Glurns - Waalwege im Obervinschgau


Publiziert von laponia41 Pro , 23. September 2010 um 11:37.

Region: Welt » Italien » Trentino-Südtirol
Tour Datum:21 September 2010
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Glurns
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Mals
Unterkunftmöglichkeiten:Gasthof Krone oder Gasthof Grüner Baum in Glurns

Die Reise nach Glurns
Die Reise nach Glurns hatte eigentlich zwei Gründe. Zum einen wollte ich einen ersten Augenschein nehmen für eine SAC-Seniorenwanderwoche, zum andern galt mein Interesse natürlich den mir noch nicht bekannten Waalen im Obervinschgau. Und dann ist es natürlich auch die Fahrt mit der Rhätischen Bahn, die auf mich einen besonderen Reiz ausübt. An diesem schönen Herbsttag war der Umweg über die Albulastrecke sozusagen Pflicht - im hintersten fast leeren Wagen ein ganz besonderer Genuss.In Zernez wechselten wir auf das Postauto, fuhren über den Ofenpass ins Münstertal und erreichten nach dem Grenzübergang rasch unser Tagesziel, die gemütliche Kleinstadt Glurns. Im Gasthof Krone, einem ehemaligen Stadtpalais, bezogen wir ein aussergewöhnlich schönes Turmzimmer mit Sicht auf den durch ein ländliches Fest belebten Stadtplatz. Tanzen und feiern können sie, die Vinschger. Fast wurden wir ein bisschen neidisch.

Der Mitterwaal (T1)
Unser erstes Wanderziel war der Glurnser Mitterwaal. Beim Grossen Turm beim Tauferer-Tor geht es ausserhalb der Stadtmauer dem Rambach entlang hinauf zum Campingplatz. Über eine Brücke und einen Feldweg steigt man hinauf zur Hauptstrasse, überquert diese und folgt ihr bis zu Pt. 940 am Waldrand. Hier weist ein Wegweiser hinauf auf den Waalweg. Angepriesen wird der Mitterwaal als einer der schönsten Waale des Südtirols. Das können wir so nicht bestätigen. Seit 1994 führt er kein Wasser mehr, die einzige spannende Stelle im felsigen Gebiet ist zur Zeit nicht begehbar, eine Umleitung führt oberhalb der Felsen durch. Die einzigen noch sichtbaren Holzkännel modern vor sich hin.Die Wanderung dem Rambach entlang zum Dörfchen Rifair gefiel uns trotzdem, das grosse Suonenerlebnis brachte sie jedoch nicht.

Leitenwaal und Bergwaal (T2)
Zu loben sind im Obervinschgau die guten ÖV-Verbindungen. Mit dem City-Bus waren wir am zweiten Wandertag rasch in Schluderns Im Vintschger-Museum wurden wir kompetent beraten und entschieden, die beiden Waale im Uhrzeigersinn zu begehen. Wir folgten dem Strässchen, das in die Schlucht des Saldurbachs hineinführt und bogen dann links ab Richtung Ganglegg-Hügel.Kurz unterhalb des Leitenwaals stösst man auf eine prähistorische Siedlungsstätte mit Funden aus der Bronze-, Eisen- und Römerzeit. Der Leitenwaal entschädigte uns für den Frust des Vortages. Vergleichbar mit dem Bärgwasser bei Rosswald plätschert er durch den steilen sonnigen Bergwald. Aus der Ferne grüsst das imposante Gipfelmassiv des Ortlers. Einige felsige und rutschige Stellen sind gut gesichert. Die gemeinsame Schöpfe vom Leiten- und Bergwaal befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der Schlucht. Nach dem Wasserteiler überspannt ein aufgehängtes Rohr den Saldurbach und speist den Leitenwaal. Der Wanderer steigt auf einer Treppe hinunter zum Bach und auf der anderen Seite wieder hoch.

Der Bergwaal (auch Berkwaal genannt) erhält deutlich mehr Wasser als der Leitenwaal und wird zusätzlich aus einem Seitenbach gespiesen. Dort wo der Waal das Kulturland erreicht ist dann Schluss mit dem offenen Wasserlauf. Eine ähnliche Installation wie am Beginn des verrohrten Mitterwaals säubert das Wasser und leitet es in die Rohre. Kurz nach dieser Stelle erreicht man den Vernalhof und kann von hier zur Churburg und nach Schluderns absteigen.

Eigentlich hätten wir nun noch das Vintschger Museum besichtigen wollen. Wir hatten aber nicht gewusst, dass man auch im Vinschgau Siesta hält. Beim nächsten Besuch machen wir es besser: zuerst das Museum - dann der Waal.Mit der Vinschgerbahn gings dann weiter nach Mals und mit dem Schweizer Postauto zurück nach Glurns.

Fazit: Glurns und der Obervinschgau sind eine Reise wert!


Tourengänger: laponia41


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Kommentare (3)


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Henrik hat gesagt: ...Suonen und ihre
Gesendet am 23. September 2010 um 22:21
Verwandten.

Diese Technik scheint durch deine Berichte eine Aufwertung zu erhalten, sehr lesenswert.

Danke und LG

Henrik

laponia41 Pro hat gesagt: RE:...Suonen und ihre
Gesendet am 23. September 2010 um 23:19
Es war von Anfang an ein Ziel der Community Suonen/Bisses, auch die Waale im Vinschgau zu dokumentieren. Mir kommt das sehr entgegen, weil ich ein grosses Flair für Italien habe. Der Vinschgau spricht mich aber auch an wegen der Herzlichkeit der Menschen. Die haben irgendwie die Mitte zwischen der Pedanterie nördlich und der Cordialità südlich der Alpen.

LG Peter

Felix Pro hat gesagt: RE:...Suonen und ihre
Gesendet am 25. September 2010 um 20:32
genau so erlebe ich es auch; nebst der prächtigen Landschaft - vom Obstbau in den Ebenen über die Waale bis zu den Dreitausendern - ist es die gute Mischung im Lebensalltag, welche mir im Vinschgau so gefällt.
Vielen Dank Peter für diesen "ausländischen Suonenbericht"!

lg Felix


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