Zugspitze (2962 m) durchs Reintal - höchster Berg Deutschlands und Bayerns


Publiziert von ju_wi , 20. Juni 2008 um 21:30.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Wetterstein-Gebirge
Tour Datum: 7 Juni 2003
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 3 Tage
Aufstieg: 2400 m
Abstieg: 2100 m
Unterkunftmöglichkeiten:Reintalangerhütte - DAV (1370 m) Knorrhütte - DAV (2052 m)

Für unsere erste Besteigung der Zugspitze, den mit fast 3000 Metern höchsten Berg Deutschlands und des Bundeslandes Bayern, wählten wir Anfang Juni 2003 den Weg durchs Reintal, den einfachsten und längsten Weg hinauf. Dennoch ist diese Tour, für die wir uns - mit Abstieg nach Ehrwald - in Österreich insgesamt 3 Tage Zeit ließen, nicht minder schön. Es ist schon erstaunlich genug, dass man Anfang Juni problemlos auf knapp 3000 Meter hinauf kommt - der Jahrhundertsommer 2003 lässt grüßen. Er machte auch bei dieser Tour keine Ausnahme. Wir hatten tagsüber Temperaturen von an die 30° und schönes Wetter.

Wir starten am Stadion an der Partnach am Ortsrand von Gamisch-Partenkirchen. Am ersten Tag ist ein weiter Weg zurückzulegen, der jedoch nach knapp einer Gehstunde - vorbei an Vordergraseck - in die schöne Partnachklamm führt. Hier hat sich eine steile, tiefe und sehr dunkle Schlucht gebildet, die ein, zwei Jahre drauf (ich glaub es war 2005) wegen unwetterartigen Regenfällen so stark beschädigt wurde, dass sie lange geschlossen war. Jedenfalls ist sie 2003 noch OK und ein Weg ist tunnelartig in die felsigen Schluchtwände gemeisselt. Aus der Schlucht kommend führt der Weg weiter südlich und dann nach Westen abbiegend und dem Lauf der Partnach folgend nahe dem Talboden hinauf. Es ist das sogenannte Reintal, das wir gemütlich hinaufwandern. Auf 1050 Hm passiert man die Bockhütte. Kurz dahinter zieht ein starkes Gewitter heran und durchnässt uns auf der letzten Stunde zur Reintalangerhütte bis auf die Knochen. Wieder getrocknet verbringen wir einen gemütlichen Abend und die Nacht in der Reintalangerhütte (1370 m), die leider etwas voll ist. Sie wird von einem Nepalfreak geführt, der Hütte und Umgebung einen leichten Himalayatouch verpasst hat - z.B. tibetische Gebetsfahnen überall.

Morgens geht es bei bestem Wetter zunächst ein Stück weiter den Talboden hinauf. Dann kommen wir an eine Stufe, die der Weg in Serpentinen und durch Latschen durchzieht. Oberhalb der Stufe erreicht man die Steinwüste "Auf dem Platt" mit der Knorrhütte (2052 m) an deren Rand. Da wir hier heute noch übernachten wollen, "checken" wir ein, lassen unser Gepäck dort und wenden uns weiter Richtung Zugspitze. Von der Knorrhütte geht es hügelig stetig bergan mit Querung vieler eher horizontaler Schneefelder in die Nähe der Skistation und Zugspitzbahnhof Sonn-Alpin auf gut 2500 Höhenmeter. Von hier geht es dann nochmal antrengend, da richtig steil zunächst durch steiles Geröll und oben durch ein Schneefeld zum Grat auf gut 2800 Hm. Dieser sehr steile Geröllaufstieg ist sicher auch das unangenehmste Stück der Tour. Der Grat zum Müncher Haus ist nicht besonders schwierig, birgt jedoch so früh im Jahr mit kurzen Schneegratstücken besondere Reize. Vom hässlichen (wie ich finde) Zugspitzbau, vorbei am Münchner Haus, gelangt man zu einer Plattform, von der man dann - schon etwas ausgesetzt und durch Sicherungen unterstützt - noch zum Gipfelkreuz der Zugspitze durch eine Scharte kraxeln kann - aber nur 3 Minuten lang. Vom Gipfelkreuz genießen wir den Blick ins Höllental und über den Jubiläumsgrat. Auf gleichem Weg zurück gelangen wir in die schöne und nicht zu volle Knorrhütte, wo wir das 2. Mal übernachten.

Am 3. Tag nehmen wir den Plattsteig, der mit wenig Höhenunterschieden zum "Gatterl" (2008 m) führt, einem alten Grenzübergang von Deutschland nach Österreich. Hinterm Gatterl geht es durch Hänge und Wiesen zunächst noch ein wenig bergauf, aber dann zieht der Pfad durch die Ängerhänge hinab. Vor der Hochfeldernalm biegen wir rechts ab, umgehen nördlich die Issental-Köpfe und gelangen durch eine steile, steinige und rutschige Klamm auf einen Fahrweg, der uns schnell zur Ehrwalder Alpe (1502 m) bringt. Von hier geht es dann vor allem durch Wald hinab in den Vorort Hof und weiter nach Ehrwald. Wir essen zu Mittag und nehmen die Bahn zurück nach Garmisch-Partenkirchen, wo unser Auto parkt.


Tourengänger: ju_wi

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»