Trotzigplanggstock (2954m) via Südgrat


Publiziert von alpinos , 24. Juni 2014 um 22:27.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 7 Juni 2014
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: 4+ (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 850 m
Abstieg: 850 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PKW bis Chli Sustli; Parkmöglichkeiten.

Von Sonne, Schnee und Einsamkeit

Nachdem wir uns *gestern bei angenehmen Temperaturen in der Nordwand des Clariden vergnügt hatten, wollten wir heute etwas Fels zwischen die Finger bekommen und uns im alpinen Klettern üben...



Nach kurzweiligem Aufstieg von der Sustenpassstrasse zur Sustlihütte (2257 m) wanderten wir über teils ausgedehnte Schneefelder gen Norden. Spuren im Schnee wiesen uns den Weg an der deutlich gekennzeichneten Weggabelung vorbei und hinauf zum Firnfeld zwischen Murmets- und Trotzigplanggstock. Hier deponierten wir zunächst mal die nutzlosen Steigeisen - der Schnee war weich oder mit leichtem Harschdeckel versehen - und etwas mühsam erreichten wir schließlich den Einstieg des Südgrates. In der angenehmen Sonne genossen wir die herrliche und inspirierende Kletterei in guten Fels und mit großartigen Weit- und Tiefblicken. Lediglich die 4c über die Platte war mit Bergschuhen etwas beschwerlicher. Nach ca. 3h30min Kletterei hatten wir den Gipfel des Trotzigplanggstock erreicht.

Zunächst hatten wir noch mit dem Gedanken gespielt, weiter zum Wichelplanggstock zu gehen. Allerdings erschien uns der Abstieg von der Scharte durch das steile und vermutlich mit weichem, schmierigem Schnee bedeckten Geröllfeld sehr zweifelhaft. Der Abstieg vom Trotzigplanggstock war allerdings auch hier teilweise nicht gerade angenehm: immer wieder mussten wir durch den in der vergangenen Woche gefallenen und nun aufgeweichten Schnee hinab steigen oder queren. Zum Glück wiesen uns Spuren hier den Weg. Schließlich erreichten wir wieder das Schneefeld, durch das wir in Richtung Hütte wateten, an der wir mit triefend nassen Schuhen ankamen. Nachdem die Schuhe etwas getrocknet, die trockene Kehle befeuchtet und die brennenden Füße gekühlt waren, machten wir uns an den restlichen Abstieg.

Trotz des anstrengenden Schnees war die Kletterei ein Erlebnis: der gute Fels, die herrliche Routenführung und die landschaftlichen Eindrück in kompletter Einsamkeit machten diesen Tag unvergesslich.

Tourengänger: alpinos

Galerie


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