Faulhorn 2681m - Längster Schlittelweg der Welt


Publiziert von Bombo , 11. März 2008 um 03:03.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum:10 März 2008
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 

"Längster Schlittelweg der Welt - 15km"

Wolken, Nebel, Sturm und evtl. Schneefall - so präsentierte sich die Wettervorhersage für die Jungfrauregion. Grund genug, den heutigen geplanten Skitag sausen zu lassen und statt dessen das "Schlecht-Wetter-Programm" aus der Tasche zu ziehen.

Mit der Gondelbahn ging es von Grindelwald hoch auf den First (Halbtax, Fr. 15.00) - beinahe wären wir wegen dem Sturm noch stehen geblieben. Interessante Nebengeschichte: es mussten heute mit dem Heli 34 Personen von einer Sesselbahn im Skigebiet gerettet werden... Mit dem Wetter hatten wir übrigens aber doch grosses Glück, all die Wolken und Nebelschwaden blieben auf der Scheideggseite, sodass wir auf der Firstseite sogar des öfteren gute Panoramasicht hatten und mehrheitlich - dank der schützenden Berge dazwischen - im Windschatten aufsteigen konnten.

Zu Fuss mit dem Schlitten im Schlepptau stiegen wir in knapp 2 Stunden (inkl. Schneedeckentest, Gipfelfachsimpeln, etc.) auf das Faulhorn - der Start zum längsten Schlittelweg der Welt. Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär...

"Wenn" es nämlich genug Schnee gehabt hätte, so würden wir nun auch zum erlauchten Kreise dieser rasanten Schlittelpiste gehören. Aber eben... Da jeder im Schlittelgebiet etwas anderes erzählt hatte (Schlittelende sei Bussalp, dann wieder Weidli, ein anderer sprach von überall schlecht, der letzte dann von beinahe Grindelwald als Ziel...) wählten wir ganz einfach "Weidli" als Endziel. So rasten wir mit unserem Rodel mit Kuhnagel an den Händen und Eiszäpfen in den Nasenlöcher in wenigen Minuten fast 900 Höhenmeter runter zur Bussalp. Dort gabs nach dem Zmittaghalt im Bergrestaurant Faulhorn den Zvierihalt im Restaurant Bussalp.

Das Postauto fährt in Weidli um 17.02 Uhr, wir starteten zur letzten Etappe Bussalp - Weidli um 16.45 Uhr. 17 Minuten sollten genügen, schliesslich heisst diese Etappe ja auch "Speedrun" - nur komisch, dass dieser geschlossen war. Egal, das kümmerte uns Unterländer wenig und wir wussten es einmal mehr wieder besser... Schon nach wenigen Meter steckten wir mit dem Rodel tief in der unpräparierten Piste - leider aber auch schon zu tief, um wieder hoch zur Strasse zu gehen, wo schon bald das Postauto auf uns warten würde... Also los, im Laufschritt weiter, die Zeit drängt. Immer noch kein Schnee - was heisst hier immer noch - es folgte auch kein Schnee mehr. Dank des steilen Geländes platzierten wir den Schlitten ganz einfach in der Wiese und man glaubte es kaum, aber im Schnellzugstempo rasten wir über Wiese, Dreckhügel und nicht selten auch über Stock und Stein. Was für ein Gaudi!

Nun gut, das Gaudi hielt sich dann jedoch in Grenzen, als wir in Weidli angekommen gerade noch das Motorengeräusch des abfahrenden Postautos hörten - nun wussten wir, dass Grindelwald unsere letzte Marschetappe für heute sein wird. Eine leichte Tour - nicht jedoch mit einem sackschweren Schlitten auf der Schulter...

Schön, dass die Leute im Berner Oberland so freundlich sind, denn zwei Skituerler hatten auf Höhe "Gaggi Säge" (sorry, hab den Namen nicht erfunden... smile..) Erbarmen mit uns und wir durften auf der Ladebrücke des Pickups bis nach Grindelwald mitfahren. Danke auf diesem Wege an die unbekannten Helfer.

Fazit: Bei genügend Schnee kann tatsächlich bis mind. Weidli geschlittelt werden - ein hammermässiger Schlittelweg für Gross und Klein - wobei "Klein" mind. noch in die Aufsicht von "Gross" gehört, denn nicht selten gehts ziemlich steil "s'Loch ab".  Wir hatten auch so unseren Spass und eins ist klar: wir kommen wieder - wenn's mehr Schnee hat! :-)

Tour mit Simon T.



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Kommentare (1)


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Cattleya hat gesagt: Ergänzend vielleicht noch...
Gesendet am 14. Oktober 2013 um 15:25
super Bericht, ergänzend vielleicht noch

http://www.youtube.com/watch?v=wuibdy3S9Ak


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