Pilatus: Matthorn 2041,3m und Esel 2118,7m


Publiziert von Sputnik Pro , 20. Juli 2007 um 11:16.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:19 Juli 2007
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Pilatusgebiet   CH-OW   CH-NW 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1880 m
Abstieg: 920 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit der S-Bahn von Luzern nach Alpnach.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Von Luzern Bahnhoh mit Bus Nr.1 nach Kriens. Von dort in 5min zu Fuss zur Pilatusbahn. Mit dieser Gondelbahn hinauf zur Fränkmüntegg.
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel auf Pilatus Kulm (www.pilatus.ch).
Kartennummer:LKS Nr.1170 1:25000 Alpnach

ÜBER DEN TOURISTENBERG AUF KAUM BEGANGENEN PFADEN.

Mein NW-Gipfel Nummer 7 sowie meine OW-Gipfel Nummer 19 und 20.

Matthorn (OW; 2041,3m): Das Matthorn ist dem Pilatushauptkamm südlich vorgelagert. Schwierige Kletterrouten aber auch Bergwege führen auf seinen Gipfel. Ich versuchte eine ziemlich direkte Route auf den oberen Südwestgrat und über diesen zum Gipfel. Was ich dabei entdeckte, war eine äussert abwechslungsreiche Tour mit einer T6-Kletterstelle und einem luftigen Kalkgrätchen. Man startet in Alpnach und wandert zuerst der Chli Schliere (Bach) entlang. Nach der Talebebne geht es durch Buchenwald zu den Höfen Balisried hoch. Beim P.717m beginnt ein sehr schöner Bergweg durch den Wald über 500 Höhenmeter. Vom oberen Waldrand geht es weiter auf Weiden über Pfadspuren zum Hof Unter Chretzen hoch. Nun wird das Gelände erstmals weglos, über mässig steile Weiden steigt man über Ober Chretzen bis zum P.1597m hoch wo man auf ein Fahrsträsschen trifft.  Man folgt dem Strässchen in Richtung Südwesten (in Richtung markanntem Turm P.1725m) bis in die Mitte eines Kessels. Wenn man nun nach oben sieht erkennt man ein von rechts kommendes Felsband das direkt oben von einem endet. Man steigt nun direkt über den steilen Grashang auf (T4), so dass man links am Felsende vorbeikommt. Eine kleine Baumgruppe wird dabei rechts umgangen. Nach dem steilen Aufstieg über den 180Hm hohen Grashang trifft man dann auf ein Weglein. Wer will kann dem Weglein folgen und so einfach (T3) aufs Matthorn gelangen. Interessanter ist jedoch der weitere Aufstieg zum Grat. Man erkennt oben einen grosser Fels. Rechts davon sind kleiner Felsbänder und Lawinenverbauungen. Man hält sich direkt ans rechte Ende des grossen Felsens (fast direkt Falllinie). Nach zirka 70Hm Aufstieg über Grasweiden wird der Felsriegel erreicht. Die unterste und grösste Lawinenverbauung wird rechts umgangen (T4). Danach sieht man gut den einfachsten Durchgang direkt rechts vom grossen Fels. Diese Barriere ist während 5m fast senkrecht und muss erkletteret werden. In der Mitte hat es fast keine Tritte und man braucht Kraftaufwand um sich hochzuziehen. Die Schlüsselstelle ist ein garantiertes T6 und sicherlich ein II+ in der Kletterskala. Oben gelangt man schnell auf den Grat, den man beim P.1943m erreicht. Man folgt dem breiten Gratrücken bis zu einem steilen Felasaufschwung mit markannte Rinne im oberen Felsteil. Die Rinne wird mässig ausgesetzt erreicht (T4) und man kann gutgriffig darin auf den Aufschwung gelangen (T4). Nun ist der Gipfel wieder zu erkennen und man klettert einfach immer auf der felsigen und luftigen Gratschneide (T5, Fels I). Nach etwa 250m endet der Felsgrat und man gelangt über Gras in wenigen Minuten auf den Gipfel. Der Abstieg zu den Chilchsteine führt über einen teilweise gesicherten Bergweg.

Pilatus-Esel (NW/OW; 2118,7m): Für den Aufstieg wählte ich die direkte Südrippe und den Südgrat. Im Führer "Zentalschweizer Voralpen" ist diese Route als WS / Fels II beschrieben. Jedoch habe ich dort nur ein I angetroffen, zudem ist es sicherlich nicht mehr als T5 - aber das Gelände ist teils recht luftig! Von den Chilchsteinen gelangt man auf Wegspuren direkt über den Tunneleingang der Pilatusbahn. Dort geht es über Grasnarben und einfache Felsen direkt auf der Rippe hoch bis unter eine nach oben ziehende Felswand mit markanten höhlenartigen Löchern. Man steigt unter der Wand etwa 15m nach oben, danach hält man eher links und steigt über gutgriffige Felsen weiter nach oben. Ein abdrängender Aufschwung drängt einen dann bald bis ganz nach links über den Abgrund. An der engsten Stelle kann man dann aber leicht auf den Aufschwung klettern. Danach geht noch kurz weiter über Felsgelände und schon bald leitet ein Grasgrat auf den verbauten Touristengipfel des Esels. Der Abstieg¨über Kulm, Chrisiloch zur Klimsenkapelle erfolgte über den Bergweg (T3). Der weitere Weg (wess-blau-weiss; T4) übers Band zur Fränkmüntegg war eigentlich gesperrt, jedoch ist er gut begehbar. Vom angekünntigten Wegabbruch oder Zeugen von Steinschlag habe ich jedenfalls nichts gesehen...

Genaue Route: Alpnach Bahnhof - P.464m - Balisried - P.717m - Zelgwald - P.875m - P.1153m - Unter Chretzen - Ober Chretzen - P.1597m - direktaufstieg zum Grat beim P.1943m - direkter Südwestgrat Matthorn - Matthorn - Chilchsteine - Südrippe/Südgrat Pilatus Esel - Pilatus Esel - Pilatus Kulm - Chriesiloch - Klimsenkapelle P.1866m - Bandweg - Fränkmüntegg Bergbahnstation.

Tour im Alleingang.


Tourengänger: Sputnik

Galerie


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