Große Kaiser-Runde bei Bettlerwetter


Publiziert von Kraxlsteff , 11. Mai 2013 um 20:59.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Kaiser-Gebirge
Tour Datum:11 Mai 2013
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 8:30
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1500 m

Heute war endlich mal wieder Gelegenheit, die Bergschuhe zu schnüren, und da das nicht so oft vorkommt, habe ich mich auch von der niederschmetternden Wettervorhersage nicht abschrecken lassen, sondern Bergkamerad Jan solange genervt, bis er zugesagt hat.

Gegen halb acht waren wir am Wanderparkplatz in Oberndorf (Ebbs) und haben uns dann nach einem Frühstück im Auto bei strömendem Regen auf den Weg gemacht. Angepeilt hatten wir die Naunspitze über die Südwestkante, aber am Ende kam es - wie so oft - alles ganz anders.

Die Wolken gossen über unseren Köpfen einen schier unerschöpflichen Dauerregen aus, so dass wir schon nach dem Aufstieg zur Ritzau-Alm ziemlich durchnässt waren und das erste Mal die Kleidung wechseln mussten. Nach einer kurzen Pause an der Josefs-Kapelle auf der Alm stiegen wir dann zügig weiter zur Vorderkaiserfeldenhütte und von da weiter Richtung Naunspitze. Leider haben wir die Abzweigung zum Einstieg in die Südwestkante verpasst, also ging es dann doch auch dem normalen Wanderweg zum Gipfel. Um Schlag elf Uhr trugen wir uns - ausnahmsweise ohne Regen - in das Gipfelbuch der Naunspitze ein.

Da bekanntlich das Petersköpfl von der Naunspitze aus nur einen Steinwurf entfernt ist, beschlossen wir, diesem Gipfel auch noch einen Besuch abzustatten. Wenig später standen wir auf dem von Latschen bewachsenen Gipfel des Petersköpfls - und hatte noch nicht genug. In einem Anflug von Übermut beschlossen wir, gleich noch einen Versuch an der Pyramidenspitze zu starten.

Durch tiefen Schnee, der nicht immer trug (einmal bin ich bis zur Hüfte eingebrochen), wanderten wir über den winterlichen Bergrücken Richtung Osten. Mit zunehmender Höhe wurde dann aber deutlich, dass es vielleicht doch noch zu früh für die Pyramidenspitze war. Deswegen nahmen wir am Zwölferkogel die Abzweigung Richtung Hinterkaiserfelden. Die Wegfindung erwies sich hier dank der Schneemassen als nicht ganz einfach und gelang letztlich hauptsächlich dank GPS.

Schließlich erreichten wir dann aber doch den Fuß der dramatischen Felswand in der Hinteren Steingrube, von wo wir dann weiter wanderten zur Hinterkaiserfeldenalm, zurück zur Vorderkaiserfeldenhütte und zur Ritzaualm. Am Ende der Wanderung erwartete uns dann als Negativ-Highlight der Abstieg nach Oberndorf durch den Wald - denn der ziiiieeeeeht sich. Und wenn man dann denkt, dass der Steig niemals ein Ende nehmen wird, kommen nochmal zwanzig Serpentinen, und dann nochmal, und nochmal, und nochmal ...

Nach 8 Stunden und 30 Minuten erreichten wir ziemlich erschöpft den Parkplatz. Leider gab's auf Grund des schlechten Wetters keine Ausblicke auf den Wilden Kaiser, aber gelohnt hat sich die Tour allemal. Bei Gelegenheit wird sie auf jeden Fall mal bei besserem Wetter wiederholt und bis zur Pyramidenspitze ausgedehnt.

Hinweis: Im Grunde ist die Tour sicherlich nicht schwerer als T3. Auf Grund der Bedingungen und der daraus resultierenden Schwierigkeiten bei der Orientierung, lief die heutige Runde aber zweifellos schon unter dem Label "Bergtour" - daher auch die Einschätzung als T4.

Fotos der Tour folgen in Kürze. Viel zu sehen gab es aber wie gesagt nicht.


Tourengänger: Kraxlsteff, jpf


Kommentare (2)


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Chiemgauer hat gesagt:
Gesendet am 11. Mai 2013 um 22:17
Schade bei diesem Wetter, da habt ihr eine wunderschöne Runde "verschenkt". Für mich ein absoluter Klassiker, den ich eigentlich jedes Jahr mind. einmal mache.
Am besten einen Monat eher (war Mitte April oben) und ab Petersköpfl mit Schneeschuhen oder wenn schneefrei.

Kraxlsteff hat gesagt: RE:
Gesendet am 12. Mai 2013 um 15:26
Ja stimmt, die um die Aussicht auf den Wilden Kaiser ist's schon schade. Aber eine Wiederholung der Tour bei besserem Wetter ist auch schon geplant.


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