Bogartenfirst und Varianten an der Marwees


Publiziert von Delta Pro , 8. November 2007 um 15:31.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum: 3 November 2007
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein 
Zeitbedarf: 7:45
Aufstieg: 1620 m
Abstieg: 1620 m

Herbstliche Tour auf wilden und einsamen Pfaden im Säntisgebiet.

Das Säntisgebiet hält nach wie vor Überraschungen bereit. Entweder man wandert auf den häufig begangenen Wegen oder man weicht nur wenig von diesen ab und findet einsame Routen und Gipfel, auf die sich jahrelang kein Mensch verirrt. Der Bogartenfirst ist einer dieser Sorte! Die beschriebene Tour kombiniert gemütliche Herbst-Wanderung mit T6-Abenteuern.


Zahme Gocht, Alp Sigel (T3)

Ein hübscher, eigenständiger Gipfel mit jähen Felsabbrüchen gegen die Nordseite. Nur der Name ging vergessen... Das Massiv wird häufig als Alp Sigel bezeichnet, die Alp auf der zahmen Südseite. Ein interessanter Pfad führt von Brüllisau durch die Nordflanke und durch einen steilen Übergang, die Zahme Gocht – sehr lohnend, da man aus den schattigen, steilen Felswänden hinaus auf die sonnige Gipfelebene tritt.

Start im Nebel hinter Brüllisau. Wegloser Aufstieg über Bommeli auf den Wanderweg. Über die idyllische Alp Bärstein, mit Blick übers Nebelmeer, über die Zahme Gocht und über Alpweiden auf den „Gipfel“ des namenlosen Berges. Der Aufstieg durch die Gocht ist felsig, der Weg jedoch sehr gut, z.T. aus dem Felsen gesprengt (T3). Auf Wanderwegen nordseitig um den Bogartenfirst in die Bogartenlücke.


Bogartenfirst (T6)

Das ist ein Gipfel wie er dem Alpinwanderer gefällt: Einsam und wild! Seit 2005 gibt’s ein Gipfelbuch auf dem Bogartenfirst – wir durften uns als dritte (!) eintragen. Das sagt wohl fast alles! Die Schwierigkeit der Routen auf den Gipfel werden durch die Steilheit, vor allem aber durch die Unübersichtlichkeit des Geländes (Legföhren!) bestimmt. Wir wählten einen recht ausgefallenen Aufstieg, der ausser von Steinböcken wohl seit Jahrzehnten keinen Bergschuh mehr gesehen hat. Scheinbar gibt es den sogenannten „Jägersteig“ auf den Gipfel des Bogartenfirsts. Beim Abstieg haben wir tatsächlich Markierungen gefunden! Der Jägersteig ist (gemäss Gipfelbuch) nicht einfach zu aufzufinden und zu verfolgen, weist jedoch wahrscheinlich geringere technische Schwierigkeiten auf, als unsere Route.

Von der Bogartenlücke leicht auf die Südseite absteigen und auf einem Gemswechsel horizontal bis zur ca. 20m hohen Felswand, welche sich vom Gipfel des Bogartenfirst herunterzieht. Diese wird steil überwunden. Kurze Querung im Fels, dann auf einem Grasband aufwärts und gegen rechts in eine Lücke (T6). Abstieg und Querung auf die Wiesenterrasse in der Südflanke des Bogartenfirsts. Nach rund 100 Metern zieht eine markante Verschneidung senkrecht gegen den Gipfel. Besonders einladend sieht sie aus, da es dort keine Legföhren gibt. Der Jägersteig (den wir am Ende des Abstiegs doch noch fanden) führt ebenfalls über diese Terrasse, holt aber weiter nach rechts aus, um zum Gipfel zu gelangen. Wir stiegen durch die Verschneidung in sehr steilem, felsdurchsetzten Gras bergauf (T6, bei Trockenheit gut zu schaffen). Schliesslich erreicht man eine Plattenwand. Besser hält man vor dieser etwas gegen rechts in eine zwischen den Legföhren versteckte Verschneidung. Wir querten die Plattenwand auf einem schmalen Felssims und erreichten so die grasige, mässig steile Verschneidung. In dieser auf den Gipfelkamm und durch Legföhren 10 Meter gegen rechts auf den Gipfel. Ein ganz besonderes Erlebnis! Von wo der Jägersteig den Gipfel erreicht, haben wir leider nicht rausgefunden und sind auf dem gleichen Weg wieder auf die Wiesenterrasse, dann auf dem markierten Jägersteig durch die Südflanke gegen den Sämtisersee und auf ca. 1630 m.ü.M. weglos gegen rechts. Ein schlecht sichtbarer Gemswechsel weist zur Stelle, wo das Wändchen auf Höhe der Alphütte unterhalb der Bogartenlücke zu durchsteigen ist (sehr steiles, felsdurchsetztes Gras, Griffe an Legfören, T6).


Dreifaltigkeit – Marwees (T6/T4)

Die Marwees-Überschreitung zählt zu den schönsten Touren im Alpstein und ist für die meisten Wanderer gut zu schaffen. Der blau-weiss markierte Weg erfreut sich so auch immer grösserer Beliebtheit; das dicke Gipfelbuch hat kaum ein Jahr hingehalten... Hier dokumentiert ist ein nettes „Upgrade“ der Marwees-Überschreitung auf T6 – herrlich wild und einsam! Die senkrechten Felsplatten der Dreifaltigkeit beherrschen die Südflanke der Marwees. Die beiden östlichen, schmalen Türme sind für den Alpinwanderer kaum zu erreichen, der Gipfel der westlichen, breiten Felswand ist über einen schmalen Grat mit der Marwees verbunden und kann im T6-Bereich erstiegen werden.

Auf dem Marwees-Weg von der Bogartenlücke bis zur markanten Rechtsbiegung des Weges. Von dort mit Vorteil noch etwas aufwärts bis unter die Felswände und dann waagrecht in den steilen Gras-Kessel zwischen mittlerem und westlichem Gipfel der Dreifaltigkeit. Durch recht steile Grasflanken erreicht man ohne Schwierigkeiten den Sporn, der von der Marwees gegen den Hauptgipfel der Dreifaltigkeit zieht. Auf diesem anfangs kurz sehr steil (Gras, 60°, 15m) in den Sattel und von diesem in leichter Kletterei ausgesetzt auf den Gipfel – Wow! Anschliessend zurück und auf dem Sporn gerade gegen das Marwees-Gipfelkreuz. Einen Aufschwung überwindet man mit einer ausgesetzten Querung nach rechts und einer Klettereinlage (T6). Anschliessend einfach zum Gipfelkreuz und über den Grat in den Widderalpsattel.


Tourengänger: Delta, sglider

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Kommentare (2)


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Schaageli hat gesagt: Jägersteg
Gesendet am 7. August 2008 um 20:38
Der Jägersteg-Einstieg ist von der Alphütte Bogarten gut ersichtlich. Seit neustem ist auch der Einstieg zum Bogartenfirst blau markiert. Der Jägersteg wird etwas weiter unten eingestiegen und ist rot markiert. Er führt zum Wanderweg von der Alp Sigel zur Alp Mans.
Allen viel Spass im Alpstein
Schaageli ond ilyaonasque

Alpin_Rise Pro hat gesagt: Routen Bogarten
Gesendet am 20. April 2011 um 23:52
Ich hab noch eine Übersicht über den Bogartenfirst mit den Wegen gemacht.
G, Rise


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