Gross Leckihorn (3068m), Stellibodenhorn (2988m) und Rottällihorn (2913m)


Publiziert von أجنبي , 19. Februar 2013 um 22:31.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:18 Februar 2013
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-VS   Gruppo Pizzo Rotondo 
Aufstieg: 650 m
Abstieg: 1650 m
Strecke:972, 971a und 971b nach SAC-Führer „Skitouren Zentralschweizer Voralpen und Alpen“: Rotondohütte SAC – P. 2609 – Leckipass – Gross Leckihorn – Leckipass – Rottällipass – Stellibodenhorn – Rottällipass – Rottällihorn – P. 2560 – Ob dem Stelliboden – Stelliboden – Abendweidli – P. 1938 – Ebnen – Schluecht – P. 1744 – P. 1603 – Realp
Zufahrt zum Ausgangspunkt:-
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Auto ab Realp
Unterkunftmöglichkeiten:Rotondohütte SAC
Kartennummer:LK 1:50.000: 255 S Sustenpass, 265 S Nufenenpass / LK 1:25.000: 1231 Urseren, 1251 Val Bedretto

Nach der anstrengenden, doch mit einer perfekten Abfahrt ins Witenwasserental belohnten *Tour auf den Pizzo Lucendro am Vortag wollten wir am Montag noch eine Etage höher, nämlich auf's Gross Leckihorn. Um das Gebiet nicht durch das lange, flache Tal verlassen zu müssen, wählten wir eine der Standardoptionen, nämlich das Rottällihorn. Und weil da auch noch das Stellibodenhorn auf dem Weg lag, wollten wir uns dieses auch noch gleich vorknöpfen.

Abends zuvor hatten Nebel und Bewölkung definitiv überhand genommen und die Nacht hatte uns noch ein paar Zentimeter Neuschnee beschert, doch als wir am Morgen zum Fenster hinaus schauten, war keine einzige Wolke weit und breit zu sichten. Der Sonnenaufgang präsentierte sich entsprechend spektakulär. In der Rotondohütte startend machte es wenig Sinn, allzu früh loszulaufen. 8 Uhr reichte locker.

Auf einer gut angelegten Spur erreichten wir nach knapp einer Stunde den Leckipass, wo wir einerseits mit kaltem Wind, andererseits aber mit der meines Erachtens besten Aussicht auf die Muttenhörner belohnt wurden. Leider klebten an diesem Morgen die Steigfelle meiner Freundin überhaupt nicht, weshalb für sie der Aufstieg zusehends zur Mühsal wurde. Auf dem Leckipass montiere sie dann Harscheisen, was funktionierte. Man hätte heute vom Skidepot noch weiter die NW-Flanke hoch gehen können, doch auf diese Weise wäre das wohl keine gute Idee gewesen.

Also ging's vom Skidepot zu Fuss weiter. Nahe am Grat war der Schnee vom Wind geprägt und daher pickelhart, weiter in der Flanke drin gab's hingegen meist guten Trittschnee (definitiv mehr als *beim letzten Mal vor einem Jahr). Die Steigeisen blieben also im Rucksack, doch mit dem Pickel in der Hand fühlte sich der Spass schon etwas angenehmer an. 1h 45min nach Aufbruch in der Rotondohütte erreichten wir den Gipfel des Gross Leckihorns. Hier tauten an der Sonne auch die Finger wieder auf, der Wind hielt sich in Grenzen und die Augen schweiften quasi vom einen Ende der Schweiz zum anderen. Ein Traumtag!

Da wir noch einiges vor uns hatten und zeitig zu Hause sein wollten, stiegen wir aber bald ab. Ich hatte keine Lust, für die kurze Strecke vom Skidepot zum Leckipass die Felle zu demontieren und fuhr deshalb mitsamt Fellen dorthin ab. Das Stück vom Leckipass hoch auf den Grat zwischen Rottällihorn und Stellibodenhorn war viel schneller bewältigt als erwartet: ein Katzensprung.

Für das Stellibodenhorn blieb genug Zeit, doch aufgrund der Probleme mit den Steigfellen legten wir vom Rottällipass zu Fuss los. Immerhin war noch eine alte, verblasene Spur vorhanden, doch auch dort sank ich beim Spuren teils hüfttief ein. Der finale Grat sah traumhaft aus, war aber etwas verwechtet. Etwa 10m vor dem Gipfel entschieden wir uns, es aus diesem Grund dabei bleiben zu lassen. Zu gut hatte ich noch tricky's neuerlichen *Bericht im Hinterkopf. Für eine genaue Beurteilung vor Ort fehlte uns – ehrlich gesagt – die Erfahrung und so hörten wir auf unser Bauchgefühl.

Nach einer Pause beim Skidepot ging's weiter auf's Rottällihorn. Die letzten paar Dutzend Aufstiegsmeter waren etwas abschüssig und rutschig, da wir aber Harscheisen montiert hatten, gelang die Sache problemlos. Um 11.45 erreichten wir den dritten Gipfel des Tages. Auch hier waren wir alleine.

Vor ein paar Wochen hatten wir *vom Tälligrat zum Rottällihorn rüber geschaut und dessen Gipfelhang als gar steil empfunden. Als wir nun vom Gipfel über eben diesen Hang in die Tiefe schauten, war das initiale Gefühl nicht weniger angenehm. Hmpf... da runter?! Wir schauten uns die Sache etwas von der Seite an und als es dann darum ging, die einfachere Variante über den Ostgrat zu machen oder eben doch die steile Direktabfahrt zu wählen, war uns beiden bald klar: Let's rock! Der Pulverschnee war erste Sahne, die Spuren im Hang sahen prima aus, Steine ragten nur wenige aus dem Schnee und die vorzügliche Lawinensituation sorgte auch nicht für Kopfschmerzen.

Ein paar vorsichtige Schwünge im Steilhang, dann vorsichtig zwischen zwei heraus schauenden Steinen durch und dann liessen wir's rattern. Pulverschnee allerbester Qualität. Und so blieb es bis Ebnen. Am Wochenende wurden die Hänge zwar stark befahren, doch in diesem Gebiet gibt es derart viele Ausweichmöglichkeiten, dass sich immer wieder unverspurtes Terrain fand. Tags zuvor hatten wir uns im Aufstieg bei einem etwa eigenwilligen Ausflug auf den Höhenbiel den Hang unterhalb des Abendweidli noch etwas genauer angeschaut und so fanden wir auch dort eine perfekte Rinne.

Früher als erwartet, etwa um 13.30 Uhr, trafen wir in Realp ein und blickten auf zwei schöne Touren im Rotondo-Gebiet zurück: Wir hatten alle vier geplanten Gipfel problemlos erreicht, das Wetter des Montags entschädigte für jenes des Sonntags und der Schnee war viel besser als wir erwartet hatten, nämlich schlicht perfekt.

SLF: mässig (Altschnee oberhalb 2000m)


Tourengänger: أجنبي


Galerie


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