Gross Ruchen 3138m


Publiziert von Bombo , 9. August 2008 um 01:36.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 6 August 2008
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 6:45
Aufstieg: 2050 m
Abstieg: 2050 m
Strecke:Parkplatz SB Sittlisalp - Brunni - Nösslenen - Ruch Chälen - Ruchchälenpass - Ruchenfirn - Gross Ruchen - Abstieg ähnlich wie Aufstieg (mehrheitlich auf Firn abgerutscht)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Klausenpass-Strasse, Unterschächen, Wegweiser Seilbahn Sittlisalp - Parkplatz Talstation SB Sittlisalp
Unterkunftmöglichkeiten:div. Hotels an der Pass-Strasse
Kartennummer:LK 1:25'000, Bl 1192 "Schächental"

Ein langer Weg, ein lautes Fluchen - es lohnt sich, der Gross Ruchen!

Dem Bericht von Schlumpf gibt's eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, denn dieser war Grundlage für meine Tour und bis auf ein paar einzelne Details, welche ich gleich noch erwähnen werde, ist dieser absolut vollständig und sehr hilfreich.

Zusammengefasst erwähne ich gerne nochmals, dass der Aufstieg bis zum Ruchchälenpass 2612m sehr schweisstreibend ist und nicht unterschätzt werden sollte. Genügend kleinere Pausen einschalten kann hier sicherlich nicht schaden, denn wer auf der Passhöhe ist, der sieht zwar den Gipfel schon greifbar nahe, aber auch das letzte Stück will verdient sein.

Tip zum Aufstieg von Brunni nach Nösslenen und weiter bis Ruch Chälen: Der optimale Weg zu finden ist in der Morgendämmerung nicht sehr einfach. Es gibt jedoch einen gut ausgetretenen Pfad, welcher zuerst rechts und dann später links vom Bach, welcher vom Ruch Chälen kommt, entlang geht. Dieser Pfad führt einem bis kurz unterhalb Nösslenen - selbstverständlich kann man auch auf eigene Faust drauf los, doch vorsicht vor den tausenden von versteckten und heimtückischen Steinen in der Alpwiese. Das gefährlichste an der Tour ist nicht der Aufstieg oder die Gipfelkletterei, sondern die vielen versteckten Steine, welche nur so einladen, um sie die Fussgelenke zu verletzen...

Tip zum Aufstieg im Ruch Chälen: Schlumpf wählte als Aufstieg die Schneevariante - sicherlich fuss- und gelenkschonender. Ich selbst wählte den Moränenaufstieg, welcher auf einem geebneten Pfad schön aufwärts verläuft - dies jedoch, weil mir die Schneevariante nicht mehr präsent war. Empfehlung: je nach Technik-Vorliebe kann beides empfohlen werden, ich selbst würde ein nächstes Mal sicherlich die Schneevariante empfehlen. Wer diese wählt, soll unmittelbar oberhalb des Bach-Wasserfalls einsteigen - ein sehr kleiner Steinmann weist den Weg zum Einstieg.

Tip zum Ruchenfirn: Das Chanzeli wie beschrieben im Firn (am besten mit Steigeisen) umgehen - am einfachsten geht man jedoch schon beim Ruchchälenpass mitten auf den Firn anstatt noch lange an der Kante herumzustolzieren - weiter oben sollte man nämlich sowieso leicht links halten und dann käme man mit meiner beschriebenen Spur zusammen. Ich selbst wählte auch die Kantenlinie, würde ein anderes Mal aber klar mehr links aufsteigen.

Tip zum Ruchenfirn bei P2842:
Vorsicht, es zieht dort eine sehr lange und heimtückische Gletscherspalte quer über den ganzen Firn. Ich selbst habe diese einfach übersprungen und das geht auch ganz gut - unbedingt jedoch vorher mit dem Pickel die Brücken abtasten.

Tip zum Gipfel-Aufstieg: Schlumpf hat es richtig beschrieben, der optimale Aufstieg verläuft ziemlich exakt über dem Ostgrat - ich wollte es besser wissen und bin links davon aufgestiegen. Anfangs noch relativ einfach (II) - jedoch überhaupt nicht sicher, da sehr brüchig - und dann weiter oben plötzlich nur noch Riss- und Kaminkletterei (III-). Das ganze wird deshalb so erschwert, weil der Fels überall sehr brüchig und lose ist - ein 3-Punkte-Stand ist die Normalität, nicht selten hängt man jedoch sogar an 2 Punkten... Beim Abstieg sieht man dann sehr gut, wo die "Normalroute" verläuft, diese eignet sich dann auch ganz gut zum absteigen.

Tip für den Abstieg: Ich habe vollständig auf die Steigeisen verzichtet und bin eigentlich wo immer es ging "abgerutscht" - einmal jedoch auch unfreiwillig auf blankeis, da ging's dann ca. 15 Meter so schnell runter, wie ich woll noch nie runter gehen wollte... die kleine Blutspur könnte noch immer ersichtlich sein... ist also kein Sahara-Wüsten-Staub... :-) Ich kann den Steigeisen-Verzicht nur empfehlen, doch eben Vorsicht beim Ruchenfirn. Der Ruch Chälen Firn ist zum abrutschen ziemlich mühsam, da dieser richtige "Windwellen" hat und man so alle paar Zentimeter wieder zum stehen kommt. Im Endeffekt ist dieser Abstieg aber immer noch bequemer als der mühsame Schotterabstieg über die Moräne.

Für den Abstieg von Brunni zur Talstation der Seilbahn Sittlisalp gibt es wie beschrieben den "alten Brunniweg" oder die Strasse. Ich wählte bewusst die Strasse in der Hoffnung, dass ein Bergbauer mit seinem Auto ins Tal fährt. Und siehe da, die Hoffnung wurde erhört - ich kann diese Variante also nur wärmstens empfehlen...

Nebenbei: Im Gipfelbuch sind zur Zeit praktisch alle Einträge von der "Ruchen Nordwand" - die meisten Einträge jedoch von Personen mit Bergführer. Ich selbst habe die Wand angeschaut und sehen zur Zeit ein grosses Fragezeichen. Respekt vor den Besteigern dieser gefürchigen und sehr langen Nordwand. Ist jemand von der Hikr-Gemeinde schon mal dort durch? Gemäss einem einheimischen Bauern nehmen die Seilschaften zwar ein Seil mit, brauchen dieses jedoch nur sehr selten - kann aber nicht sagen, ob das stimmt.

Meine Zeit von 6 3/4 Std. - inklusive Kurzpausen, exklusive Gipfel-Pause! - setzt sich wie folgt zusammen:

Start um 05.55 Uhr, Gipfel um 10.40 Uhr erreicht. Gipfelabstieg um 11.30 Uhr, Talstation um 13.30 Uhr (inkl. Taxifahrt) erreicht.

Tour im Alleingang - danke Schlumpf für Deinen mir sehr wertvollen Bericht.

Tourengänger: Bombo

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