Hauchenberglauf 2009


Publiziert von AllgaeuEr , 12. Juli 2009 um 12:19.

Region: Welt » Deutschland » Alpenvorland
Tour Datum:11 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 1:15
Aufstieg: 509 m
Abstieg: 509 m
Strecke:Weitnau - Hirnbeinweg Anfang - Hauchenberg - Hirnbeinweg Anfang - Weitnau
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Öffentlicher Parkplatz in Weitnau am Friedhof (s. GPS-Track Start), ab dort ist die Laufstrecke durch rote Schilder markiert.

Ziel verfehlt! - Schneller als geplant!

Bis auf einen, war eigentlich keiner aus unserem Team an diesem Tag wirklich fit und zudem hasse ich es, wenn ich überrumpelt werde. Ich hatte nicht mit einer so frühen Abfahrt zum Lauf gerechnet und genoß noch in vollen Zügen mein Mittagstief und die große Portion Bandnudeln mit Pesto rosso als mich der "Abfahrt in 15 Minuten"-Befehl ereilte.

Schnell suchte ich meine 7 Sachen zusammen, vergaß mal wieder Duschzeugs und Handtuch, um dann pünktlich um 15:45 mit dem "Mannschaftsbus" abholt zu werden. In Weitnau war schon allerhand los, viele Autos ließen auf viele Läufer schließen und der Verdacht, daß man sich auch außerhalb der digitalen Welt (laut Internet waren nur knapp 40 Läufer gemeldet) anmelden konnte, erhärtete sich.

Wir gaben unser Gepäck für das Ziel auf, registrierten uns, um die Startnummern abzuholen und hatten anschließend, bedingt durch die zeitige Abfahrt, noch relativ viel Zeit bis zum Start. Einige Läufer waren schon eifrig am Einlaufen, die Nr. 160 war gleich so schnell unterwegs, daß ich gespannt war, wie er erst am Berg abgehen würde, wenn er schon in dem Tempo einlief.

15 Minuten vor Start, fingen auch wir an uns einzulaufen, zu dehnen, um etwas warm zu werden. Mal wieder plagte mich der Durst - auch das Trinken hatte ich vergessen, konnte aber dann letztlich noch einen Schluck organisieren. Vier Minuten vor dem Start, begaben wir uns an die Startlinie und ich suchte vergeblich eine Möglichkeit noch etwas "Flüssigbalast" loszuwerden.

Da nur etwa halb so viele Läufer, wie am Schwarzen Grat Lauf am Start waren, suchte ich mir nicht allzu  weit hinten meinen Platz. Dann der Startcountdown, ich den Finger auf dem Startknopf meiner Pulsuhr. Startschuß und los ging es. Asphalt - Wie ich es hasse. Ich nahm mein Lauftempo auf, sah zu wie die Spitze davon zog und sich die Teilnehmer ihre Position und Tempo suchten.

Als wir den Teer verließen und den geschotterten Anfang des Hirnbeinweges stießen, hatten die meisten ihr Tempo gefunden und es war Zeit sich einen Pacer zur Orientierung zu suchen. Ein Läufer mit Marathonshirt und weißen Kniestrümpfen war mein erstes "Opfer". Ich folgte ihm bis ca. Kilometer 2, dann ging es bergab zum Kreuzweg hinab und ich nahm etwas Schwung mit.

Von hinten hörte ich eine vertraute Stimme "Schuhbendel offen". Ich schaute herab. "Shit". Eigentlich sollte man meinen drei Knoten würden genügen. Keine Zeit zum Binden. Kostet alles Zeit und noch ging es bergab, um gleich wieder ein Steilstück hinaufzugehen. Mit meinem Teamkollegen im Gefolge, der mich als Pacer nahm, ging es die Steigung hinauf. "Shit - Mein Bendel offen", hörte ich ihn von hinten und sah aus dem Augenwinkel, wie er zurückfiel um ihn zu binden.

Ich hielt das Tempo, als er wenig später wieder zu mir aufschloß. Vor mir sah ich eine günstige Möglichkeit meinen Schuh zu binden und gab folgende Anweisung an meinen Teamkollegen weiter: "Tempo halten, weiterlaufen". Dann stellte ich den Fuß an den kleinen Hang, band so schnell ich konnte meinen Schuh und fing an wieder aufzuschließen. Ich hatte ihn auch wenig später wieder erreicht, aber ließ ihn zunächst den Vortritt.

Als er wieder flacher wurde, nutzte ich die Chance, um mich wieder vor ihn zu setzen und ihn zu pacen, damit er sich nicht von den Läufern, die jetzt anzogen verleiten ließe und später zu ausgepowered war. Einige Läufer zogen auf dem Flachstück vorbei, einige überholten wir jedoch wenig später wieder, als es an ein langes Steilstück ging.

Nun kam eine Schlüsselstelle, denn es ging vom Scheitelpunkt nun langgezogen wieder hinab und ich gab noch mal etwas Stoff, mußte mich dann aber doch glatt von einem Senioren, den ich bergaufwärts überholte hatte, nun bergab geschlagen geben. Flink wie ein Wiesel rannte er den Ziehweg hinab. - Versorgungsstation in Sicht. Mein Mund war trocken, ich griff einen Becher, nippte kurz zum Anfeuchten und warf ihn weg, um dem flinken Renter nachzueilen.

An der Abzweigung nach Waltrams wurde es wieder steiler und schnell hatte ich meinen Rentner-Pacer überholt. Nun ging es nur noch bergauf bis zum Ziel, konnte noch einige wenige Läufer überholen bis ich die Stufen erreichte. Die ersten Stufen nahm ich noch laufend, hörte meinen Teamkollegen hinter mir schnaufen, passierte den Fahrweg, um die zweite Treppenpassage zu erreichen. Es war lehmig und glatt, die meisten Läufer waren hier im Gehen unterwegs. Ich nahm die ersten paar Stufen noch im Laufschritt, aber da es hier schwer war zu überholen, mußte ich das Tempo drosseln und lief bis knapp unter den Grataustieg.

Dort legte ich wieder an Tempo zu. Es kostete einiges an Überwindung, um vom geruhsamen Gehen wieder in den Laufschritt zu wechseln, aber zumindest waren die Kühe diesmal ausgesperrt, so daß ich, im Gegensatz zu den Trainingsläufen, hier keine Angst haben mußte, daß mir doch mal eine von hinten hinterherkommt.

Ich versuchte nochmals etwas Tempo zu machen, aber es fiel mir schwer und es war nicht so, wie am Schwarzen Grat Lauf, wo ich es noch schaffte einen Sprint am Zieleinlauf hinzulegen. Zum Greifen nahe, folgte ich den weißen Kniestrümpfen vor mir, hin und hergerissen, ob ich sie noch überholen sollte oder nicht. Aber dann war er schon da: Der Zieleinlauf. Keine Möglichkeit mehr Land gut zu machen. Langgezogen ging es am Turm vorbei über die Transpondermatten.

Ich sah die Zeit vor mir, besser als ich es geplant hatte, sogar noch unterhalb der magischen 40 Minuten, die man mir vorgegeben hatte und ließ mir den Transponder abnehmen, um mich dann mit Getränken zu versorgen. Zusammen mit meinem Teamkollegen, der bedingt durch die 3 verschiedenen Transpondermatten, die gleiche Zeit hatte wie ich (seine Zeit wurde 2-3m vor meiner gemessen), warteten wir auf unsere anderen zwei Läufer.

Diese ließen sich dann per Bergwachtbus runterfahren, während wir beiden Jüngeren wieder hinab joggten, wo man sich dann unten Kaffee und Kuchen gönnte und anschließend frisch machte. Aus internen Quellen hatte ich erfahren, daß es aufgrund unserer Zeiten von Vorteil wäre zur Siegerehrung zu bleiben, was meine Zeitplanung mal wieder vehement durcheinander brachte, da ich eigentlich einen Besuch des Isnyer Kinderfestes mit Freunden geplant hatte. Diese waren zum Glück so freundlich ebenfalls zur Ehrung zu kommen und mich anschließend nach Isny mitzunehmen.

Für meinen zweiten Lauf ein passables Ergebnis und Motivation weiterzumachen.


Tourengänger: AllgaeuEr

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