2-Tagestour Linthal-Kistenpasshütte-Brigels


Publiziert von CHBueb , 23. Juli 2012 um 21:14.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:18 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-GR   Hausstockgruppe 
Zeitbedarf: 10:30
Aufstieg: 1025 m
Abstieg: 1470 m
Strecke:ca. 24-28km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Ziegelbrücke, Glarus, Linthal
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Chur, Ilanz, Brigels
Unterkunftmöglichkeiten:Kistenpasshütte (2714m) Muttseehütte (2501m) Bifertenhütte (2482m)
Kartennummer:1193

Mit der Bahn ging’s nach Linthal im Glarnerland. Von hier aus hiess es erst einmal die Muskeln aufzuwärmen mit einer 90minütigen Wanderung nach Tierfed. Übrigens hat der Wanderweg hier einmal eine "Unterbrechung" nach einem Hof. Hier geht es erst einmal über ein Feld, leicht rechts den Abhang hinunter an den Bach und auf die andere Seite. Da hier kein Weg existiert, ist dies je nach Wassermenge eine ziemlich abenteuerliche Art, um ans andere Ufer zu gelangen. Auf der anderen Seite hinter dem Dickicht erspäht man dann ein Trehkreuz vor der Weide. Hier geht der Wanderweg wieder normal weiter. Ich habe auch bei meiner letzen Wanderung vor 4 Jahren hier das gleiche vorgefunden aber noch keine reguläre Lösung erblickt. Doch schon bald tauchen in der Ferne der grosse Bauplatz und die Seilbahn von Tierfed auf.  Hier erst einmal angekommen, hiess es die Tickets zu besorgen. Mit der Seilbahn, der stärksten in Europa zurzeit, ging es rasch hoch hinauf auf 1860m. Hier werden für die Baustelle riesige Kräne, Sattelschlepper und Bagger auf die Baustelle Muttsee transportiert. Stahlseile so dick wie Oberarme erledigen dies mit Leichtigkeit.
Der Ausstieg im Chalchtrittli war noch im Schatten gelegen, so dass wir bald aufbrachen der Sonne entgegen. Der Wanderweg wurde wie von anderen Wanderern an mancher Stelle schon beschrieben, sehr gut ausgebaut. Trotzdem ist hier ein wenig Schwindelfreiheit angebracht. Steil geht’s in kurzen Serpentinen hoch hinauf in Richtung Nüschenegg. Zwischendurch verleiten grüne Bergmatten links und rechts des Weges zu kleinen Verschnaufpausen und atemberaubenden Blicken hinunter ins Tal der Linth und auf die Bergketten vor und hinter dem Urnerboden. Bald durchquert man die Nüschenegg und steht vor der breiten Rampe, dem letzten steilen Anstieg vor der Muttseeebene. Im weit ausholenden Bogen kommt man auf die grosse weite Ebene und erblickt von weitem die SAC-Hütte Muttsee. Hier oben wird zurzeit auf der Baustelle in drei Schichten Tag und Nacht gebaut. Auch die SAC-Hütte wird umgebaut und erweitert. Die Schlafsääle werden kleiner in der Bettenanzahl dimensioniert und die sanitären Anlagen den heutigen Bedürfnissen und Ansprüchen angepasst. Für uns hiess es aber weiter hinauf zur Kistenpasshütte. Nach einem kühlen Getränk und einer Rastpause wurde der Steinbockmodus wieder aktiviert und weiter ging’s erst einmal wieder hinunter bevor der nächste Anstieg erfolgte. Über eine breite Geröllflanke geht der Weg rechts schräg hinauf, erst kurz vor Schluss steigt man auf die andere Flanke ein und steil die letzen Höhenmeter hinauf zur SAC-Hütte Kistenpass. Hier befanden sich auch noch einige Schneefelder, welche aber mit sicherem Tritt überwunden werden konnten. Umso schöner ist die Freude, hier oben auf 2729m angekommen zu sein. Kurzes Gruppenfoto und die, wen wunderst, steile Eisentreppe hinunter zur Hütte und dem Hüttenwart Hans-Ueli. Dieser erwartet uns bereits zum Abendessen. Nach köstlichem Speis und Trank, dem wunderschönen Sonnenuntergang und einem Jass erwartet uns schon bald der erholsame Schlaf für ein paar Stunden.
Nach Frühstück und dem Zusammenpacken geht es in der „Frühe“ um 9 Uhr wieder los hinunter nach Brigels. Noch erreicht die Sonne den Hang noch nicht oberhalb der Kistenpasshütte. So beeilen wir uns, die Sonne einzufangen, um die doch noch kühlen Morgentemperaturen vergessen zu lassen. Erneut geht’s über Schieferstein bequem zum Kistenpass auf 2640m. Doch auch hier erwarten uns erneut kleinere Schneefelder, heute in der Früh aber noch leicht gefroren. Nun hiess es Vorsicht walten lassen und mit kleinen Tritten diese heiklen Passaschen zu meistern. Doch schon bald schien die wärmende Sonne uns ins Gesicht und auf die Ebene. Nun öffnet sich auch die herrliche Aussicht in die Surselva hinunter. Hier ist das wärmere Höhenklima schon sichtbar in der Vegetation. Vorbei am Kistenstöckli, Piz d’Artgas und der Bifertenhütte über weitere Schneefelder, saftigen Weiden und vorbei an kleinen Bächen Richtung Alp Quader auf knapp 2000m, welche von der Brigeler Seite her bewirtet wird, stechen wir bergab mit grossen Schritten. Früher brachten die Viehbesitzer von der bündner Seite ihre Kühe und Schafe bis auf die Limmerenalp und Muttseeebene. Heute reicht die Höhe rund um und unter der Alp Quader dafür. Manchmal steiler, manchmal angenehm, fast flach hinunter schaffen wir die am Vortag erklommenen Höhenmeter wieder ab und steigen ins Tal nach Brigels hinunter. Teilweise auf geteerten Strassenabschnitten, teils auf Wander- und Feldwegen. Nach einer Weile ist auch der kleine See und das Naturbad sichtbar sowie Kirchenturm und Dorfzentrum von Breil/Brigels. Hier stiegen wir aufs Postauto, fuhren hinunter an den Rhein, hier auf die rhätische Bahn nach Chur durch die imposante Rheinschlucht, dem Grand Canyon der Schweiz und wieder ins Mittelland hinunter nach Hause zurück. Das Wetterglück hatten wir bis auf die letzte Stunde Abstieg mit zwei-drei Regengüssen gepachtet und so blieben diese 2 Tage in guter Erinnerung. Wie immer hatten wir aber auch auf dieser Wanderung zuviel Gepäck und Proviant dabei.

Tourengänger: CHBueb


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