Vanil und Meringue


Publiziert von Zaza , 19. Mai 2014 um 17:51. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Freiburg
Tour Datum:19 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-FR 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 1000 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit PW oder Velo bis Gros Mont. Mit öV nicht erreichbar, nächste Haltestelle ist Pra Jean, von dort viele Km zu Fuss auf der Strasse (kein Wanderweg). An schönen Wochenenden ist Autostop meist problemlos möglich.
Kartennummer:1245

Vanil d'Ardille und Vanil du Croset sind zwei wenig bekannte Gipfel im Nordostgrat der Dent de Brenleire. Wie man in der Literatur liest, kommt der Name "Ardille" vermutlich von einem veralteten Wort für einen sehr steilen Ort...was nicht von der Hand zu weisen ist.

Wir kurven auf der interessanten Fahrstrasse von Pra Jean bis zum Parkplatz am Beginn der schönen Hochebene von Gros Mont, wo die Älpler daran sind, ihre Häuser und Zäune für den Sommer herzurichten. Wir folgen dem Fussweg nach Croset Dessous und dann kurz der Fahrstrasse Richtung Gros Croset (P. 1603) bis auf etwa 1600 m. Nun gehen wir weglos über einen recht ausgeprägten Grasrücken, der gegen oben zusehends steiler wird, bis in die Nähe der Felswand. Hier findet sich ein roter Punkt an einem Fels (vgl. Foto) - wenige Meter weiter oben verzweigen sich die beiden möglichen Routen.

Wir folgen zuerst einem angenehmen Grasband mit schwachen Tierspuren, das von links nach rechts zum Grat führt, den wir knapp unterhalb des Vanil de l'Ardille erreichen. Der Gipfel ist nun in wenigen Minuten erreicht (bis hier T5). Nun gehen wir über den Grat Richtung Vanil du Croset, was ein wenig Kraxelei erfordert. In der tiefsten Stelle kommen wir quasi live an einer Gemsengeburt vorbei. Wir halten uns möglichst fern und erreichen bald den Vanil du Croset (bis hier T5+). Nun ist zuerst die tiefste Einsattelung zwischen diesem Gipfel und der Dent de Brenleire zu erreichen. Das ist kein Zuckerschlecken, denn das sehr steile Gras, durch das man absteigt, ist noch ziemlich feucht (T6). Schliesslich ist der Sattel erreicht und wir stellen fest, dass die obersten Meter des Abstiegs Richtung Süden arg steil und unübersichtlich sind.

Wir wollen kein Risiko eingehen und kraxeln also über den Grat zurück (mit einem Bogen um die Muttergemse), um vom Vanil de l'Ardille auf der gleichen Route den Grat wieder zu verlassen. Nun gilt es bei der Gelegenheit noch, die direkte Variante nach dem roten Punkt zu erkunden: Man ersteigt ein grasiges Couloir bis an die Felsen. Der direkte Aufstieg zum Grat ist nicht einfach. Man kann aber horizontal nach links queren (Gras), um dann ein kurzes erdiges Couloir zu ersteigen, das in einfaches Gelände führt. Oder man hält rechts, ersteigt einen Felsspalt und klettert dann über einen felsigen Rücken auf den Grat hinauf.

Beim Rückweg muss ich aus Gründen, die ich nicht erwähnen darf, nachschauen, wie denn der Aufstieg zum Couloir zwischen Brenleire und Croset von unten aussieht: Happig, aber machbar im Aufstieg, wenn man genau in den tiefsten Punkt gehen möchte. Sinnvoller ist es zweifellos, weiter links zu halten, wo sich über steiles Gras der Nordgrat der Dent de Brenleire etwas weiter oben gewinnen lässt (auf der LK gut zu erkennen). Danach gehen wir runter zum Gros Mont und lassen die Tour anschliessend in der schönen Alpwirtschaft Les Invuettes (Klick) am Beginn der Strasse Richtung Gros Mont ausklingen. Und decken uns auch gleich mit leckerem Käse ein. 

Hinweis: Die Überquerung von Vanil de l'Ardille und Vanil du Croset lässt sich gut als Auftakt einer langen Gratüberschreitung wählen. Danach zum Beispiel weiter über Brenleire und Folliéran und vielleicht bis zum Vanil Noir oder gar zur Dent des Bimis (Klick). Dabei ist zu beachten, dass der Brenleire-Nordostgrat anspruchsvoll ist. Es ist aber möglich, die happigsten Stellen zu vermeiden, in dem man auf den Ostgrat ausweicht.

Tourengänger: Zaza, jimmy


Galerie


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