AROSA: Höllentour aufs Parpaner Rothorn


Publiziert von DanyWalker , 11. Juli 2013 um 09:53.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Schanfigg
Tour Datum: 3 Juli 2013
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1000 m
Abstieg: 480 m
Strecke:17 Km

An diesem Tag führte mich mein Weg von der LAW-Mittelstation zum Parpaner Rothorn. Die Tour werde ich wohl so schnell nicht wieder vergessen. Und es sei gesagt: Dieser Eintrag kann nicht als Referenz für diese Tour, unter normalen Bedingungen, genommen werden!

Es fing alles ganz harmlos an. Von der Mittelstation machte ich mich auf zum Älplisee. Da es in der Nacht geregnet hatte, und noch einige Wolken mit der Sonne kämpften, gab es ein tolles Wolken-Sonne Panorama. Beim Älplisee war der Schnee doch schon sehr nahe. Ein Blick  zum Parpaner Rothorn, abwägen – gehen. Lange Zeit ging auch alles gut. Der Schnee war nur in kleinen Flecken auf dem Weg.
 
Kurz vor der Galerie kam jedoch ein längeres Schneebrett.  Obwohl es links von mir, etwa achtzig Meter steil abfällt wage ich es trotzdem. Es hat spuren im Schnee, also bin ich nicht der erste der es versucht. Vorsichtig mache ich einen Schritt nach dem andern, in die bereits vorhandene Spur. Mit der rechten Hand bin ich permanent im Schnee, um im Notfall mich festhalten zu können. Wobei das eigentlich völlig Sinnlos ist. Denn sollte der Schnee unter mir nicht halten, sause ich hinunter ohne die geringste Chance auf eine Gegenwehr. Ich könnte gerade so gut, mit den Armen rudern und probieren zu fliegen.
Nachdem ich das Schneebrett überwunden habe, brauche ich erst mal eine Pause für meine Nerven und zur Aufwärmung meiner Hand.

Mit der Hoffnung, dass dies die schlimmste Passage war, mache ich mich auf den Weg zur Galerie. Kurz davor jedoch, werden meine Hoffnungen jäh zerstört. Ein längeres Schneebrett ohne jegliche Spur. Keiner hat es hier gewagt durch zu gehen. Da auch ich den Versuch schon gar nicht erst starte, bleiben mir nur zwei Optionen. Keine davon gefällt mir. Entweder ich kehre um, muss nochmals durchs erste Schneebrett, oder ich klettere rechts den Hang hinauf, bis fast zum Grat, und dort weiter bis zur Galerie. Mir passt das zwar gar nicht, aber immer noch besser als zurück. Einen kleinen Fluch in die grosse Menschenleere Weite, und los geht’s. Immerhin wird die Tour jetzt zu einer T4. Der Untergrund ist lehmig, einige Steine brechen hinaus, und fallen die steile Wand unter mir herunter. Einfach weiter, sage ich mir.
Leider vergass ich meine Kletterstelle zu fotografieren. Das deshalb, weil ich gerade damit beschäftigt war nicht zu sterben.

Als ich vom Grat zur Galerie laufe, sehe ich jemanden mit dem Mountain Bike dort stehen. Ein Mensch! Ja! Wie sich herausstellt, Jonas aus Deutschland. Ich frage ihn welchen Weg er bisher gegangen sei. Von Valbella her, und er versichert, der Weg sei absolut gut gewesen. Ich freue mich, denn sollte es von hier nochmals schlimm werden, hätten wir eine Rückzugoption.

Den weiteren Weg bestreiten wir gemeinsam. Ohne weitere grössere Probleme erreichen wir das Gipfelkreuz. Irgendwie realisiere ich im ersten Moment gar nicht, dass wir es gar noch nicht geschafft haben. Denn die Rothornbahn befindet sich links von uns – mit einem felsigen und schneereichen Hindernis. Obwohl durch den Schnee Spuren führen, wählen wir vorerst einen anderen Weg, weiter unten. Dort sind die Wege durch den Schnee kürzer. Als wir aber wieder auf felsigem Grund stehen und nochmals durch den Schnee müssten, entdeckt Jonas eine grössere Felsspalte. Uns verschlägts die Sprache. Denn es ist klar, da hier kein Wanderweg wäre, könnten unter dem Schnee noch weitere spalten lauern.Wir entscheiden noch weiter zurück zu gehen und noch eine andere Variante zu probieren. Als wir die andere Seite unbeschadet erreichen, klettern wir beide zur Rothornstation hoch. Unglaublich was Jonas leistet. Hat er ja auch noch sein Bike das er hochbringen muss. Auf der Aussichtsterasse des Rothorns schauen uns einige Leute zu. Wahrscheinlich schlissen sie gerade Wetten ab. Ich weiss nicht wie unsere Aktien stehen. 50 Franken darauf, dass es der mit der blauen Jacke nicht schafft. Das wäre dann ich.

Obwohl inzwischen das Rothorn völlig im Nebel ist, freuen wir uns, es doch noch (lebend) geschafft zu haben. Auf dem Rothorn verabschiede ich mich von Jonas und fahre mit der Gondel zur Mittelstation. Von dort aus, laufe ich noch ne knappe Stunde zur Lenzerheide.

Tourengänger: DanyWalker

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Kommentare (2)


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1Gehirner hat gesagt: Wow...
Gesendet am 11. Juli 2013 um 13:13
"Immerhin wird die Tour jetzt zu einer T4" -- das war sie schon nach dem Schneefeld ("einfache Firnfelder")... Gut, dass es so unfallfrei ausgegangen ist. Klingt nach einer Erfahrung, die man nicht unbedingt gemacht haben muss... Schneefelder im Sommer halt ;)

DanyWalker hat gesagt: RE:Wow...
Gesendet am 11. Juli 2013 um 13:37
Stimmt auch wieder. Ich war so vorsichtig wie nur möglich. Da es gut ausging, ist es eine Erfahrung und eine Tour, die mir lange ( mit einem kleinen schmunzeln) in Erinnerung bleiben wird. ;)


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