Rund um die Geislergruppe


Publiziert von hgu , 15. Juli 2012 um 17:18.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum: 1 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 10:30
Aufstieg: 1550 m
Abstieg: 2050 m
Strecke:24,5 km
Kartennummer:Tabacco 05, Val Gardena

Große Runde um die Geislergruppe...

...es wird ein langer, anstrengender und Nerven aufreibender Tag, der sich lohnt!

Zeit sparen wir um 08:45 Uhr durch eine Auffahrt mit der Col Raiser Bergbahn. Der Weg (Nr. 4) führt uns zur Regensburger Hütte und weiter mit Nr. 2/3 bis auf ca. 2150 m Höhe zum Ende einer schuttigen Hochebene. Wir haben den Abzweig verpasst und steigen nun genau nach Norden zu den Felsen des Col dala Creusc auf.
Hier treffen wir wieder auf den Weg Nr. 13 und arbeiten uns über diesen hinauf, zur immer steiler werdenden Wassserscharte. 
Zum Schluss klettern wir über Blockwerk und in lockerem Geröll meist weglos zur Scharte. Hier begrüßen uns ca. 30 Kinder und einige erwachsene Begleiter; eine sehr fröhlich-ausgelassene Schulklasse.

Unsere Fröhlichkeit sollte einen Dämpfer erhalten. Der Blick zur anderen Seite ist ernüchternd; sehr steile und enge, teils tiefe Spuren führen die Schotterpiste hinab. Die roten Punkte in der Wanderkarte wirken untertrieben! 
Ausrutschen ist nicht erlaubt, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit werden elementare Voraussetzungen!
Behutsam tastet der rechte Fuss abwärts, sucht und findet Halt und nimmt das Körpergewicht langsam auf. Es folgt der linke Fuss und wieder der Rechte. Die Stöcke unterstützen und anfangs stützt eine Hand öfters am Fels. 50 hm tiefer ist das Gröbtse geschafft, es bildet sich wieder ein Pfad und die Steilheit nimmt ab. Wir wandern wieder und erreichen 1 1/2 Stunden später das Kreuzjoch. 

Mit Schorle aus der nahen Medalges Alm wird der Flüssigkeitshaushalt aufgefüllt. 30 Minuten später passieren wir die Alm Tschantschenon und biegen auf den Adolf Munkel Weg (Nr. 35) nach Westen ab. Hier wandern wir nun zwei Stunden, immer am Fusse der Geislergruppe, bis zum Einstieg in den Steig zur Panascharte. Anfangs über steilen Schotter, dann ins Geröll und letztlich in die enge und felsige Scharte. 
Die letzten 100 hm sind versichert. Drahtseile, Stufen und einige Krampen lassen diesen Wegabschnitt alpin erscheinen. Massive hölzerne Verbauungen verhindern Steinlawinen und leiten den Wanderer behutsam höher, schlussendlich hinaus durch die Panascharte auf die Alpe Seceda!

Um 17:00 Uhr, also gut 8 Stunden nach unserem Aufbruch an der Bergstation Col Raiser sind wir wieder auf der Südseite der Geislergruppe angekommen. Die letzte Talfahrt der Bahn ist um 17:30 Uhr; nur im Sprint zu erreichen.
Wir verzichten und machen erst einmal eine kurze Rast; trinken und genießen das herrliche Panorama (Seiser Alm, Langkofel, Sellastock, Cirspitze...)

Wir studieren die Karte und sehen unseren Weg vor und unter uns.
(Panascharte; Weg Nr. 1 vorbei an der Troier Alm zur Daniel Alm; auf Weg Nr. 4 zum Rif. Fermeda, zur Cuca Alm und an der legendären Skihütte Gamsblut vorbei; hinein in den Wald; über den Forstweg bis zum Abzweig Nr. 20 und über diesen zur Straße und in zehn Minuten zur Pension)
 

Berechnet nach Distanz und Höhenmeter sind es zwei weitere Stunden, bis nach Hause, in unsere prima Pension oberhalb von Sankt Christina. Es werden 2:15 Std.! 

Mit weichen Knien, ziemlich platt, dehydriert aber rundum zufrieden streifen wir um 19:15 Uhr auf der Terrasse der Residence Obraldoss die Rucksäcke von unseren Schultern, steigen aus den Bergstiefeln und gönnen unseren geschundenen Füßen Luft und Ruhe.

Ein Weissbier und ein Radler löschen den ersten Durst, ein weiteres Gedtränkepaar folgt und eine halbe Stunde später krieschen wir förmlich die Treppe hinauf, in die hübsche Fereinwohnung und unter eine erfrischende Dusche!

Tolle Umrundung der gesamten Geislergruppe; lange und anspruchsvolle aber auch wirklich lohnende Bergfahrt!


Tourengänger: hgu


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