Der Ruf des Rüfners


Publiziert von Polder , 29. Dezember 2018 um 20:19.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum:29 Dezember 2018
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Spitzmeilengruppe 
Aufstieg: 1550 m
Abstieg: 1550 m

Der Ruf des Rot- (bzw. saisonal Weiss-)Rüfners ereilte mich gestern: vielleicht nicht viel Leute, da geschätzt bis 1500m nicht skiabel, dafür bei den herrschenden Verhältnissen (harte Unterlage bis weit über 2000m) mit Kurzski gang- und fahrbar, mutmasslich Pulver in den steilen Osthängen und mit einer kurzen öV-Anreise gesegnet (1h 30 bis Weisstannen). Einige Annahmen bestätigten sich, andere weniger..., und des Rüfners Ruf traf heute einen etwas trotteligen Berggänger, der erst auf der falschen Alp merkte, dass dies die falsche ist...

Start um zwanzig vor 9 im eisigen Weisstannen, ein Schäumchen Oberflächenreif und ein laaaanger Anmarsch auf dem eisigen Strässchen. Die Gegend liegt genau im Kartenschnittpunkt, das Blatt Vättis hatte ich trotzdem nicht dabei und Sunrise bietet im ganzen Tal keinen Service - vielleicht ist's ihnen zu wenig sonnig.... Ungeduldig verliess ich das Strässchen einen Bach zu früh und stach bei den "Stöggboudä" (was für eine Wortkreation der Landestop...) nach oben, um taleinwärts auf den nächsten Weg zu queren, den ich auf 1300m auch tatsächlich erreichte. Erstaunlicherweise wäre fast alles auch mit (langen) Ski gegangen. Eine Abfahrtsspur liess keine Fragen aufkommen, und so merkte ich erst auf Underlaui, dass ich nicht auf Tüls und damit auf Kurs war... Ein Ausflug auf die Tobelkante machte klar, dass eine Querung nach Tüls keine Option war, und so schwenkte ich halt auf die geplante Abfahrtsroute um und folgte - endlich an der Sonne - dem Sommerweg nach Oberlaui, der auch im Bereich Wanne erstaunlich gut gangbar ist. Vor Platz dann steil nach oben, wenigen Abfahrtsspuren folgend, auf einem Schaum Pulver auf knallharter Unterlage, aber mit den langen Harscheisen der Kurzski problemlos und in der Sonne ein idyllischer Aufstieg.

Auf ca. 2300m erreiche ich de ESE-Grat, um dort biancogrätchenmässig äusserst szenig ans Gipfelaufschwüngchen aufzusteigen (ca. 2400m, Skichendepot). In Kürze zu Fuss oberhalb eines riesigen Gleitschneerutsches auf den Gipfel 2455, von wo sich die Südabfahrt eigentlich anmächelig präsentiert hätte. Doch der Pulver auf der Aufstiegsroute lockte - und war dann nicht gar sooo toll, zu sehr war die beinharte Unterlage spürbar... Eine Option wäre auch die Abfahrt bis Oberlaui gewesen, um dann wieder zum Walachamm aufzusteigen; aber bis zum Einstieg in die Abfahrt beim Rotchopf wäre das etwas viel Distanz gewesen, zumal auch der Wind auf den Kreten stetig zunahm. In der Erlenzone nach Näserina dann sehr ruppig; zudem bietet das Gelände auch bei lediglich rund 5 Abfahrtsspuren kaum Raum für eigene Spuren...., aber das Ambiente ist eindrücklich!

Da Näserina grad im Begriff war, im Schatten zu verschwinden, noch rasch rüber auf den Hubel 1440 des Obersteinälpli, wo ich mir endlich die wohlverdiente lange Sonnen- und (Nach-)Mittagsrast gönnte.
Danach runter nach Logs und in den inzwischen bis Weisstannen reichenden Nebel, wobei die Weiden prima skiabel waren - ein Schäumchen Neuschnee und Oberflächenreif auf harter Unterlage. Noch ein kurzer Ausmarsch ins Dorf, wo es mir gut auf den 15:40-Bus reichte.  Immerhin haben bestimmte suboptimale Entscheidungen dazu geführt, dass ich die Alpen in der Südflanke des Weisstannentals nun kenne - auch Oberlaui (eine prächtige Alp, die heute vom Inhaber besucht wurde), Näserina (weniger schön, riesiger Stall) und Obersteinälpli (wieder sehr lauschig).

PS: Erstaunlich das viele Wasser überall - auch mehrere Tage und kalte Nächte nach dem grossen Regen: Überall sprudelt und gluckst es, und das viele Eis drum herum kann Bachquerungen herausfordernd machen!

PPS: Und auch erstaunlich, dass im Hochwinter mit Kurzski ohne einzusinken oder zu -brechen bis auf 2500m hochgestiegen werden kann - dem Regen sei Dank....

Tourengänger: Polder


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