Les Millets - Vanil de l'Aille


Publiziert von Zaza , 10. Mai 2014 um 20:21. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Freiburg
Tour Datum:10 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-FR 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1400 m
Abstieg: 1400 m
Kartennummer:1245

Les Millets, ein wenig spektakulärer Gipfel der Haute Gruyère, bietet schöne Rundblicke über praktisch alle Gipfel des Französischsprachigen Teils des Kantons Freiburg. Die meisten Besucher kommen zweifellos im Winter mit den Skis daher, aber der Gipfel lässt sich auch im Sommer in eine hübsche Überschreitung von Lessoc nach Grandvillard einbauen. Die Zusatzrunde über den Vanil de l'Aille ist hingegen nur etwas für Gipfelsammler, die sich von botanisch angehauchter Kraxelei nicht abschrecken lassen.

Wir starten In Lessoc, das wir nach kurzem Anmarsch von der ausserhalb gelegenen Bahnstation erreichen. Zu den Besonderheiten des Dorfes gehört neben der viel gerühmten Auberge de la Couronne auch der eigenartige Dorfbrunnen von 1796, der aus einer Art Marmor gebaut ist. Als nächstes gehen wir in die Gorges du Mury, wo dieses Gestein bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein abgebaut wurde. Der breite Schluchtweg (mit einem kleinen Tunnel) ist ziemlich überwachsen, aber wir kommen problemlos bis zu P. 992, wo sich ein kleiner Unterstand befindet. Möglicherweise könnte man weiter im oder neben dem Bachbett aufsteigen, aber das ist etwas für künftige Erkundungen. Darum kraxeln wir gleich hinter dem Hüttchen steil durch den Wald aufwärts (T4), dann über eine steile Weide zu P. 1165 (Gros Jablo). Nun gehen wir dem Fahrsträsschen entlang, was meist uninteressant ist. Gegenwärtig windet es sich aber durch diverse Wiesen voller Narzissen in die Höhe - "la neige de mai" ist also nicht nur oberhalb Montreux zu finden! Wir erreichen Les Plans und dann den hübschen und markierten Weg, der genau über den aussichtsreichen Grat bis zum Kreuzgipfel von Les Millets zieht. Vom Kreuz ist in Kürze P. 1886, der höchste Punkt, erreicht.

Für den Abstieg ist es die beste Lösung, den Rücken von Verolien zu verfolgen, um dann über Cavouettes und die kleine Kapelle La Frasse (P. 936) nach Grandvillard abzusteigen. Während stretta diese vernünftige Route wählt, mache ich eine Zusatzschlaufe und steige zuerst über den NE-Grat von P. 1857 ab (eher mühsam), um dann über Les Brys und Liéry Odet die Hütte von L'Aille zu erreichen. Nun steige ich bis etwa 1450 m in offenem Gelände Richtung NE an, steige dann schräg aufwärts in den Wald, um auf den von Felsbändern und Gehölz geprägten Südgrat Richtung Gipfel aufzusteigen. Dem obersten Felsband folge ich an seinem Fuss, um zuletzt von rechts durch eine steile und erdige Rinne zu P. 1664 zu gelangen (T5). Viel Besucher scheint der Vanil de l'Aille nicht zu haben, denn es findet sich nicht einmal ein Steinmann.

Die Abstiegsroute über den NW-Grat ist einfacher zu finden, aber wegen des Bewuchses auch nicht ganz mühelos (T4). In Le Revers angekommen schüttle ich mal Nadeln, Geäst und (hoffentlich) Zecken aus Kleidern und Rucksack und mache mich an den Abstieg nach la Frasse, wo wir uns wie vereinbart wieder treffen. Wir machen uns bei zunehmend grauem Himmel an den Abstieg nach Grandvillard, strecken beim ersten Auto den Daumen raus und werden von einem netten Paar gleich bis Bulle mitgenommen. Wo wir es uns wie üblich nicht nehmen lassen, regionale Spezialitäten einzukaufen...

Hinweis: Das Kartenbild vermittelt den Eindruck, dass es unschwierig sei, von Les Millets über den Hang ob dem Arche de la Tornette zum Pra de Cray zu gelangen. Das trifft nicht zu, denn der Verbindungsgrat zwischen dem Haupt- und dem Ostgipfel ist abschüssig und aus offensichtlich brüchigem Fels. Von einer Begehung ist abzuraten, sofern man nicht über einen besonders leistungsfähigen Schutzengel verfügt.

Tourengänger: Zaza, stretta


Galerie


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