Jazzihorn ( 3277m ) - Blick vom Wallis über das italienische Wolkenmeer


Publiziert von Alpenorni Pro , 14. Oktober 2009 um 00:07.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 6 Oktober 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Aufstieg: 1150 m
Abstieg: 1150 m
Strecke:Mattmarkstaudamm ( 2200) - Ofental - Jazzilücke( 3081) - Höhenweg bis zur Schulter - NO-Flanke aufs Jazzihorn ( 3277) - Abstieg SW-Flanke - Ofental - Mattmark

Das Jazzihorn ( 3277m ) , nördlich über der gleichnamigen Lücke gelegen, bescherte uns nicht nur einen erst lieblichen, später recht alpinen Auf- und Abstieg, sondern auch einen ganz speziellen  Ausblick, wie ich ihn nur sehr selten gesehen habe !
Start am Staudamm des Mattmarksees ( 2200m). Dreimal sind wir von unserer kleinen Ferienwohnung in Saas Almagell hier heraufgefahren im Laufe unserer Tourenwoche, und jedes Mal laufen auf der Staumauer kleine Trupps von Bergpiepern herum, und unten am Ufer trippeln Bachstelzen auf und ab - der Vogelzug macht sich auch in größeren Höhen bemerkbar.  Uns zog es auch in die Höhe, links auf dem markierten Wanderweg vom See abbiegend, schwenkten wir bald in die Matten des weiten Ofentals herein und erreichten nach 3 3/4 Stunden gemütlichen Wanderns und Schauens ( das ganze Gebiet kannten wir vorher nicht - richtiges Neuland ! ) die Jazzilücke ( 3081m).
Hier erwartete uns einer dieser unverhofften Momente, wegen derer ich in die Berge gehe:
Der erste Blick über einen Pass auf die gegenüberliegende Seite ist ja ohnehin schon ein spannender Moment - man weiß nie so ganz genau, was einen erwartet - aber hier erwartete uns , statt des "noch nicht so ganz genau" erhofften Tiefblicks auf südliche, italienische sonnige Täler und Seen, völlig überraschenderweise: ein riesiges Wolkenmeer ungeahnten Ausmaßes, aus dem nur einige Kämme und Gipfel - und gaaanz weit weg am Horizont Berggruppen wie Fata Morganen -  herausschauten. Das Ganze, in etwas frostig-blauen Farbtönen gehalten, erschlug uns förmlich ob seines plötzlichen Erscheinens !
Gut, dass man sich hier schön niedersetzen und sammeln kann.
Denn schon bald geht es auf dem Antrona-Pass-Verbindungsweg hinüber zur Gratschulterauf dem NO-Grat des Jazzihorns. Zwar auf gutem Weg, mit einigen Geländerseilen gesichert zudem, aber schwindelfrei sollte man hier schon sein ( T4-).  Von der Schulter weg kamen wir nun in nordseitiges Gelände mit viel Schneebelag.
Da uns die beste Route von hier ab nicht genau bekannt war, und dummerweise auch unser Ziel, das Jazzihorn, sich immer wieder in Wolken hüllte, haben wir wohl nicht gerade die leichteste Route gefunden bzw. sind nicht direkt dem Grat gefolgt, wie es wohl zu empfehlen wäre, sondern haben uns in die Flanke rechterhand begeben.
Also bei weitem nicht optimal, aber es ging :
Wir hielten zunächst in westlicher Richtung auf ein großes Firnfeld zu, das wir an seinem oberen, sehr steilen Rand , teils an den bröckeligen Felsen oberhalb, ansteigend querten.( Ein Glück, dass wir vorsichtshalber die Eispickel dabei hatten - ohne die wären wir hier nicht weitergekommen ! )  Nun steuerten wir in kombiniertem Gelände ( Schnee/Fels/Schutt) durch die steile Flanke möglichst direkt auf den Gipfel des Jazzihorns ( 3277m )  zu, den wir in einer guten Stunde ab Lücke erreichten.  Schwierigkeit dieses Aufstiegs, incl. Schneebelag , laut altem SAC-Führer gar  WS, ein T5 trifft es wohl auch. 
Für den Abstieg zurück können wir dafür aber die SW-Flanke ( T4) empfehlen, über die man recht zügig ins Ofental hinuntergelangen kann.  Dazu sind wir nur ein paar Minütchen auf dem breiten Grat in Richtung Stellihorn gegangen, bis man linkerhand  den Beginn einer komfortablen Rampe sieht, über die man durch die ganze Flanke talauswärts absteigen kann bis an den Fuß der Felszone.  Am Ende noch eine kurze Felsstelle ( Foto ), und schon konnten wir über die grünen Matten durchs menschenleere Ofental hinabstromern, nur vom leisen Gluckern des Baches begleitet und wieder mal mit Unvergesslichem im Gepäck.
Keine Frage : Hierher kommen wir irgendwann noch mal  zurück !





 


Tourengänger: Alpenorni

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