Jazzihorn


Publiziert von frmat , 10. September 2015 um 17:56.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 6 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 1100 m
Strecke:18km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PKW zum Mattmark Stausee (3SFr/Tag) oder Postbus, kostenlos mit Bürgerpass

Das Saastal bietet dem Wanderer zahlreiche Akklimatisierungsmöglichkeiten in beliebiger Schwierigkeit. Als solches war auch diese Tour gedacht, die zusammen mit Touren zum Egginer und aufs Stellihorn auf Höheres vorbereiten sollte. Leider vereitelte das Wetter, v.a. der Neuschnee vom Wochenende die geplante Tour, sodass es bei einer, dafür sehr lohnenden, Tageswanderung blieb.

Konnte ich vor einer Woche im Allgäu kaum der Hitze entfliehen war heute das Gegenteil angesagt. Das Auto am morgen zugefroren? Tatsächlich, doch strahlender Sonnenschein versprach einen perfekten, wenn auch kalten Bergtag. Ideale Bedingungen also einen der zahlreichen 3000er im weiten Rund zu erwandern. Da die Busse zum Mattmark Stausee nur einmal stündlich fahren entschied ich mich für das Auto, wobei man sich das Benzingeld und die Parkgebühr natürlich schenken kann. Der Bus ist mit dem seit einigen Jahren eingeführten Bürgerpass - wie auch diverse Seilbahnen - kostenlos. Da könnte sich das benachbarte Mattertal mal ne Scheibe von abschneiden.

Die Wanderung beginnt mit der Überquerung der Staumauer. Da diese fast 1km lang ist, ist die morgendliche Müdigkeit am Ostufer aus den Gliedern verschwunden. Der Weg am See entlang ist flach und für wirklich jedermann geeignet (T1). Erst nach ca. 20 Min. beginnt es eine Bergwanderung zu werden. Ein schmaler, stets bestens markierter und beschilderter Weg, führt bergan ins Ofental. Meist ist die Steigung sehr gering, sodass auf der ganzen Wanderung doch eine durchaus beachtliche Strecke zusammenkommt. Im Mittelteil des Ofentals verläuft der Pfad in ebenem Terrain über schöne Wiesenflächen, flankiert von steilen Schutthalden. Bislang völlig allein kann ich die warme Herbstsonne vollauf genießen. (2h, T2)

Der Genuss ändert sich bald, genau wie die Steigung. Wobei das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Wind kommt auf, aber gleich so richtig. Und mit dem Wind kommt die Kälte, sodass ich froh bin, dass die Steigung den Körper wieder etwas aufwärmt. Weiterhin bestens markiert wird das Gelände etwas anspruchsvoller und über viel Schutt und große Blöcke ist bald die schon lange sichtbare Jazzilücke erreicht. (1h, T3)

Nun ist dann für den Gelegenheitswanderer wahrscheinlich das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Aussicht am Gipfel ist aber auch nicht schöner als von hier aus. Beim Wandern stets im Rücken "wuchs" die Monte Rosa Ostwand über dem Monte Moro Pass in den Himmel, ein gigantisches Bollwerk aus Eis und Fels und mit 2400m die höchste Wand der Alpen. Auf der anderen Seite bricht die Jazzilücke jäh nach Italien hin ab, kein Platz für Leute ohne Schwindelfreiheit. Noch ist das Tagwerk nicht vollbracht, also folge ich dem Weg Richtung Antronapass ca. 10Min. Der Einstieg in die Flanke zum Jazzihorn erfolgt nicht bei der bereits von der Lücke aus sichtbaren Eisenstange, sondern ca. 200m weiter bei einer Holzstange. Man lasse sich nicht dazu verleiten, zu früh aufzusteigen, es wird schnell unerquicklich, selbst getestet. Ab der Holzstange leiten dann hin und wieder kleine Steinmännchen den Weg nach oben, ab und hat hat es seichte Trittspuren, jedoch keinen Weg. Meist geht es über wacklige Blöcke und viel losen Schutt steil hinauf, ehe man wenige Meter vor dem Gipfel den Südgrat und über leichte Felsen (umgehbar) den schönen Aussichtsgipfel erreicht. (30Min, T4+).

Den Übergang zum Stellihorn habe ich mir heute garnicht erst angesehen. Im aufkommenden Sturm hatte ich keine Lust über unbekanntes Gelände abzusteigen. Dieser schöne Berg ist eine willkommene Gelegenheit zum Wiederkommen. Für heute geht's den gleichen Weg zurück zum Auto.

Fazit: Bis zur Jazzilücke ausgesprochen lohnende und für fast jedermann durchführbare Wanderung, die meist nicht überlaufen ist. Oberhalb brauchts Spaß am Schutt und alpine Erfahrung im weglosen Gelände.

Tourengänger: frmat


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