Allalinhorn via Hohlaubgrat


Publiziert von tschiin76 , 19. Dezember 2010 um 00:37.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:19 Juli 2008
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 

Gleich zwei Premieren: aivlas erste Hochtour und dann gleich noch mit Steigeisen klettern.

Geplant wäre eigentlich der Alphubel gewesen, mit Übernachtung.
Der Tourenleiter entschied sich aber alternativ wegen eines angekündigten Wetterumschwungs für das Allalinhorn mit An- und Rückreise am selben Tag.
Das hiess früh aus den Federn (02:30), damit wir mit der ersten Bahn aufs Felskinn gelangen konnten.
Treffpunkt war an der Talstation in Saas Fee und wir schwebten gleich nach 07:30 in die Höhe.

Im Schnellzugstempo wanderten wir zur Britanniahütte, für einen Kaffee war keine Zeit. Wir stiegen gleich Richtung Hohlaubgletscher ab, den wir nach ca. 1/2h erreichten. 

Hier hiess es anseilen und sich in Startposition bringen. Die zwei Hochtouren-Neulinge knöpften wir dem Chef ans Seil, die etwas erfahreneren Drei bildeten die zweite Seilschaft.

Über den teilweise eingeschneiten Gletscher gewannen wir rasch an Höhe, ein paar wenige Spaltenzonen galt es zu  bewältigen.
Das Wetter war immer noch gut, auf dem Grat jedoch empfing uns ein enorm starker Wind, der den Wetterumsturz ankündigte und unsere Gesichter mit dem aufwirbelnden Schnee sandstrahlte.
Das Tempo wurde langsamer, der Kampf gegen den Wind anstrengender.
Mit ca. 1h Verspätung auf den Tourenplan erreichten wir das finale Felsband kurz vor dem Gipfel.
Wiederum brauchten wir länger als geplant, um die Kletterstelle zu bewältigen. Die Route vereist und zwei, die das erste Mal mit Steigeisen geklettert sind. Allerdings wurden sie gut vom Chef gesichert und meisterten die Herausforderung bravourös! Ich war stolz auf aivla!

Nach einem kurzen letzten Stück im Schnee erreichten wir den Gipfel, wegen der fortgeschrittenen Zeit reichte es aber nicht einmal mehr für einen Gipfelkuss.
Im Laufschritt galoppierten wir die Normalroute hinunter, überholten noch ein paar andere Berggänger und erreichten knapp die letzte Bahn noch, die uns nach Saas Fee hinunter brachte.

Zum Abschluss gingen wir irgendwo im Goms noch essen (ich glaube, in Reckingen),  nachdem wir noch einen rauchenden Belgier aus einem Strassentunnel abgeschleppt, den Verkehr geregelt und uns ein Panache in Eisten genehmigt hatten (das Panache und unser Wunsch, draussen auf der klitzekleinen Terrasse zu bleiben, überforderte die Wirtin etwas, worauf wir uns selber etwas zusammenmixten mit Bier und Citro und die Stühle gleich selber hinaustrugen...).

Gegen Mitternacht waren wir wieder zuhause, voll von Eindrücken und einem tollen Erlebnis aber hundemüde.
So an einem Tag von 500m auf über 4000m und wieder zurück ist doch nicht ganz ohne und nicht unbedingt immer das Beste für den Körper....

Tourengänger: tschiin76, aivla


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