten gibt es nicht bzw. solche lassen sich einfach umgehen. Hier und da können auch Trails genutzt werden.

Hike partners: alpstein


Gallery


Open in a new window · Open in this window


Post a comment»