Großvenediger, 3662 m bei Traumwetter


Publiziert von sqplayer , 6. September 2014 um 03:50.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Venedigergruppe
Tour Datum:28 August 2014
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1500 m
Strecke:15 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über Matrei ins Virgental bis Hinterbichl. Mit Venediger-Taxi (hält vor dem Gasthof Islitzer) zur Johannishütte.

Nach erfolgreicher Großglockner-Besteigung wollte ich die gute Akklimatisation nutzen und gleich noch den Großvenediger ranhängen. Einen Tag Pause gönnte ich mir aber.

1. Tag
Am 28.8. fuhr ich von meinem Urlaubsort Kals in ca. einer Stunde über Matrei ins hintere Virgental nach Hinterbichl. Dort nahm ich um 13 Uhr das vorher bestellte Venedigertaxi, welches mich über die rückenfreundliche Schlagloch-Straße zur Johannishütte auf 2100 m katapultierte :-)
Über einen sehr guten Steig über Grasrücken und schließlich Fels ging es in knapp zwei Stunden hoch zum Defreggerhaus auf 2962 m. Ich merkte, dass ich noch etwas den Glockner in den Knochen hatte und war trotz Akklimatisation etwas kurzatmig, da noch nicht komplett erholt.

Abends gab es dann eine leckere Suppe mit Croutons drin, dann Spaghetti und zum Dessert ein Stück Kuchen. Ich unterhielt mit sehr nett mit Andreas, einem Bergsteiger aus der Steiermark, mit dem ich auch das Zimmer teilte.

Apropos Zimmer...tagsüber waren schon 8 Grad im Zimmer und abends wurde es nicht besser. Das Defreggerhaus ist schon etwas in die Jahre gekommen und vermutlich nicht nach den neuesten Erkenntnissen der Wärmeisolation erbaut worden. Jedenfalls war es nachts abartig kalt, ich musste mir drei Wolldecken überlegen und zitterte vor mich hin. Ich erinnerte mich an die Worte des Taxifahrers, der das Defreggerhaus als "Kühlbox" bezeichnete :-)

2. Tag
Morgens um sechs gab es Frühstück, die üblichen drei Scheiben Brot. Vor der Hütte wurden dann die Klettergurte angelegt und in unseren Rucksäcken nahmen wir nur das nötigste für den relativ kurzen Aufstieg mit (2,5 Stunden).

Vom Defreggerhaus ging es ein kurzes Stück (ca. 20 Minuten) auf der Felsrippe aufwärts zum Einstiegspunkt in den Gletscher auf ca. 3100 m. Hier klinkte uns der Bergführer ins Seil ein und los ging es in unserer 6er-Seilschaft, ich war der vorletzte.

Es war ein perfekter Tag mit blauem Himmel. Im Schatten war es doch noch recht kühl, weswegen die Jacke nicht verkehrt war. Irgendwann kamen wir aus der Schattenzone raus, ließen das Rainerhorn rechts liegen und bewegten uns im Zickzack die etwas steileren Passagen hoch, wobei die nicht mal besonders steil waren. Drei kleine Spalten waren zu überspringen, obwohl das noch übertrieben ist, eher einen großen Schritt machen.

Am Gipfelhang steilte es dann nochmal auf und wir gingen weiter im Zickzack der Spur des Vortages hinterher. Am Grat verjüngte sich der Berg zusehends und irgendwann war vor uns der berühmte schmale Venediger-Gipfelgrat. Dieser wurde allerdings durch eine gute Schneeauflage entschärft und war gut zu gehen. Trotzdem war es doch ein mulmiges Gefühl. Du weißt: ein falscher Schritt und du rauscht ungebremnst die steile Firnflanke runter! Lt. Bergführer ist das sogar einmal passiert, dass jemand ausgerutscht ist, aber sie haben seinen Schrei schnell genug gehört und konnten ihn geistesgegenwärtig wieder hochziehen.

Derartiges passierte aber natürlich nicht und so erreichten wir heil das vor einigen Jahren wegen Schneeschmelze versetzte Gipfelkreuz auf 3662 m und hatten wunderschöne Ausblicke.

Im Abstieg nahmen wir noch das Hohe Aderl, 3504 m, mit, für das wir nur einen Mini-Umweg von ca. 20 Minuten gehen mussten. War auch im Preis inklusive :-)

Der Schnee wurde unter der direkten Sonneneinstrahlung etwas sulzig und an einer Gletscherspalte, in der sich einige Teilnehmer fotografieren durften vorbei ging es zurück zum Einstiegspunkt. Und warm wurde es, wir wurden geradezu gegrillt und ich war auch froh, meine Gletscherbrille und nicht nur eine Sonnenbrille dabei zu haben wegen der gleißenden Schneefläche.

Abstieg in ca. 1,5 Stunden zur Johannishütte und das Taxi gerade noch erwischt (fährt immer um halb).

Fazit: Einfache Hochtour und landschaftlich einmalig schön mit den sanften, weiten Gletscherflächen.

Tourengänger: sqplayer

Galerie


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