Muttenstock (3089m), welch steinreiche Gegend!


Publiziert von Omega3 , 14. September 2009 um 20:39.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Surselva
Tour Datum:11 September 2009
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   Hausstockgruppe   CH-GL 
Zeitbedarf: 11:00
Aufstieg: 2270 m
Abstieg: 2800 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Andiast, posta
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Linthal
Unterkunftmöglichkeiten:Kistenpasshütte, Muttseehütte
Kartennummer:1173, 1193, 1194

Vom schmucken Bündner Dörfchen Andiast führt ein Alpsträsschen hinauf zur Alp Sura (2061m). Unterwegs treffe ich bei der Alp Miez (18705m) auf eine Gruppe Grünkittel, die stolz ihre Beute präsentieren. Von der Alp Sura geht es weglos über Weiden hinauf zur Graskuppe Crap Surtscheins (2568m). Wegen den immer dichter aufziehenden Wolken ist die Sicht sehr bescheiden. So verweile ich nicht lange und gehe gleich weiter zum Crap Tgietschen (2583m), dessen Gipfel von Osten ohne Probleme erreichbar ist. Hat man keinen schnellöffnenden Fallschirm am Rücken, kehrt man auf dem Gipfel mit Vorteil um und läuft ein Stück zurück, bis der Felsabbruch in der Südflanke umgangen werden kann. Danach weiter in NW-Richtung zur Fuorcla da Gavirolas (2528m). Für die nächsten paar Stunden muss man sich mit viel feinem Schutt anfreunden, ansonsten könnte die Tour leicht zur Tort(o)ur verkommen - das wäre schade, denn die Szenerie ist beeindruckend. Der riesige Kessel Cavorgia da Vuorz wird von ausgedehnten Schuttfeldern beherrscht. Umgeben ist er von dunklen Bergen, die ihren Schutt ebenfalls in den Kessel abzuwerfen versuchen. Einer davon ist der Muttenstock, und über so eine Schuttflanke wird er erstiegen, wobei ich zuerst noch einen Abstecher zum Piz Gavirolas (3025m) mache. Um dem gröbsten Schutt zu entgehen, kann man sich auch an die angrenzenden Felsen halten. Diese sind aber ziemlich brüchig. Egal was man wählt, den Gipfel bekommt man nicht geschenkt. Die anschliessende Traverse über den Grat zum Muttenstock (3089m) bietet keine Schwierigkeiten, zwei Felstürmchen können in der zahmen SW-Flanke gut umgangen werden. Der Nebel ist immer noch präsent, nur für kurze Momente gibt er ein paar Blicke zum Hausstock frei. Vom Muttsee bekomme ich nichts zu sehen, nur das Gedröhne von Baumaschinen dringt durch den Nebel bis zum Gipfel. Angenehmer ist dann der Abstieg durch feinen Schutt über die SW-Flanke mit anschliessender Querung zur Muttenlücke (2853m). Von der Muttenlücke steil hinab (NW-Flanke), teilweise etwas unangenehm, denn hier wechselt feiner Schutt ab mit schuttbedeckten Felsgesimsen. Zudem erschwert der Nebel eine möglichst elegante Routenfindung. Irgendwann stehe ich dann doch auf dem Bergweg, der vom Kistenpass zur Muttseehütte führt. So gelange ich rasch zur Muttseehütte (2501m), wo sich für einige Minuten gar die Sonne zeigt. Das währt jedoch nicht lange, der folgende lange Abstieg erfolgt im Nebel, erst beim Tritt (Baumgarten) lasse ich ihn endlich über mir. Die ausgesetzten Passagen im Tritt sind mit Drahtseilen gut abgesichert, trotzdem ist hier Vorsicht geboten. Der restliche Weg über Obbort nach Linthal ist unproblematisch.

Hinweis: Zurzeit sind in der Region zwischen Tierfehd und Muttseehütte umfangreiche Bauarbeiten im Gange (bis 2015?). Einige Bergwege sind gesperrt, der Uferweg des Limmerensees ist nicht erreichbar (auch von der Muttseehütte nicht), das Begehen des Stollens Chachtrittli - Limmerensee ist strengsten verboten!
Die Seilbahn Tierfehd - Chalchtrittli ist in Betrieb.

Tourengänger: Omega3

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