Mt Vélan 3761m (fast)


Publiziert von MicheleK , 27. Mai 2015 um 01:06.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum: 8 Mai 2015
Ski Schwierigkeit: S-
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2200 m
Abstieg: 2300 m
Strecke:s. Beschreibung

Der Plan war Freitag über eine Alternativroute auf die Cab. Velan aufzusteigen und Samstag den Mt. Velan über die Normalroute zu besteigen und über den Glacier de Valsoray abzufahren. Unser Zeitfenster zur Besteigung würde durch die Störung in der Nacht auf Samstag und die tageszeitliche Erwärmung begrenzt sein. Durchaus ein realistischer Plan, aber nicht 100% pro sicher dass das Fenster langen würde.

Tag 1 Aufstieg Cab. du Velan

Nicht gerade ganz frisch, aber munter vom Vortag am Wilerhorn, wechseln wir Gebiet.

Wir vermeiden den Normalaufstieg und starten einsam bei Burg-St-Bernard 1930m mit aufgeschnallten Skis und kurze Portage auf ca. 2100m. Nun fellen wir an und es geht den berüchtigten 700m Steilhang (W Expo) bis auf 2800m hoch; zuerst in Spitzkehren, dann zu Fuss auf der aperen Flanke (Wegspuren) nördlich von T. Perche Taelchen. Weiter hoch bis auf 2850m and nun mit Ski Traversierung zum Col des Proz 2779m, den wir zuletzt zu Fuss erreichen. Ohne Höhenverlust traversieren wir zu p. 2814m, und steigen dort in ein Paar Spitzkehren und zuletzt über Geröll zu Fuss zum Sattel W von p. 2922m. Dort eröffnet sich eine geniale Sicht  in den Geländekessel Le Velan Richtung Grand Combin und es erwartet uns eine eindrückliche Abfahrt in bester NO Expo zwischen grossen Lawinenkegeln bis auf 2320m; wir halten orographisch rechts, traversieren unterhalb der Felsen und spuren in Spitzkehren den steilen N Hang unterhalb der Hütte an (bei fortgeschrittener Tageszeit heikel) und stossen auf 2550m auf die Moräne. Von dort leicht zur Cab du Velan 2642m.

Zeit: 6h, 3x an/abfellen/Tragpartien, dadurch recht anstrengend, dafür absolut einsam.
Auf: 1300 Hm
Ab: 600 Hm

Wir sind diese Nacht die einzigen Gäste weit und breit, in einer Hütte die normalerweise rammelvoll ist. Wir erfahren, dass die Route über den Col De Gouille seit den ergiebigen Schneefällen vor einigen Tagen noch nicht begangen wurde. Zudem hats in der vergangenen Woche bekanntlich bis auf 3500m geregnet.. das kann ja lustig werden. Wir hoffen das nicht noch viel mehr in der Nacht dazukommt. Um 15 Uhr kommt ein starkes Gewitter und wie geplant fängt es an zu schneien...
Super Bewirtung mit grossen Portionen und guter Cornalin.


Tag 2: Cab Du Velan - Col de la Gouille - Mt Velan - Glacier de Valsoray - Bourg-St-Pierre 

Der Wecker geht um 5 Uhr und draussen regnet es. Wir schlafen weiter bis um 6 Uhr. Es ist alles in der Nebelsuppe aber es sieht besser aus und wir entscheiden go; Frühstück und um 7 Uhr laufen wir im Nebel los. Leicht an Höhe gewinnend geht es am rechten Rand (aufsteigend) des Glacier du Tseudet entlang bis auf 2800m wo der Gletscher auf seine linke Seite gequert wird. Nun der Steilhang bis auf 3000m mit Spitzkehren überwinden. Den Einstieg in die kettengesicherte Route finden wir auf Anhieb... aber wo sind die Ketten? wie befürchtet sind sie unter einem halben Meter Schnee begraben... Ski aufgebunden, Pickel und Steigeisen waren sowieso Pflicht, mühen wir uns spurend, traversierend und wo möglich Ketten ausgrabend den steilen felsdurchsetzten Hang hoch und sichern an den vorhandenen Ständen. Dies kostet uns ordentlich Zeit. Irgendwann sind wir oben am Col, trinken etwas und gehen grad weiter auf der anderen Seite steil runter. Von oben sichernd klettern wir die 200 Hm ab, dabei sind absteigende Traversen unumgehbar und wir graben dabei wieder die Ketten teilweise frei. Hier wären Sicherungsstangen viel sinnvoller. Es geht wiederum, zu dritt am Seil, viel Zeit verloren und als wir unten auf dem Gletscher anfellen ist es schon 11.30am. Die Schlüsselstelle der Tour ist das 45 Grad Couloir zum unteren Valsoray Gletscher und wir haben keine Angaben yur Befahrbarkeit. Man sollte zu dieser Jahreszeit vor 13 Uhr dort durch, also geben wir uns eine Umkehrzeit oben von 12:30. Wir steigen noch auf 3359m zum Col du Capucin und kehren dort um, 400 Hm unter dem Gipfel. Abfahrt tipp topp bis oberhalb des Couloirs. Dort ist ein riesiges Schneebrett runter und wir müssen etwas heikel in steilem Gelände über der Abrisskante abrutschen und dann darüber ins Couloir einsteigen. Vorsichtig fahren wir einzeln das Couloir ab, 150 Hm, max. 42 Grad. Unten präsentiert sich der Valsoray Gletscher ein einziger Lawinenkegel, der ganze N Hang unterhalb der Trois Frères hat sich mit dem Regen und der Wärme gelöst. Wir jedenfalls sind ziemlich froh aus dem Couloir raus zu sein und dürfen schönen Schwüngen yur Gletscherzunge runter. Vorbei an p. 2398m alles schiebend, kurzer Zwischenaufstieg und nun nochmals alles abverlangende Abfahrt im Wasserskimodus zum Talboden auf 2150m. 

Dort machen wir um 14.15 Uhr die erste Pause (!) trinken und essen, rüsten auf Approachmodus um, und laufen vollbepackt die 6 km talauswärts.  

Zeit: 7h45.
Auf: 900 Hm
Ab: 1700 Hm

Fazit:
geniale Tour, sehr abwechslungsreich, landschaftlich der Hammer, auch ohne Gipfel. Der wetterbedingte verspätete Start gepaart mit den vorgefundenen Bedingungen und dem Spuren am Col haben uns zu viel Zeit gekostet und es hat für den Gipfel nicht mehr gelangt. Angesichts der im Couli vorgefundenen Bedingungen die richtige Entscheidung. Am Folgetag durften dann die 60 angemeldeten Velan Anwärter von unserer Spur und den freigelegten Ketten profitieren... 

Bewertung:
D- Ski
AD global fuer den Col de la Gouille (Standsicherungen, abklettern - traversieren im 60 Grad Firn mit aufgebundenen Ski).

Tour mit Manu und Jochen. Wieder einmal Hammer gewesen.

Tourengänger: MicheleK


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