Über die Napfflue zum Napf


Publiziert von ABoehlen Pro , 4. Januar 2008 um 15:49.

Region: Welt » Schweiz » Luzern
Tour Datum:14 Oktober 2007
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   Napf   CH-LU 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 600 m
Strecke:Luthernbad - Badegg - Nideränzi - Napfflue - Napf - Trachselegg - Luthernbad
Zufahrt zum Ausgangspunkt:In unserem Fall mit dem Auto. Luthernbad lässt sich auch mit dem Postauto erreichen (nur spärliche Verbindungen)
Unterkunftmöglichkeiten:Berghotel Napf
Kartennummer:LK2522 Napf

Diese Route gehört zu meinen Favoriten im Napfbergland, denn hier ist der Übergang vom hügeligen Mittelland ins voralpine Napfgelände besonders ausgeprägt. Das lang gestreckte Tal der Luthern wird beidseits von sanften Hügeln begleitet, während nach Süden hin die felsigen Napfberge einen interessanten Kontrast bilden.

Ausser dem Abstecher über die Napfflue (T3) verläuft die Tour auf markierten Wegen, die allerdings oft sehr steinig, steil und teils rutschig sind, also in die Kategorie T2 einzuordnen sind (trotz gelben Markierungen).

Nach einem Aufwärmkaffee im Gasthof Hirschen in Luthernbad (875 m) steigen wir durch die dicke Nebelsuppe zur Badegg an, die gleichnamigen Höfe passierend. Auf ca. 1100 m drücken die ersten Sonnenstrahlen durch das Grau und bald erstreckt sich über unseren Köpfen ein tiefblauer Himmel und es wird angenehm warm. Auf der Nideränzi (1233 m) erreichen wir den Hauptkamm des Napfberglandes und können nun auch ein prächtiges Alpenpanorama geniessen. Nachdem wir bis jetzt fast alleine unterwegs waren, finden wir uns unvermittekt in einer ziemlichen Menschenmenge wieder. Bald wissen wir warum: Heute wird der traditionelle Napf-Marathon ausgetragen. Besseres Wetter konnten sich die Läufer wohl auch nicht wünschen!

Dem Hauptweg entlang setzen wir nun den Weg Richtung Napf fort, bis wir die Waldecke erreichen. Dort führt der Wanderweg dem Abhang entlang weiter, während vor unseren Köpfen die Napfflue aufragt. Dieser Gipfel, der vom Lutherntal her besonders auffällig ist, reizt mich schon lange, also nichts wie hin! Zuerst muss allerdings ein dreifacher Stacheldraht überwunden werden, was sehr unangenehm ist. Dahinter finden wir so etwas wie eine Spur, die den sehr steilen Abhang hinaufführt. Ansonsten folgen wir weglos der Abbruchkante bis zum höchsten Punkt (1367 m). Und dort stossen wir zu unserer nicht geringen Überraschung auf einen Tisch und zwei Bänke. Wer hätte dies auf einem Gipfel, auf den kein Weg führt, erwartet! Aber dieser Punkt ist wirklich traumhaft und der Tiefblick über die Fluh in den Abgrund, wo die Luthern entspringt, ist atemberaubend!

Interessant wäre es jetzt, dem Grat zum Grüeblihengst (1366 m) zu folgen, der z.B von der Trachselegg aus betrachtet, rau und schwierig erscheint. Und dieser Eindruck täuscht keineswegs; bereits wenig hinter der Napfflue fühlt man sich wie auf Messers Schneide. Leider ist der Boden und das Gras triefend nass, weshalb wir die Übung sicherheitshalber abbrechen. Stattdessen steigen wir direkt über den Südgrat auf den Wanderweg ab, was durchaus auch reizvoll ist.

Nun teilen wir uns die Strecke mit den Marathonläufern. Das ist nicht ganz trivial, da dieser Abschnitt sehr schmal ist und durch unwegsames, steiles Gelände verläuft. Da heisst es, Augen offenhalten und so gut wie möglich zur Seite zu gehen.

Beim Pt. 1277, unweit der Örtlichkeit Schlüechtli münden wir in den breiten Weg vom Grüebli her, dem wir nun bis zum Napf folgen. Auch diese Strecke ist sehr ruppig, und die Turnschuhe der Läufer sind definitiv nicht das richtige Schuhwerk für solches Gelände!

Auf dem Napf herrscht erwartungsgemäss ein ziemlicher Rummel, aber das schöne an diesem Berg ist ja das ausgedehnte Gipfelplateau, wo man immer ein Plätzchen für die gemütliche Rast findet. Mittlerweile hat sich zwar die Nebeldecke in den Tälern aufgelöst, dafür ist die Luft hier oben nicht mehr so klar, wie am Morgen. Zu sehen gibt's trotzdem genug.

Für den Abstieg wählen wir die Route über die Trachselegg, welche gleich sehr steil und rutschig in den Abhang hinunterführt; ein starker Kontrast zum flachen Gipfel. Vorbei an der Alp Trachselegg (1154 m) erreichen wir wieder das jetzt sonnige Tal der Luthern, wo wir auf einem reizvollen Uferweg entlang des Baches zurück nach Luthernbad wandern.

Tourengänger: ABoehlen

Galerie


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