Dinara, 1831m


Publiziert von Linard03 Pro , 5. Juni 2014 um 18:40.

Region: Welt » Kroatien
Tour Datum:29 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: HR 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Strecke:Glavaš - Dinara - Glavaš
Zufahrt zum Ausgangspunkt:von Split: per PW bis nach Kijevo, dann rechts abbiegend nach Glavaš. Parkplatz entweder an der Bushaltestelle vor dem Ortseingang oder Anwohner um Parkerlaubnis fragen

Das verlängerte Wochenende über Auffahrt wollte voll ausgenützt werden – auf dem Programm standen drei Tage Kroatien & ein besonderer Familientag ;-). Zunächst freute ich mich also mal wieder auf Neuland, denn in Kroatien war ich noch nie. Soviel mal vorab: die Dalmatische Küste sowie das dahinter liegende Bergland sind absolut empfehlenswert!
 
Anreise
 
Direkt vom Büro ging’s am Mittwochabend auf den Flughafen und von dort mit einem Direktflug nach Split. Leider war das Büro der Mietwagenfirma um 22 Uhr bereits geschlossen, sodass wir erst mal per Taxi ins Hotel fuhren und den Mietwagen dann anderntags abholen wollten.
 
Aus vorangegangener Korrespondenz wusste ich, dass auch Sputnik an diesem Mittwoch in Splitwar. Er wollte sich uns anschliessen – allerdings wussten wir noch nicht definitiv, ob wir am Donnerstag oder Freitag auf den Dinara steigen sollen (wir hielten uns die Option zumindest bis zuletzt offen; je nach Wetterbericht). Der Wetterbericht sah dann für Donnerstag-Nachmittag prompt Regen voraus, für Freitag sah es besser aus.
Da jedoch Andi nur am Donnerstag Zeit hatte (Abreise am Freitag), wollten wir ihn nicht im Regen stehen lassen (dieser kam dann später von selbst …) und wollten es versuchen.
 
Allerdings galt es noch ein paar Hürden zu überwinden: zunächst mal wieder per Taxi vom Hotel zum Flughafen (ca. 25 Min.). Dann stellte sicher heraus, dass unser Mietwagen erst für Donnerstagabend gebucht sei … - aber für einen Aufpreis konnten wir dann trotzdem nach 9 Uhr einen Mietwagen ergattern.
 
Die Autofahrt in den Norden (unterbrochen von Proviant-Einkauf in Sinj) dauerte dann auch noch knapp 2 Std., sodass es schliesslich bereits ca. 11.20 Uhr war, als wir endlich bei der Siedlung Glavaš eintrafen. Wir fragten einen Anwohner, ob wir unseren Wagen bei der Mülltonne stehen lassen dürfen, was er auch bejahte. So machten wir uns um 11.30 Uhr bei (noch) schönstem Wetter auf den Weg.
 
Dinara, 1831m
 
Die Markierungen sind bereits in Glavaš vorhanden und leiten einen problemlos bis zum Gipfel. Die Orientierung ist somit grundsätzlich kein Problem, ausser man beachtet die Markierungen nicht (wie wir im Abstieg feststellten, doch dazu später).
 
Vorbei an der Ruine, welche gleich oberhalb des kleinen Ortes liegt. Weiter durch einen kleinen Wald, danach wieder durch offenes Gelände, nach wie vor moderat ansteigend. Nach etwa 1 Std. rasteten wir kurz, um etwas zu trinken. Die Aussicht reichte bis zum See „Peručko jezero“ zurück.
 
Nun folgte ein steilerer Abschnitt, welche uns auf eine Hochebene führte. Ein Wegweiser (der Einzige auf der ganzen Strecke) zeigte hier nach links. Fortan befanden wir uns in typischem Karstgebiet. Und wer wie ich mit den Winnetou-Filmen aufgewachsen ist, fühlte sich irgendwie unmittelbar in einen dieser Filme hinein versetzt ;-).
 
Allerdings galten unsere Blicke fortan eher den aufziehenden, dunklen Wolken. Das bereits eher zügige Tempo wurde nun noch etwas verschärft, als prompt die ersten Regentropfen fielen. Schnell die Regenjacken angezogen und weiter ging‘s. Zunächst ergoss sich ein Graupelschauer über uns, wenige Minuten später goss es bereits aus Kübeln. Leider fand sich nirgends ein Unterstand.
 
So stapften wir bei strömenden Regen weiter bergan, bald bis auf die Haut durchnässt. Noch ein kleiner Verhauer, weil wir nicht mehr auf die Markierungen achteten. Jedoch nicht weiter schlimm, wir gelangten nun auf den Kamm, von wo aus der Gipfel bereits in Sichtweite lag. Es folgte allerdings nochmals eine Senke, bevor wir dann endgültig zum Gipfelstein des Dinara (1831m) gelangten. Er soll übrigens minim höher liegen, als das eigentliche Gipfelkreuz, welches ca. 100m weiter entfernt steht.
 
Während Sputnik die obligate Banane im strömenden Regen verdrückte, war mir nicht nach langem Rumstehen zumute – zu garstig war das Wetter. Zudem wurde mir aufgrund der Nässe schnell kalt, obwohl die Gipfeltemperatur bei (grundsätzlich angenehmen) 6 Grad lag.
 
Also machten Markus & ich nach 2, 3 Fotos wieder rechtsumkehrt und stiegen sofort ab; das Gipfelbuch liessen wir ebenfalls links liegen. Und es kam, wie es kommen musste: je weiter wir abstiegen, desto besser wurde das Wetter … Als wir schliesslich wieder auf die Hochebene gelangten, hörte es auf zu regnen. Wie erwartet, hat uns zwischenzeitlich Andi ein- und überholt; war aufgrund unserer Fotopausen irgendwann auch ausser Sichtweite.
 
Wir stiegen nun ohne weitere Pause weiter ab, denn so ganz trauten wir der Sache nicht. Als wir wieder beim kleinen Wald ankamen, sahen wir bereits die Ruine oberhalb Glavaš und dachten, das wäre jetzt nur noch eine Sache von ca. 20 Min. Aber irgendwie folgten wir unbewusst plötzlich einem alten Weg, die Markierungen waren weg. „Spanisch“ kam uns das lose Geröll zwar vor, konnten uns jedoch zunächst keinen Reim darauf machen.
 
Als der Weg jedoch zu enden schien und wir im Gebüsch landeten wussten wir, dass etwas falsch ist … Doch wo war der richtige Weg? Nirgends etwas auszumachen. Ganz absteigen und dem Fluss folgen? Ein zögerlicher Versuch liess uns bald abbrechen; dass sah dann mind. nach T5-Gelände aus, zudem total unübersichtlich …
 
Es half nichts, wir mussten wieder aufsteigen. Bald stiessen wir wieder auf den richtigen Pfad und auch die Markierungen waren wieder ausreichend vorhanden ;-). Zudem wir sahen auch bald, wo wir falsch abgebogen waren (…).
Der Umweg hat uns zwar mind. 20 Min. gekostet, war aber nicht weiter schlimm. Wenig später erreichten wir dann wieder unseren Ausgangspunkt in Glavaš. Das Auto stand wie erwartet unversehrt da; wir hatten ja einen (Hunde-)Bewacher angestellt ;-).
 
Sputnik war ebenfalls schon da und hatte seine nassen Sachen vor dem Auto ausgebreitet. Wie er uns erzählte, verfehlte er ebenfalls im selben Gebiet wie wir den richtigen Weg und schlug sich dann dem Fluss entlang durch …
Nachdem wir uns unseren klitschnassen Sachen entledigt hatten, fuhren wir mit dem Auto wieder nach Split zurück.
 
Am Abend trafen wir uns nochmals am Hafen, um dann in der Altstadt gemeinsam das wohlverdiente Nachtessen zu geniessen und auf einen weiteren europäischen Landeshöhepunkt anzustossen. Derweil Sputnik am nächsten Morgen nach Zagreb zurückreisen wird, werden wir noch ausgiebig Split erkunden.
 
Fazit:
Eine einfache Wanderung in herrlicher Umgebung. Als „Schönwetter-Wanderer“ empfand ich zwar den strömenden Regen äusserst störend (ich glaube, ich wurde noch nie derart durchnässt auf einer Wanderung …) – andererseits hat’s natürlich Spass gemacht, diesen Gipfel zu dritt zu besteigen!
 
Zeiten:
Glavaš (11.30) – Dinara (14.25): 3 Std.
Dinara (14.30) – Glavaš (17.00): 2.5 Std. (inkl. Verhauer)
 
Tour mit Markus & Sputnik


Tourengänger: Linard03


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Kommentare (4)


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Sputnik Pro hat gesagt:
Gesendet am 5. Juni 2014 um 19:40
Hallo Richard,

Ein toller Bericht, es war toll mit euch unterwegs zu sein. Nun wird's leider schon bald schwierig einen Europäischen Landeshöhepunkt zu finden auf dem wir beide noch nicht waren. Übrigens ich hab es nochmals geprüft wegen den Minen. Das Gelände zwischen Glavaš und dem Dinara ist nach der Karte der kroatischen Minenräumungsseite unbelastet. Dafür hätte es neben der Strasse zum Beginn des Peručko jezero im Gelände einen gefährlichen Sprenggürtel gehabt.

LG, Andi

Linard03 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 7. Juni 2014 um 10:52
Hoi Andi,

ja - hat definitiv Spass gemacht, wieder mit Dir unterwegs zu sein! Weiss nicht, ob es wirklich der letzte gemeinsame europ. Landeshöhepunkt war - Du musst ja nochmals nach Kosovo ... ?!?

LG, Richard

pika8x14 Pro hat gesagt:
Gesendet am 7. Juni 2014 um 19:53
Hallo Richard,

herzliche Gratulation zu einem weiteren Landeshöhepunkt.

Viele Grüße aus Junik, Andrea + André.

PS: Dass die Hunde lieber Euer Auto bewachen, als auf den Gipfel mitzugehen - ist vermutlich ein sicheres Zeichen für anstehenden Regen ;-). Bei tef und uns haben sie jedenfalls am Gipfel ihre Proviant-Ration eingefordert.

Linard03 Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 9. Juni 2014 um 22:01
Danke Euch beiden!

Also die Hunde sahen ziemlich müde aus ... - entweder waren erst gerade auf Tour oder sie trauten tatsächlich dem Wetter nicht so recht ... ;-)

Gruss, Richard


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