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Gross-Leckihorn (3068m) - Skitouren rund um die Rotondohütte


Published by DonPico , 16 August 2013, 00h21.

Region: World » Switzerland » Uri
Date of the hike:30 December 2007
Ski grading: PD
Waypoints:
Geo-Tags: CH-UR   CH-VS   Gruppo Pizzo Rotondo 
Time: 4 days
Height gain: 3300 m 10824 ft.
Height loss: 3300 m 10824 ft.
Route:Realp - Rotondohütte - Leckipass - Gross Leckihorn - Rotondohütte - Rottällipass - Rottällihorn - Stellibodenhorn - Leckipass - Muttenpass - Witenwasserenpass - Rotondohütte - Leckipass - Stotzigen Firsten - Realp
Access to start point:Stuttgart - Schaffhausen - Zürich - Andermatt - Realp
Accommodation:Rotondohütte
Maps:LKS 1:25000, Nr. 1231 (Urseren) und Nr. 1251 (Val Bedretto)


Allgemeines:

Nach der Schneeschuhtour auf den Pigne d'Arolla hatte ich den Entschluss gefasst, mit Skitourengehen zu beginnen. Nach den langen Aufstiegen kann man auf Skiern die Abfahrten genießen und dabei auch deutlich weitere Strecken überwinden.
Ich meldete mich kurzfristig auf einer organisierten Tour in der Schweiz an, die über den Jahreswechsel stattfand. Stützpunkt und Übernachtungsort für drei Nächte war die Rotondohütte oberhalb von Realp.

Anfahrt:

Von Stuttgart über Schaffhausen und Zürich nach Göschenen. Dort verließ ich die Autobahn und fuhr die Gotthardstraße hinauf nach Andermatt. Während des Aufstiegs begann es stark zu schneien und ich hatte Schwierigkeiten, mit meinem Daimler nicht abzurutschen. Ich kam gerade so ohne Schneeketten aus. Die Straße nach Realp war schneebedeckt. In Realp traf ich mich mit der Gruppe und den beiden Guides in einer Gaststätte. Ich glaube, wir waren insgesamt fast 15 Personen. Mit so vielen Leuten hatte ich gar nicht gerechnet. Außer mir war noch eine weitere Deutsche mit von der Partie, alle anderen waren Schweizer.  

Tourenbeschreibung:

1. Tag:

Nach einer kurzen Vorbesprechung machten und fertig für den Aufbruch. Wir packten die Felle unter die Ski und unsere beiden Guides testeten unsere LVS-Geräte. Dann stiegen wir in Richtung Rotondohütte - erst sanft ansteigend in südwestlicher Richtung und dann in südlicher Richtung durch das Witenwasserental auf. Der steilste Teil des Aufstiegs beginnt nach gut 5 Kilometern, etwas oberhalb vom Witenwasserenstafel. Im Großen und Ganzen machte mir das Steigen keine Probleme, nur die Spitzkehren waren anfangs etwas ungewohnt. Nach einem weiteren Kilometer ist die Rotondohütte erreicht. Wie lange wir gebraucht haben, kann ich nicht mehr genau sagen.

Ich erinnere mich dagegen noch genau daran, dass es auf der Rotondohütte kein fließendes Wasser gab. Das waren verlockende Aussichten für die kommenden Tage. Allerdings ist diese Situation einfach der Jahreszeit und der Höhe der Hütte auf fast 2600 Metern geschuldet, es zwingt einen ja keiner zum Aufenthalt. Die Felle hängten wir im Gastraum zum Trocknen auf.
Vom Essen auf der Hütte war ich damals nicht wirklich begeistert; ich hatte auf Schweizer Alpenhütten schon viel besser gegessen.

2. Tag:

Zur ersten Gipfeltour an Silvester starteten wir morgens mit dem Aufstieg zum Leckipass. Dieser verläuft nicht allzu steil unterhalb des Rottälligrates, zunächst in der Flanke, dann in einem kleinen Tälchen. Erst zum Schluss wird der Anstieg steiler. Die Temperaturen waren eisig kalt. Am Leckipass richteten wir ein Skidepot ein, und stiegen dann fast alle zum Gipfel hinauf. Aufgrund der großen Kälte wollte eine Teilnehmerin, Sibylle, nicht mit hoch, und blieb beim Skidepot zurück. Wir anderen hielten uns nicht sehr lang auf dem Gipfel auf und kamen nach maximal 30 Minuten zurück. Dann schnallten wir die Ski an und fuhren über die steile Nordostflanke ab. Der Schnee war verblasen und stellenweise war es sehr eisig. Sibylle stürzte im Steilstück und verletzte sich am Knie. Vermutlich war sie aufgrund des Wartens in der großen Kälte beeinträchtigt gewesen. Sie konnte zunächst weiterfahren.
Auf dem Witenwasserengletscher wurde das Gelände deutlich flacher, und wir fuhren ab bis etwa 100 Meter unterhalb der Rotondohütte. Von dort stiegen wir zur Hütte auf und fuhren im weichen Schnee nochmals hinunter. Dann gingen wir zur Hütte zurück und verbrachten dort den Nachmittag und den Silvesterabend.
Sibylle hatte mittlerweile starke Schmerzen im Knie. Für sie war die Tour damit leider beendet. Sie wollte abwarten, ob sie am nächsten Tag allein ins Tal abfahren konnte.
Vor dem Abendessen fand noch die Tourenplanung für den Folgetag statt. Da die Guides nicht mit allen Teilnehmern auf den Pizzo Lucendro gehen wollten, und ein Guide nicht mehr als 8 Personen dorthin mitnehmen konnte, wurde die Gruppe zweigeteilt. Ich wurde aufgrund meiner noch nicht so großen Erfahrung im Skitouren Gehen in die Gruppe eingeteilt, die nicht zum Pizzo Lucendro gehen würde - der Aufstieg über die Nordwestflanke war wohl recht steil. Das wurmte mich, da ich mir den Aufstieg durchaus zutraute - die Abfahrt sowieso. War aber nichts zu machen, und so akzeptierte ich es.  
Nach dem Essen - etwa gegen 11:00 Uhr - legte ich mich hin und kam zur Jahreswechsel dann nochmals raus. Es war ein ungewohntes Gefühl, den Jahreswechsel in aller Stille fernab der Zivilisation zu feiern.    

3. Tag:

Sibylles Zustand hatte sich über Nacht nicht gebessert und der Guide rief einen Hubschrauber, der sie morgens abholte und in ein Krankenhaus flog.
Unsere "Nicht-Lucendro-Gruppe" stieg wie am Vortag in Richtung Leckipass auf. Vor Erreichen der Passhöhe bogen wir aber nach rechts ab und stiegen stattdessen in den Rottällipass auf, wo wir ein Skidepot anlegten. Von dort stiegen wir zunächst auf das Rottällihorn, dann zurück zum Pass und anschließend auf das Stellibodenhorn. Von diesem Gipfel hatten wir einen schönen Blick auf die östlichen Berner Alpen mit Finsteraarhorn, Lauteraarhorn und Schreckorn. Wie am Vortag war es sehr kalt.
Als nächstes durchquerten wir den Leckipass und hielten dann auf den Muttenpass zu. Von dort hatten wir eine herrliche Abfahrt in butterweichem Tiefschnee. Zunächst fuhren wir den Nordfabhang unterhalb der Passhöhe hinunter, dann weiter in westlicher Richtung auf dem Gerengletscher, bis das Gelände sehr flach wurde. Unten machten wir Pause in der Sonne.
Es folgte ein langer Aufstieg zum Witenwasserenpass. Auf dessen nordöstlicher Seite folgte dann eine weitere Abfahrt über den Witenwasserengletscher. Den unteren Abschnitt dieser Abfahrt kannten wir noch vom Vortag. Es dämmerte bereits, als wir zur Hütte kamen. 
Die Abfahrten waren herrlich, insofern war auch meine Enttäuschung über den entgangenen Pizzo Lucendro verflogen.  

4. Tag:

Nach der dritten und letzten Nacht auf der Rotondohütte packten wir unser Zeug zusammen und stiegen - zum dritten Mal - in Richtung Leckipass auf. Wieder war es extrem kalt, bereits bei diesem ersten Aufstieg merkte ich, dass meine Felle an diesem Tag nicht sehr gut hafteten. Von oben fuhren wir über den langen und nicht sehr steilen Muttengletscher ab, etwa bis zu P2357. Dort verließen wir den Gletscher in westlicher Richtung und stiegen gut 200 Höhenmeter zu dem Plateau "Unter den Stotzigen Firsten" auf. Mehrfach lösten sich meine Felle, was mich ärgerte, da meine Ausrüstung neu war. 
Das große Plateau querten wir anschließend,  und hielten auf den Gipfel zu. Für den Schlussanstieg schnallten wir die Ski ab.  Von oben bot sich ein toller Blick zurück auf das Gebiet, in dem wir in den letzten drei Tagen unterwegs gewesen waren.
Dann folgte eine lange und abwechslungsreiche Abfahrt über die Nordflanke des Stotzigen Firsten. Die Schneeverhältnisse waren je nach Hangexposition und Steilheit sehr unterschiedlich; mal trafen wir auf herrlichen Pulverschnee, mal hatten wir mit Bruchharsch zu kämpfen. In der Nähe der Chalt Hebrig kamen wir im Tal an und querten den Bach. Es folgte ein Gegenanstieg zur verschneiten und für Fahrzeuge gesperrten Furka-Pass-Straße, die wir dann mit den Ski bis Realp hinunterfuhren. Dort verabschiedeten wir uns voneinander.

Rückfahrt:

Wie Hinfahrt.

Fazit:

Meine erste Skitour. Mich hat etwas geärgert, dass ich nicht auf den Pizzo Lucendro durfte und so dreimal den Aufstieg zum Leckipass machen musste. Ansonsten eine schöne Tour.

Hike partners: DonPico


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Comments (1)


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Sent 16 August 2013, 13h16
Ich kann Deinen Ärger verstehen. Ich habe bisher zwei Mal an geführten Touren / Kursen teilgenommen und beide Male wurde wegen (faulen) Ausreden etwas komplett anderes gemacht als im Programm stand. Das ist einer der (zahlreichen) Gründe, weshalb ich fast nur noch alleine auf Tour gehe. Aber als Anfänger muss man diesen Kompromiss halt machen.

Viel Erfolg bei den weiteren Touren


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