Pronzolo
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Gedanken sind das Allerschlimmste, was einem passieren kann.
Während ich, wie so oft, in ein wildes Tessiner Tal hineinsteige,
habe ich plötzlich den Gedanken,
dass das Tal auch gleichzeitig in mich selber hineinsteigt.
Durch die Nüstern, sozusagen.
Damals, vor vielen Jahren, als ich noch keine Kamera hatte, habe ich eine Zeitlang - oder von Zeit zu Zeit - die Taktik gehabt, mich während des Wanderns nicht um meine Umgebung zu kümmern. Also, genauer gesagt, mich nicht um die Schönheit der Natur oder des Weges (oder was auch immer) zu kümmern, sondern nur ganz einfach und gedankenlos vor mich hin zu wandern und vor mich hin zu schlurfen und vor mich hin zu kraxeln. Ich habe mich manchmal natürlich umgeschaut, nach rechts und nach links und nach vorwärts und zurück, aber gemäss meiner Taktik habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, was ich beim Umherschauen gesehen habe.
Komischerweise habe ich in den Nächten nach den Wanderungen trotzdem von den Gegenden um mich herum geträumt, die ich durchwandert hatte, und zwar in den allerschärfsten Farben und Formen.
Das kann logischerweise nur bedeuten, dass die Gegenden, die ich während meinen Wanderungen sozusagen bewusstlos durchwandert habe, nichtsdestotrotz (was für ein seltsames Wort) in mich hineingekrochen sind, ohne dass ich es gemerkt habe.
Das heisst aber im Klartext (Klartext ist übrigens eines meiner Lieblingswörter), dass die Gegenden, durch die man wandert, einen eigenen Willen haben, der mit dem Verstand des Wanderers macht, was er will (ist ja eigentlich logisch, weil ein Wille macht ja eigentlich immer was er will) (denn wenn ein Wille nicht machen würde, was er wollte, dann wäre er ja gar kein Wille).
Und jetzt kommt mein Hammerargument für meine These, dass nicht nur die Wanderer in ein Tal hineinsteigen, sondern dass ein Tal auch immer in den Wanderer hineinsteigt, während er in ein Tal hineinsteigt (für Wanderinnen gilt das selbstverständlich genauso):
Warum sind wir überhaupt fähig, einen Bericht über eine Wanderung zu schreiben? Na ja, das ist ganz einfach. Weil wir in unserem Kopf eine Erinnerung an die Wanderung haben. Aber wie kommt die Erinnerung an die Wanderung in unsere Köpfe? Weil die Landschaft oder das Tal oder was auch immer während der Wanderung in unsere Köpfe hineingestiegen sind und dort für alle Ewigkeit gespeichert bleiben. Wir können eine Wanderung zwar vergessen, zum Beispiel durch Alzheimer, aber gespeichert bleibt sie trotzdem, die Wanderung - auch über den Tod hinaus. Denn den Tod gibt es sowieso nicht, denn wenn es den Tod gäbe, dann wäre der Tod gar nicht der Tod, sondern das Leben. "Nur das Sein ist, Nichtsein ist nicht", das hat schon Parmenides der Grieche gesagt, bevor er endgültig und für den Rest seines Lebens nur noch Unsinn erzählt hat.
Pronzolo bleibt mir in der Erinnerung haften vor allem darum, weil es den ganzen Tag so unglaublich heiss war. Ich habe die ganze Zeit geschwitzt wie ein Esel.
Wegbeschreibung:
In Lodrino suche man die Einstiege ins Val di Lodrino. Wer diese Einstiege nicht findet, der sollte vielleicht lieber darauf verzichten, weiter ins Val di Lodrino hineinzusteigen.
??????
(Haha, sorry, diesen arroganten Kalauer musste ich unbedingt loswerden, ich habe leider auch meine arroganten Seiten ;-))
Dann steige man hinauf nach Durèda, und kurz nach Durèda geht es über eine Einstiegstreppe links hinauf nach Pronzolo. Wer diese Treppe verpasst, der hat halt Pech gehabt.
Während ich, wie so oft, in ein wildes Tessiner Tal hineinsteige,
habe ich plötzlich den Gedanken,
dass das Tal auch gleichzeitig in mich selber hineinsteigt.
Durch die Nüstern, sozusagen.
Damals, vor vielen Jahren, als ich noch keine Kamera hatte, habe ich eine Zeitlang - oder von Zeit zu Zeit - die Taktik gehabt, mich während des Wanderns nicht um meine Umgebung zu kümmern. Also, genauer gesagt, mich nicht um die Schönheit der Natur oder des Weges (oder was auch immer) zu kümmern, sondern nur ganz einfach und gedankenlos vor mich hin zu wandern und vor mich hin zu schlurfen und vor mich hin zu kraxeln. Ich habe mich manchmal natürlich umgeschaut, nach rechts und nach links und nach vorwärts und zurück, aber gemäss meiner Taktik habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, was ich beim Umherschauen gesehen habe.
Komischerweise habe ich in den Nächten nach den Wanderungen trotzdem von den Gegenden um mich herum geträumt, die ich durchwandert hatte, und zwar in den allerschärfsten Farben und Formen.
Das kann logischerweise nur bedeuten, dass die Gegenden, die ich während meinen Wanderungen sozusagen bewusstlos durchwandert habe, nichtsdestotrotz (was für ein seltsames Wort) in mich hineingekrochen sind, ohne dass ich es gemerkt habe.
Das heisst aber im Klartext (Klartext ist übrigens eines meiner Lieblingswörter), dass die Gegenden, durch die man wandert, einen eigenen Willen haben, der mit dem Verstand des Wanderers macht, was er will (ist ja eigentlich logisch, weil ein Wille macht ja eigentlich immer was er will) (denn wenn ein Wille nicht machen würde, was er wollte, dann wäre er ja gar kein Wille).
Und jetzt kommt mein Hammerargument für meine These, dass nicht nur die Wanderer in ein Tal hineinsteigen, sondern dass ein Tal auch immer in den Wanderer hineinsteigt, während er in ein Tal hineinsteigt (für Wanderinnen gilt das selbstverständlich genauso):
Warum sind wir überhaupt fähig, einen Bericht über eine Wanderung zu schreiben? Na ja, das ist ganz einfach. Weil wir in unserem Kopf eine Erinnerung an die Wanderung haben. Aber wie kommt die Erinnerung an die Wanderung in unsere Köpfe? Weil die Landschaft oder das Tal oder was auch immer während der Wanderung in unsere Köpfe hineingestiegen sind und dort für alle Ewigkeit gespeichert bleiben. Wir können eine Wanderung zwar vergessen, zum Beispiel durch Alzheimer, aber gespeichert bleibt sie trotzdem, die Wanderung - auch über den Tod hinaus. Denn den Tod gibt es sowieso nicht, denn wenn es den Tod gäbe, dann wäre der Tod gar nicht der Tod, sondern das Leben. "Nur das Sein ist, Nichtsein ist nicht", das hat schon Parmenides der Grieche gesagt, bevor er endgültig und für den Rest seines Lebens nur noch Unsinn erzählt hat.
Pronzolo bleibt mir in der Erinnerung haften vor allem darum, weil es den ganzen Tag so unglaublich heiss war. Ich habe die ganze Zeit geschwitzt wie ein Esel.
Wegbeschreibung:
In Lodrino suche man die Einstiege ins Val di Lodrino. Wer diese Einstiege nicht findet, der sollte vielleicht lieber darauf verzichten, weiter ins Val di Lodrino hineinzusteigen.
??????
(Haha, sorry, diesen arroganten Kalauer musste ich unbedingt loswerden, ich habe leider auch meine arroganten Seiten ;-))
Dann steige man hinauf nach Durèda, und kurz nach Durèda geht es über eine Einstiegstreppe links hinauf nach Pronzolo. Wer diese Treppe verpasst, der hat halt Pech gehabt.
Tourengänger:
mong

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Kommentare (2)