Gross Windgällen (3187 m) via SE-Flanke


Publiziert von alpinos , 27. September 2012 um 22:24.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:23 September 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS+
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 7:30
Aufstieg: 1150 m
Abstieg: 1150 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PKW bis Talstation LSB Golzeren; Fahrt zur vollen und halben Stunde und bei Bedarf.

Herbstliches Hochtouren-Abenteuer
[Tour AlpinosM mit P., F. und R.]

Der eigentliche Anlass der Reise ins Maderanertal war das diesjährige Stiftungsfest des AACZ auf der Windgällenhütte. Aber wenn man schon mal dort ist, kann man sich am Folgetag noch angenehm beschäftigen. Leider musste AlpinosF wegen anhaltender Erkältung verzichten.



Am Samstag Nachmittag waren wir von Golzeren auf die Windgällenhütte (2032 m) aufgestiegen. Wie bereits *im Vorjahr, wurden wir auch diesmal ziemlich nass und legten etwa die Hälfte des Weges im Regen zurück. Der Abend verlief sehr unterhaltsam und kurzweilig. Im Laufe des Abends liess der Regen nach, die Wolken verzogen sich und schliesslich schien der Mond auf den Nebel im Tal. In Vorfreude auf den kommenden Tag verbrachten wir eine angenehme Nacht.

Fast ausgeruht traten wir um sieben Uhr aus der Hütte in den klaren und wolkenlosen Morgen. Auf dem weiss-blau markierten Wanderweg wanderten wir in Richtung des Unteres Fuggeli, bis wir unterhalb des grossen Steinmanns auf etwa 2300 m den Weg verliessen und entlang der roten Striche über die Felsen zum Stäfelfirn hinaufstiegen. Über den zunächst aperen, bald jedoch mit guten Trittschnee überzogenen Gletscher liefen wir auf den Hölenstock zu. Unterhalb des Gletscheraufschwungs bei etwa 2600 m (beim Schriftzug 'Wiss Stöckli' auf der Karte) querten wir nach Westen auf die linke der beiden Möranen, die von der SE-Flanke der Grossen Windgälle herab ziehen. Über teils ziemlich losen Schotter stiegen wir hinauf zum Einstieg (ca. 2720 m) etwa dort, wo die Moräne die Felsen berührt (rote Markierung).

Nach der interessanten Kletterei (II) im kurzen Einstiegscouloir durch guten Fels querten wir hinaus in die breite SE-Flanke. Über abwärts geschichtete Platten mit einiger Schotterauflage (rote Marktierungen, I-II) stiegen wir hinauf zur ersten Rinne (III+, drei BH, ca. 10 m guten Fels). Die Rinne war nach dem Regen etwas feucht, aber immer noch gut zu Klettern. Danach ging's weiter über die plattigen Felsen hinauf zur zweiten Rinne (II-III) und direkt unter den nun hoch aufragenden, gelben Turm.

Nach links weitete sich nun die dritte Rinne, die mehr einer Schlucht gleicht. Wegen des zunehmenden Steinschlags in dem nun recht brüchigen Gelände stiegen wir in enger Formation zunächst in der Mitte, dann auf der linken Seite der Schucht bergan (I-II). Schliesslich erreichten wir durch ein kleines, mit Schnee gefülltes Couloir samt vereister Felsstufe in dessen Mitte die Gipfelwand.

Zunächst folgten wir der Verschneidung auf der linken Seite der Gipfelwand (6 BH, IV). Dann folgten zwei Aufschwünge nach rechts (IV+) und schliesslich erreichten wir durch eine nach links ziehende Verschneidung den Gipfelgrat. Der Fels ist insgesamt recht passabel, aber teils nicht über jeden Zweifel erhaben. Die beiden Schlüsselstellen sind bestens mit BH ausgerüstet; wer dem Fels nicht traut, kann hier auch technisch (A0) klettern. Über den leichten Gipfelgrat erreichten wir den höchsten Punkt der Gross Windgälle (3187 m; 11:45 Uhr, 4h30min Gehzeit)

Im Süden bot die Föhnwalze einen eindrücklichen Anblick, das Mittelland lag unter Hochnebel. Wir freuten uns über den herrlichen Ausblick auf die Bergwelt und genossen die warme Herbstsonne. Schliesslich stiegen wir über den N-Grat mit etwas Schneeauflage hinab zur E-Flanke. Im oberen Teil lag noch einiges an teils gutem Trittschnee und wir konnten zügig absteigen. Im unteren Teil seilten wir dann zweimal an den Stangen über den brüchigen Fels ab. Rechts des Couloirs, das hinab auf den Gletscher, führt seilten wir zum Schluss von einer kleiner Kanzel (roter Pfeil) ca. 50 m direkt auf den Gletscher ab. Über den Stäfelfirn gelangten wir wieder auf unsere Aufstiegsroute und erreichten schliesslich die Windgällenhütte (15:45 Uhr, ca. 3h15min Abstiegszeit). Nach einer gemütlichen Rast stiegen wir hinab nach Golzeren.



Es war ein interessantes Abenteuer auf einen beeindruckenden Berg. Die Route durch die SE-Flanke ist landschaftlich beeindruckend, wenngleich der teils recht brüchige Fels die Aufmerksamkeit eher auf Hände und Füsse lenkt.
Vielen Dank an P., F. und R. für die gelungene Tour und die wunderbare Teamarbeit! Es war ein herrlicher Tag mit euch!

Tourengänger: alpinos

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Geodaten
 13219.gpx GrWindgällen-SE

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