Tiefenstock (3515m) - Genusstour mit "(Fixseil-)Unterbrechung"


Publiziert von simba , 10. Juni 2015 um 20:02.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 5 Juni 2015
Hochtouren Schwierigkeit: ZS
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-VS 
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 1450 m

Am Galenstock: Sicher zwei Dutzend. Am Dammastock: Diverse Gruppen. Am Tiefenstock: Niemand außer uns. Die Präferenzen der Tourengeher im Furkagebiet sind klar verteilt :)

So müssen wir uns weder den schönen Winterraum der Albert Heim Hütte noch den Anstieg zum Tiefenstock mit jemandem teilen. Letzteres ist auch deshalb von großem Vorteil, weil die Flanke hinauf zum Nördlichen Tiefensattel aufgrund von erheblicher Steinschlaggefahr kaum mehr als eine Seilschaft verträgt und aufgrund der bereits eher geringen Schneelage mit erheblichen "Einstiegsschwierigkeiten" verbunden ist.

Die Tour ist hier von Bombo bestens beschrieben - da kann man keine Besserung mehr erzielen. Bis zum Skidepot hatten wir top Verhältnisse: Trotz der warmen Temperaturen eine annähernd durchgefrorene Schneedecke, die sich ideal auch ohne Harscheisen im steilen Teil aufsteigen ließ und genussreich zum Skidepot unter dem Tiefensattel führte. In der Flanke zum Nördlichen Tiefensattel waren die Verhältnisse nach unserer Einschätzung dagegen alles andere als ideal und ganz anders als in Bombos Beschreibung: Kaum noch Trittschnee in der Anstiegsflanke und im Hang darunter, dafür umso mehr Schutt. Bei wenig Schnee mag die Absicherung (aufgrund zahlreicher Bohrhaken, Sicherungsstangen und den Fixseilen im unteren Teil deutlich einfacher sein, deutlich angenehmer, dafür aber etwaig technisch schwieriger gehts bei viel Schnee zu. Wir hätten ihn uns gewünscht ;)

Die ersten 20 Meter ab dem Bergschrund waren bei dem wenigen Schnee durch die linke Fixseilrinne (an der rechten bestand erhebliche Gefahr bei Annäherung an das Fixseil in den Bergschrund einzubrechen) extrem sportiv: Annähernd senkrecht mit kurzem kleinen Überhang, plattiger Fels, kaum Tritte und Griffe und extrem brüchig, nass und dreckig - nur mit beherztem Einsatz am Fixseil geht es hinauf, eine Prusiksicherung am Fixseil ist sehr zu empfehlen. Bei mehr Schnee stapft man wohl die ersten Meter deutlich einfacher hinauf, wir waren also einfach zu spät dran in diesem Jahr. Ohne Fixseil wäre zumindest für uns Durchschnitts-Bergsteiger hier rein gar nichts zu holen...Eine Bewertung der Schwierigkeiten gestaltet sich schwierig: Die ersten 20 Meter sind anstrengender als durchschnittliches "ZS-Gelände" und haben wegen der "Arbeit am Fixseil" auch wenig mit Klettern zu tun, danach bewegt man sich im WS-Hochtourengelände.

Nach der Einstiegspassage sind die alpinen Schwierigkeiten im Wesentlichen beendet: durch schuttiges Gelände (Steinschlag!) mit wenigen leichten Kletterstellen geht es erst nach rechts, dann leicht linkshaltend gerade hinauf in den Tiefensattel und von dort über guten Trittschnee einfach, aussichtsreich und wenig steil zum Gipfel.

Schade, dass das tolle Gesamtpaket dieser Skitour durch die 20 "krassen" Meter über dem Bergschrund arg beeinträchtigt wird. Nach Auskünften von Einheimischen soll der Tiefensattel alsbald "besser eingerichtet" werden, was den Anstieg - der binnen wenier Jahre wohl massiv an Schwierigkeit gewonnen hat -  hoffentlich wieder etwas entschärfen wird.

Anm: Im Sommer 2015 wurde am Einstieg um unteren Tiefensattel ein kurzer Klettersteig eingerichtet, um die senkrechte Passage über dem Bergschrund zu überwinden (http://www.gipfelbuch.ch/data/images/max/20160507-074906-z648.jpg). Jetzt ist diese Schlüsselstelle wieder deutlich leichter zu machen und die Hochtourenbewertung vermindert sich deutlich.

Tourengänger: simba

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