Carugo (Val Lodrino)


Publiziert von Zaza , 19. Oktober 2009 um 12:28. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:16 Oktober 2009
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Poncione Rosso   CH-TI 
Aufstieg: 1300 m
Abstieg: 1300 m
Unterkunftmöglichkeiten:Capanna Alva, deluxe!
Kartennummer:1293

Die vor langer Zeit aufgegebene Alp Carugo liegt auf einer Höhe von 1000 – 1200 m auf einem Sporn im wilden Val Lodrino im Tessin. Während auf der Ausgabe 1955 der LK 1:50'000 noch diverse Pfade in der Zone eingetragen waren, ist auf allen Ausgaben der LK 1:25'000 kein Pfad mehr zu erkennen. Der Zugang ist somit recht interessant und auch etwas anspruchsvoll.
 
Vermutlich führte die Normalroute einst von Lagua über Peros nach Carugo. Diese Route hatten wir am Montag probiert und waren im Brombeergestrüpp stecken geblieben. Sie ist wohl besser im Frühling zu begehen (wenn überhaupt). Immerhin hatten wir danach den Zugang von Dureda – Balmei noch bis hinunter zum Talbach erkundet, so dass wir heute den ersten, komplizierten Teil recht zügig absolvieren konnten.
 
Der eigentliche Ausgangspunkt ist Dureda (892 m), das von Lodrino via Pönn erreicht wird (öV-Variante) oder von Legri, wenn man ein Auto zur Verfügung hat. Man folgt nach Dureda noch etwas dem Talweg bis auf etwa 940 m, kurz nach der Überquerung zweier markanter Rinnen. Nun verlässt man den Talweg und steigt in den Wald runter bis zu einer kleinen Ruine (von oben nicht zu sehen). In der Folge quert man schräg abwärts taleinwärts. Vom Pfad ist kaum mehr etwas zu sehen. Man überquert zwei Rinnen und folgt dann dem Fuss der Felswand schräg abwärts bis zu einer Balm (Referenzpunkt für die Gegenrichtung). Hier muss man der Versuchung widerstehen, direkt zum Bach gehen zu wollen, denn er ist tief eingefressen. Man quert noch weiter, auch mit wenigen Metern Abstieg, bis sich eine Abstiegsmöglichkeit über einen steilen Hang zeigt. Man erreicht den Talbach wenig unterhalb P. 821.
 
Wir erkundeten noch den Weg, der von hier über den Rücken von Balmei (Ruine, vermutlich von Holzarbeiten) führt und dann runter zum Bach Richtung Piansgeira. Dieser Pfad ist recht gut zu finden (auch mit alten Schnittspuren). Hingegen soll der Weiterweg vom Seitenbach Richtung Piansgeira problematisch sein (Sicherung erforderlich), weil beim Unwetter im Oktober 2007 der Boden abgerutscht ist, so dass nun nur noch nackter Fels vorhanden ist (Aussage eines lokalen Jägers).
 
Zurück zur Carugo-Route: Man überquert den Talbach (bei Hochwasser problematisch bis unmöglich!) und folgt ihm talabwärts bis zum ersten Seitenbach. Hier steigt man etwas auf, bis man ein Band sieht, das schräg aufwärts auf den Sporn führt (Ein- und Ausstieg je ein Steinmann). Der untere Teil des Spornes ist ziemlich felsig, im Aufstieg kein Problem, im Abstieg ist es wohl eher aufwendig, die Durchschlupfe auf Anhieb zu finden. Wenig unterhalb von Carugo kommt von rechts der Weg von Lagua daher, ab hier finden sich auch einige rot-weisse Markierungsbändel bis Carugo.
 
Der Stall von Carugo ist überraschend gross, das Dach ist eingefallen. Etwas weiter oben erkennt man recht gut das Trassee des alten Weges, der durch wildes Gelände nach Bercögn führt. Wenn man auf der Rippe bleibt, erreicht man jedoch etwa 100 hm weiter oben zwei weitere Ruinen. Danach steigt man ohne besondere Probleme weiter auf dem Sporn auf bis zum Weg Bercögn-Piancora. Von diesem Punkt kann man direkt (Wegspur) zur schönen Alp Alva aufsteigen, von wo markierte Pfade zurück ins Tal führen.

Tourengänger: Alpin_Rise, Zaza

Galerie


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