Pigne de la Lé (3396m) via N-Grat


Publiziert von أجنبي , 22. September 2014 um 00:16.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Mittelwallis
Tour Datum:10 September 2014
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 1050 m
Strecke:Lac de Châteaupré – P. 2522 – P. 2590 – Cabane de Moiry CAS – Col du Pigne – Pigne de la Lé – retour auf gleicher Route
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto bis Lac de Châteaupré (Gratis-Parkplatz)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Auto ab Lac de Châteaupré
Unterkunftmöglichkeiten:Gite de Pralong (Zinal)
Kartennummer:LK 1:25.000: 1327 Evolène

Zum Abschluss unseres Aufenthalts im Val d'Anniviers wollten wir nochmals etwas höher hinaus. Madame hatte immer noch Mühe mit ihrem Fuss, weshalb wir eine steigeisenlose Tour ins Auge fassten. Mit der Pigne de la Lé, die man von Zinal aus bestens sieht, wurde schnell ein geeignetes Ziel gefunden. Da drei Tage zuvor das letzte Postauto bis ans Ende des Lac de Moiry gefahren war, mussten wir uns des Autos bedienen, um an unseren Ausgangspunkt beim Lac de Châteaupré zu gelangen. Dort starteten wir kurz nach 9 Uhr.

 

Nach wenigen Schritten war es Madame aufgrund ihres Fusses zum Abbruch zumute – nur ist das nicht ihre Art. Also biss sie auf die Zähne und je mehr Schritte ihr Geläufe zurück legte, desto wohler fühlte sich das Ding anscheinend an. Entsprechend steigerten wir auch unser Tempo und erreichten die Cabane de Moiry nach etwas mehr als einer Stunde (T3).

 

Von der Moiryhütte führt ein markierter, zumindest bei Tageslicht gut findbarer „Weg“ durch das Blockgeröll und hoch zum Glacier de Moiry. Wer denselben nicht betreten sondern zum Col du Pigne hochsteigen will, zweigt auf ca. 3000m nach links ab. Über etwas Schnee und ein paar Steinmännchen durch das Geröll folgend erreicht man ohne grosse Schwierigkeiten den Pass (2h ab Lac de Châteupré) und somit den Beginn des Nordgrats (T4).

 

Der Nordgrat der Pigne de la Lé besteht aus einem Haufen, teils instabilen Felsblöcken. Zunächst ist er relativ einfach zu begehen, doch schon bald müssen die Hände aus den Hosentaschen genommen werden. Im Aufstieg hält man sich am besten direkt am Grat, denn dort sind die Felsen am stabilsten. Selten weicht man in die Ostflanke aus, etwas öfter hingegen kann in die Westflanke ausgewichen werden, wo hin und wieder auch ein Pfad durch den Schutt führt. Es gibt sicher schönere Kraxeltouren als diese.

 

Als „Schlüsselstelle“ würde ich jene Passage inetwa in der Mitte des Grats bezeichnen, wo vergangenes Jahr eine Berggängerin nach Steinschlag abstürzte und ihr Leben verlor. Für einen Moment mussten auch wir vom Grat abweichen, da uns die Kletterei ohne Seil zu heikel war und an entsprechender Stelle Eis und und Schnee lagen. Links führt ein schmaler Pfad in die Ostflanke, macht einen markanten Knick und führt zurück auf den Grat. Der Fels dort ist recht brüchig und man sollte nicht zu fest daran rütteln. Alternativ kann die Stelle auch in der Westflanke umgangen werden: Entweder über Schnee (steil, Steigeisen und Pickel wohl eine gute Idee) oder (und das tat ich im Abstieg), in dem man einen markanten Felsturm umklettert (auch hier hält nicht ganz alles, was man anfasst...).

 

Nach dieser Passage wird die Kraxelei wieder etwas angenehmer und bald landet man auf einem Schneesattel kurz vor dem Gipfelgrat. Über etwas brüchigen Fels gelangt man einfach auf diesen Grat und erreicht in wenigen Schritten den Gipfel. Wir benötigten dazu insgesamt 2h 45min. Leider wichen die Wolken nie zur Seite, weshalb wir den Dent Blanche, der hinter dem Grand Cornier zum Greifen nah gewesen wäre, nie zu Gesicht bekamen.

 

Nach der Gipfelrast stiegen wir mehr oder weniger auf derselben Route ab. Für die Tour ist das Tragen eines Helms zu empfehlen, auch wenn man sich meist auf dem Grat bewegt.


Tourengänger: أجنبي


Galerie


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