...die nächste TuT geht in den Kanalisationsuntergrund von BS


Publiziert von Henrik Pro , 30. Januar 2012 um 19:53. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Basel Land
Tour Datum:29 Januar 2012
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BL 
Zeitbedarf: 2:30
Aufstieg: 100 m
Abstieg: 100 m
Strecke:Bottmingen - Bielhübel - BB - Ettingen
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Kartennummer:Einheimische

 ... vor einigen Tagen erreichte mich dieses Mail – O-Ton!
 
Hallo Henrik
 
Für das TuT haben wir mit Wolfgang folgende Idee. Da Du Dich ja in der Region Jura sehr gut auskennst, kannst Du etwas Schönes für Sonntag organisieren. Wolfgang möchte um ca. 16.00 wieder zu Hause sein,  daher könnten wir z.B. um ca. 10.00 (ab Basel) irgendwohin mit dem Zug, danach ca. einige Stunden marschieren. Das Restaurant könntest Du vielleicht so organisieren, dass wir danach ziemlich bald wieder in der Nähe eines Bahnhofes sind. Somit hätten wir keinen Stress im Restaurant und alle wären zur gewünschten Zeit wieder zu Hause.
 
Du hast also was der Ort und das Restaurant angeht völlig freie Hand. Wir sind gespannt wohin die Reise führt und vor allem welche Tafel wir wieder kennen lernen dürfen.
 
Liebe Grüsse
Conny und Angelo
 
Solche Nachrichten nehme ich gerne an und deren Umsetzung ist ein Vergnügen, das Vertrauen guten Gelingens im Voraus eine freudige Angelegenheit. Da viele ÖV-Verbindungen am Sonntag entweder ruhen oder nur alle Stunden zur Verfügung stehen, kramte ich einen Spaziergang aus dem Zauberhut, der in der Nähe der Agglo beginnen konnte. Startpunkt: Schalterhalle SBB, dort wo das Reisen seinen Anfang schon nimmt in der Form grosser Gemälde aus einer Zeit, als das Unterwegssein mit Bahn und Kutsche noch Tage in Anspruch nahm. Bevor wir mit der Tram 10 hinaus auf „Land“ fahren, soll doch noch die Kaffeerunde kurz gepflegt werden – hätten wir den bidi35 in unseren Reihen mit dabei gehabt, wären wir vielleicht nicht ganz so schnell aufgebrochen: Kaffeetrinken hat ja auch was zu tun mit Riten und Traditionen!
 
 ... die BLT verbindet im Gegensatz zur BVB die Vorortsgemeinden, ihr Trasse ist damit meist auch von der Strasse getrennt. Mit dem letzten Fahrplanwechsel hat eine Taktverdichtung stattgefunden, die aber auch eine Gemeinde als Verlierer zurücklässt: Rodersdorf am Ende der Linie 10 wird ausserhalb der Rushhour nur noch zweimal die Stunde bedient... Als wir in Bottmingen das Tram verlassen, besuchen wir zuerst das Weiherschloss Bottmingen, das weit herum für seine Küche und seine Repräsentation bekannt ist. Was uns etwas deplaziert vorkam, war die noch bestehende Weihnachtsdekoration. Im Schlossgarten fragten wir uns, wie alt wohl der dortige mächtige, ausladende Baum sein dürfte, unter dessen Ästen die ersten Krokusse hervorblinzelten? Im nachfolgenden Aufstieg (doch, doch...) führte der Weg durch eine kleine Parkanlage hinauf zum Plateau, das sich von Binningen hinzieht nach Biel-Benken. Den Ortsrand von Bottmingen verlassend, stehen wir im Bannkreis eines vielgenutzten Naherholungsgebiets der angrenzenden Gemeinden, die nur einen Steinwurf von Basel entfernt liegen. Biker, Jogger, Hündeler und auch an einem niesligen, eher kühlen Tag wie dem heutigen Sonntag, sind Hunderte Spaziergänger unterwegs. Verbindungsstrassen zerschneiden eine eher dürftige Idylle, aber Weite ist spürbar. An sonnigen Tagen, es sei erlaubt zu erwähnen, kann von hier die Oberrheinische Tiefebene erahnt, der Chrischona-Turm erblickt und die Vogesen gesehen werden. Und nach Süden hin die Jura-Züge, in erster Linie der Blauen und nach Südosten der Gempen! Vereinzelte Schneeflocken fallen auf unsere Häupter. 


 ... die Gemeindegrenzen sind wie heute üblich oft in besiedeltem Raum, so bemerken wir gar nicht, dass wir eine gerade wieder überschritten haben: der Drisselhof (Bio-Hof) gehört bereits zu Oberwil. Unser Weg führt im Zick-Zack zur Schulanlage Gymoberwil, bevor wir diese aber am Parzellenrand passieren, werden wir einigen Störchen gewahr, die hier ganzjährig brüten und leben – sie sind seit Jahrzehnten hier zuhause und Bestandteil der Umgebung. In der monochromen Landschaft, die der wenige Schnee und das eher dunkle Feldgrün zusammen ergeben, sind die Störche gut getarnt und fallen uns erst auf, als sie wegfliegen. Dasselbe trifft zu auf die verschiedenen Graureiher, die wir später antreffen. Wir sind übrigens heute meist auf Tarmac unterwegs – im weitern Verlauf des Spazierganges nun  nördlich des ehemaligen Geländes der Ziegelei, in dessen Gebäuden und Zone modernes Wohnen und auch Speisen Einzug gehalten haben. Am Bielhübel stehen wir auf Oberwil’s höchsten Gemeindepunkt – daselbst auch ein granitenes Kreuz bzw. eine künstlerische Arbeit, in die eingraviert die Abkürzung BGO 96 zu lesen ist – die Erhellung dazu ist noch ausstehend. Unterhalb des Bielhübels auch eine Wasserfassung bzw. Reservoir, das heute ein Biotop ergänzt. Erneut verfolgen wir einen Zick-Zackkurs, entdecken im Gelände und an Gewächsen Kleinode, die die Jahreszeit und der Schnee entstehen lassen. Im letzten Wegsabschnitt verlassen wir die Strasse und landen im „Lätte“ (Lehm). Am Feuerwehrsmagazin vorbei gelangen wir zum Mittagsziel: bei Zihlmanns!
 
 ... der vorgelagerte Hofladen bietet ein umfangreiches Angebot an Broten und Obst, sogar der Laden ist am Sonntag mit einer Person besetzt – wir nutzen dieses Angebot nicht, dafür setzen wir uns im Säli an einen reservierten Sechser-Tisch, mit Blick aufs Land, das wir hinterher noch zu besuchen gedenken. Bevor jeweilen zugepackt wird, die Teller richtiggehend in Angriff genommen, ist obligates Fotoshooting angesagt, wir wollen ja auch andere hikr.s für TuTen begeistern. Noch ein Wort zur Ausstattung der Wandertenues: den grössten Rucksack trägt (fast wie immer) der Autor, Pfaelzer einen in Camouflage (Version Grossstadt Zürich), bei Baldy und Connys ist heute Angelo fürs Tragen verantwortlich und die Minimalisten sind eindeutig die bulbiferums – sie waren ohne Tragegestelle unterwegs.  Gefroren hat übrigens niemand – die Zahl der TN hielt sich aber in Grenzen, eingeladen habe ich einige mehr, die sich per PN bzw. SMS abgemeldet haben – einer verschwand an die Sonne im Wallis, Sputnik weilte zum Papstbesuch im Vatikan!
 
 ... bei Zihlmann’s isst man währschaft und seit Jahren gut (bulbiferums können das bestätigen). Sprichwörtlich hohe Schule sind die Kalbsleberli an der feinen Röschti, auch der Nüsslisalat mit den Crôutons die knackige Verführung in der Glasschüssel, die weitere Accessoires völlig unnötig machen – die hausgemachten Crèmeschnitten wurden schon zu Beginn bestellt, bevor die Menukarten auf den Tisch gelangten! Auf Wein wurde diesmal verzichtet, woran das gelegen haben könnte, ich weiss es nicht – vielleicht lag es an der kühlen Witterung – nicht an der gemütlichen Atmosphäre des Lokals. Erstaunlicherweise gingen nur wenige andere Gäste dort zu Tische.


 ... damit Pfaelzer rechtzeitig wieder in heimische Gefilde gelangte, beendeten wir den Mittagsumgang kurz vor 14 Uhr, liessen ihn für eine kurze Weile alleine an der Bushaltestelle warten, unmittelbar vor der Beiz (was für die Beiz und den ÖV spricht) und setzten den Spaziergang fort nach Ettingen.  Erneut kreuzten wir die Birsig, wie schon in Bottmingen, fanden uns auf weiten Feldern wieder, die in galanter Monochromie Stimmungen von Melancholie und Schwere herantrugen. Erstaunlicherweise sind bei solcher Witterung durchaus viele Menschen unterwegs, auch mit Hund. Nach einer Stunde gelangten wir nach Ettingen, nur drei Minuten später bestiegen wir ohne die Aescher-Crew, denen der Bus vor der Nase wegfuhr und sie daher zu Fuss nach Hause wanderten, das Tram 10, das mich an den Aeschenplatz und die Lieschtelemer zum Bahnhof zurückbrachte.
 
 ... meinte doch Baldy und Connys Conny, ihre  Idee aus irgendwelchen Kontexten, die unterwegs auftauchte und Applaus erntete, ob wir nicht im Sommer ein TuT mal durchführen könnten im Basler Underground – eine Führung durch die Basler Kanalisation. Dazu passen würde ja auch die doch ernstgemeinte Kulinarik-Empfehlung  des bulbiferums Markus’, dass Ratten hervorragend schmecken würden...

Dazu nun auch noch der Link: http://www.ideenreich.ch/main.html 




Galerie


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T1
29 Jan 12
getafelt im Leimental · Baldy und Conny

Kommentare (2)


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bidi35 hat gesagt: wäre gerne...
Gesendet am 30. Januar 2012 um 20:35
...auch dabei gewesen (scho wäge de Käfeli!!), aber es ging halt leider nicht.

Habe die Bilder bereits in Baldy und Connys Bericht bewundert...vor allem die vollen Teller...

Und...Tram Nr. 10...Bielhübel...weisch no...

Mein Ossolaner-Kollege macht übrigens mit seiner Gruppe 3 Stadtwanderungen in Basel (9.2., 22.2. und 16.3.). Vielleicht werde ich auch einisch dabei sein...wenn nicht, freue ich mich auf den Basler Underground;-)))

Liebi Grüess
Heinz

Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 30. Januar 2012 um 20:55
schön, wenigstens "virtuell" diese deine TuT-Aktivitäten nachvollziehen und erleben zu können - Danke Henrik!

lg Felix


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