Monte Cadria (2254m), Gardaseeberge


Publiziert von Tef Pro , 7. Oktober 2008 um 20:06.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 4 Oktober 2008
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Aufstieg: 1350 m
Abstieg: 1350 m
Strecke:Val dei Molini - Malga Vies - Malga Cardia - Südgrat - Monte Cadria - Nordwestgrat - Malga Cadria
Zufahrt zum Ausgangspunkt:von Riva ins Val die Ledro, in Pieve di Ledro ins Val di Concei abbiegen. Circa 500 meter nach Lenzumo links auf eine kleine Fahrstraße ins Val dei Molini abbiegen. Parkplatz beim Fahrverbotsschild
Kartennummer:Lagir Alpina Nr. 16

An verlängerten Wochenenden ist am Lago di Garda halb München vor Ort, besonders wenn nördlich des Alpenhauptkamms das Wetter schlecht ist. Doch die Massen sind entweder im Fels beim Klettern, auf dem Bike beim Strampeln, auf Eisen auf einer Ferrata oder auf dem See beim Surfen, so daß man beim Wandern fast alleine ist. Dabei bietet die Umgebung eine Vielzahl von wunderschönen Touren.
Eine davon führt auf den Monte Cadria, der höchsten Erhebung der Gardaseeberge.
Dazu fährt man von Riva hinauf ins Val die Ledro, am Ledrosee vorbei ins wunderschöne, von einem Bergkranz umgebene Val di Concei.
Nun hatte es gestern auch hier im Süden kräftige Niederschläge gegeben, die oberhalb von 1500 Meter als Schnee gefallen waren, aber heute hatte der Nordföhn den Himmel blank geblasen. Also starteten wir bei blauem Himmel in noch leicht frostiger Luft vom Val Molini zuerst auf einem breitem, wegen der Steilheit meist betoniertem Weg im Mischwald bergan. So gewannen wir schnell an Höhe.
Vorbei an einigen Ferienhäusern erreichten wir bald die schön auf einem Sattel gelegene Malga Vies, 1555 Meter hoch. Bereits hier hat man tolle Ausblicke auf die Gardaseeberge.
Hier wendeten wir uns nach rechts und stiegen nun über freie Wiesenhänge auf einem alten Kriesgweg empor.
Es gibt übrigens in der Gegend sehr viele Kriegsspuren des 1. Weltkrieges, auf der anderen Bergseite des Val de Conzei z.B. beim Rifugio Pernici ist ein richtiges kleines Museum eingerichtet, ganz gut gemacht ohne Fingerzeig, aber auch sehr bedrückend.
An einigen Felsen vorbei kommt man auf die weite Hochfläche rund um die Malga Cadria (1941m), die sich uns heute als wunderschöne, frisch verschneite Winterlandschaft präsentierte. Vor uns lag nun ein hufeisenförmiges Tal.
Noch vor dem Erreichen der Almgebäude bogen wir rechts (Osten) ab und stiegen den markierten Pfad (Nr. 423) in Serpentinen hinauf zum Grat. Diesem folgten wir nun in nördlicher Richtung, teilweise wieder in Schützengräben. Dabei wechselt der Pfad mehrmals die Seite. Er ist zwar technisch nicht schwer, doch sind die schneebedeckten Grashänge, die wir queren, teilweise recht steil. So daß ein Ausrutscher nicht verziehen würde. Schwer aussehende Felsriegel überwindet der Pfad immer wieder überraschend einfach.
Schließlich kamen wir zum Gipfelaufbau, den man normalerweise erst einmal in der steilen Westflanke quert und dann von hinten hochsteigt. Da jedoch an der steilsten Stelle der Weg auf circa einen Meter abgebrochen ist, entschieden wir uns dazu, den Südgrat direkt aufzusteigen. Mit Vorsicht, teilweise den Schnee mit den Händen wegwischend, suchten wir uns gute Tritte zwischen Gras und Fels, um die steilsten Stellen zu überwinden.
Bald wurde es flacher und kurz darauf standen wir beim Gipfelkreuz.
Aussichtshöhepunkte sind hier die Brentagruppe im Norden und die Adamellogruppe mit dem markanten Care Alto in der Mitte im Nordwesten, nach Süden der Blick über die Poebene zum Appenin. Vom Gardasee sieht man nur ein ganz kleines Stück, aber der kleine Lago di Ledro liegt dunkelgrün tief unten. Neben dem Kreuz gibt es noch einen steinernen Altar, darunter ein nagelneues Gipfelbuch (nun mit HIKR Eintrag).
Der Abstieg führt ein kleines Stück nordwärts bergab und dann an zwei 1. Weltkrieg-Höhlen vorbei zum Nordwestgrat. Diesen stiegen wir nun auf einem schmalen Pfad abwärts und folgten dann dem Gratverlauf nach Westen, ehe wir an geeignter Stelle über die nun deutlich flacheren Wiesenhänge zum Pfad gelangten, der uns zurück zur Malga Cadria brachte. Der Schnee war mittlerweile deutlich weniger geworden, in zwei Tagen ist hier wieder alles schneefrei. Über den gleichen Weg kehrten wir wieder zum Ausgangspunkt zurück, und von dort hinab zum Gardasee, wo schon ein "Sundowner" auf uns wartete.

Unter normalen Verhältnissen ist die Tour höchstens T3, wir mußten sie  wegen des Schnees und des direkten Südgratanstiegs erhöhen

Tourengänger: Tef

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