Die alten Kohlenlöcher im mittleren Tösstal


Publiziert von ossi , 9. Mai 2010 um 10:15. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum: 3 Mai 2010
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-ZH 
Zeitbedarf: 5:15
Aufstieg: 100 m
Abstieg: 100 m
Strecke:siehe Kartenausschnitt
Zufahrt zum Ausgangspunkt:S26 nach cff logo Sennhof-Kyburg
Zufahrt zum Ankunftspunkt:S26 ab cff logo Kollbrunn
Kartennummer:1:25'000: 1072 Winterthur

Die Kohlenlöcher bei Sennhof und Kollbrunn wurden einst gegraben, um Braunkohle in ressourcenarmen Zeiten abzubauen. Die armen Zeiten sind längst vorbei, die Löcher sind geblieben und damit der Reiz, dieselben mit der Taschenlampe zu erkunden. Namentlich den jungen bzw. jüngsten Generationen bietet sich hier eine sehr reizvolle Gelegenheit, abenteuerliches Entdecken mit sportlicher Betätigung zu kombinieren.

Sennhofer Kohlenloch: Vom Bahnhof Sennhof blickt man gen Kollbrunn, schlägt auch diese Richtung ein und versucht an geeigneter Stelle die Geleise zu überwinden. Uns war die Gelegenheit vergönnt, einen legalen Übergang zu finden, weshalb wir die Geleise mitsamt den Kindern und dem mitgeführten Bike irgendwo im freien Gelände überschritten (T1+, moralisch bedenklich). Man folgt nun einem überwachsenen Weg dem Waldsaum entlang Richtung Kollbrunn, bis er schliesslich an die Geleise zurückführt,wo ein Weiterkommen nicht mehr möglich ist. Hier -bzw. kurz davor- führt eine hübsch angelegte Treppe in wenigen Minuten zum Kohlenloch.

Das Kohlenloch ist nur etwa einen Meter hoch, besteht aus einem halbwegs geräumigen Vorraum und zwei schmalen Gängen, die ein ganzes Stück weit in den Hügel hineinführen. Das Innere der Höhle versprüht einen ungemein sinnlichen, nagelfluhfeuchten muffigen Geruch, wie man ihn als Tösstalliebhaber schätzt und den man immer wieder von Neuem sucht, um sich daran zu erfreuen. Der Bereich am Höhleneingang eignet sich vorzüglich für einen längeren Aufenthalt, Bank und einfache Feuerstelle gibt's inklusive.

Der Weiterweg zum Kollbrunner Kohlenloch ist hier eingezeichnet, zwei etwas wildere Singletrails (definitiv nichts mehr für dieses Bike) sind dabei zu bewältigen (T2-). Wer es beschaulicher mag, wechselt wieder halblegal über die Geleise und folgt dem Tössuferweg bis Kollbrunn. Kurz vor dem Bahnhof steuert man auf den auffälligen backsteinernen Schornstein zu. Auf der Nordseite der Geleise gewinnt man über ein Stück Wiese den Waldrand, dringt einige Meter in den Wald ein und steht bald schon vor dem Kollbrunner Kohlenloch.

Kollbrunner Kohlenloch: In Sachen feuchtfröhlicher Muffigkeit kann es leicht mit dem Sennhofer Kohlenloch mithalten. Der Gang ist allerdings -abgesehen vom Eingangsbereich- auch für grössere Menschen recht gut begehbar und führt ganze 38m in den Hügel hinein: Eine Informationstafel am Eingang gibt Auskunft. Auch hier bietet der Umschwung viel Gelegenheit zum Spielen, ohne dass man sich um des Kindes Wohl allzu sehr fürchten müsste.

Im Anschluss an die Tour halten wir uns beim nahe gelegenen Industrieweiher auf und entdecken dabei ein besonders hübsches Schwanenexemplar. Das Tösstal hat einmal mehr eine kleine Perle offenbart, die wir ohne Kinder wohl nie entdeckt hätten.
 
Auf diese Kohlenlöcher kam ossi übrigens, weil wir nun zum dritten Mal (von drei!) auf unserem Montags-Kinder-Ausflug mit suboptimalem Wetter zu rechnen hatten. Trotzdem waren wir froh, nur am Rande von Regentropfen belästigt zu werden, die Pausenzeiten vor den Eingängen waren angenehmer als wenn wir die Höhlen als Unterstand hätten verwenden müssen.


Unterwegs von 10.35 bis 15.50 Uhr.
Tour mit zwei Erwachsenen und 3 Kindern im Alter von 3, 3½ und 5 Jahren.
Unsere vorhergehende Tour: *Schauenberg Überschreitung mit Sonne, starker Bise
Unsere nächste Tour: *Chräzerli - Rossfall, dem Bach entlang mit Kindern


Tourengänger: ossi, KraxelDani

Galerie


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