Badus 2928m & Co.


Published by Bergamotte , 19 May 2016, 11h34.

Region: World » Switzerland » Grisons » Surselva
Date of the hike:18 May 2016
Ski grading: AD
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR   CH-UR 
Time: 4:30
Height gain: 1570 m 5150 ft.
Height loss: 1570 m 5150 ft.
Route:14km
Accommodation:Gasthaus Piz Calmot (ausser Nebensaison)
Maps:256S (R. 900a, 901a, 235a)

Im Rahmen einer Ausweichtour stand ich bereits vor zwei Tagen auf dem Pazolastock. Die heutige Rundtour über eben diesen, den Rossbodenstock und den Badus hingegen war seit längerem geplant. So wusste ich bereits um die guten Verhältnisse im Gebiet. Nur das durchzogene Wetter im Süden bereitete mir etwas Sorgen. Schlussendlich kam ich aber mit einem blauen Auge davon. Bloss die Wetterscheide Badus lag in den Wolken.

Eigentlich wollte ich im Gasthaus Piz Calmot übernachten, doch der Hotelbetrieb ruht noch. Also lange Anreise ab Zürich und Aufbruch um 5:30 kurz nach Surpalits (1831m). Über eine teils dürftige Schneedecke steige ich Richtung Oberalppass hoch. Bei sicheren Verhältnissen muss nicht ganz bis zum Pass ausgeholt werden: Über einen steilen Rücken kann direkt nach Puozas aufgestiegen werden, wo man auf die Normalroute trifft. In diesem Moment geht in der Surselva die Sonne auf. Der Schnee ist angenehm griffig und ich komme gut voran. Nach dem Abrutschen vom Ostgrat gilt es einige Lawinenkegel zu queren (da ist noch nicht alles unten, früh dran sein!), anschliessend problemlos zum Pazolastock (2740m) hoch, wo auch dieses Mal ein unangenehmer Wind geht.

Der Rossbodenstock scheint von hier bereits zum Greifen nahe, kostet schlussendlich aber mehr Zeit als erwartet. Die Gratroute in die und ab Martschallücke (2684m) ist aber äusserst abwechslungsreich zu begehen. Je nach Verhältnissen sind kürzere oder längere Portagen nötig, insbesondere im steilen Aufschwung nach der Lücke. Nach knapp einer Stunde erreiche ich über den zuletzt breiten Rücken den Rossbodenstock (2836m). Von Süden drücken die Wolken, der Badus - mein letztes Gipfelziel - liegt nur ab und zu frei.

Nun folgt eine kurze Abfahrt Richtung Alp Tuma (kurze Stellen > 30°). Ich breche aber auf gut 2520m ab, um durch den Kessel am Fuss vom Parlet zum unauffälligen NE-Grat des Piz Tuma aufzusteigen. Das ist eine effiziente Route, um Rossbodenstock und Badus zu verbinden. Aber natürlich könnte man auch zum Lai da Tuma ausholen. Vom Grat quere ich zur Normalroute ab Tschamutt rüber, wo ich einen Türler in der Abfahrt kreuze. Übrigens, die offizielle Route zieht durch eine steile Mulde direkt Richtung Badus. In der Abfahrt mag das Sinn machen. Im Aufstieg hingegen gewinnt man den Badus Nordgrat meist bei P. 2749: logischer und sicherer. Der bereits verblasenen Spur des Vorgängers folgend ziehe ich zunehmend steil nach Süden, wo mich kurz vor dem Skidepot die Wolken verschlucken. Wobei, ich trage die Skier hoch zum Badus (2928m), weil ich ihn nach Süden überschreiten möchte.

Nach einer kurzen Pause (ohne Sicht) packe ich das zunächst so an: Fussabstieg mit Steigeisen über den stark eingeschneiten Grat. Die ersten Meter sind ziemlich schmal, anschliessend rasch einfacher. Nach gut 50 Höhenmetern wird mir die Sache kurz vor dem Abzweiger in die Flanke zu blöd. Wie bereits in meinem Bericht zum Gwächtenhorn erwähnt sollte Abfahren nach GPS die Ausnahme und nicht die Regel sein. Also wieder hoch zum Badus, der Ausflug hat zwanzig Minuten gekostet. Mittlerweile haben die Wolken auch auf der Nordseite zugenommen. Aber rechtzeitig vor der Einfahrt in den grossen Kessel zum Lai da Tuma (2345m) runter öffnet sich die Sicht. Lohnende Abfahrt zum See über leichten Sulz, bei geschickter Routenwahl nur wenige Stellen > 30°. Anschliessend Traumfirn in den Plaunca da Vadials. Es verbleibt die flache Schlussetappe nach Milez (1860m) runter, wo im Bachbett gerade noch genug Schnee liegt. Zum Abschluss beim Öffnen der Bindung noch einen unschönen Sturz in den feuchten Dreck... Ja, selbst auf den allerletzten Metern gilt es konzentriert zu bleiben!


Zeiten
1:40  Pazolastock
0:55  Rossbodenstock
1:10  Badus
0:45  Surpalits

Hike partners: Bergamotte


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