Bergtour Wichelhorn und Hochtour Zwächten


Publiziert von El Chasqui Pro , 31. Juli 2018 um 18:59. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:26 Juli 2018
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-SZ   Östliche Sihltaler Alpen   CH-OW 
Zeitbedarf: 2 Tage

Zwei einsame Gipfel in wilder Gebirgslandschaft

Ab Arnisee machten wir uns auf die Leutsch, wobei wir noch zuerst entscheiden mussten, ob wir durch das Leutschachtal latschen oder uns durch das Schindlachtal hochschinden wollten. Wir entschieden uns für das Schindlachtal, weil es dort ja unterwegs auch noch eine Einkehrmöglichkeit gibt.
Wir nahmen den Weg über Twären, ein guter Entscheid bei diesen heissen Temperaturen.
Nach gut zwei Stunden erreichten wir die Schindlachtalhütte, wo wir von Toni mit gutem Holundersirup verköstigt wurden.
Weiter ging es gemütlich hoch den drei Seeli (mehrheitlich noch mit Schnee gefüllt) vorbei zum Wichelpass. Eine wunderschöne Gegend, dieses Schindlachtal.
Am Wichelpass zogen langsam Wolken auf, aber wir liessen es uns nicht nehmen, das nahe Wichelhorn zu besuchen. Bei trockenen und schneefreien Verhältnissen ist dies eine vergnügliche Angelegenheit im T4-Bereich.
Runter ging es steil und über eine kurze Leiter auf das Saaspassschneefeld. Nach weiteren 45 Minuten - noch einiges über Schnee - erreichten wir die tolle Leutschachhütte.
Hier vergnügten wir uns bei Bier, Eistee und einem Bad im nahegelegenen Obersee (Seetemperatur < 7 Grad C), lernten Martis, Haslers, Rüedis und die LehrerkollegInnen von Alfred kennen (hoffentlich waren sie erfolgreich am Krönten). Zum Nachtessen machte uns Nina eine köstliche Lasagne (bravo!). Bei Speis und Trank diskutierten wir den folgenden Tag und fragten uns, ob der Zwächten den "Zwäck für e ächti Summerhochtour" rechtfertigt.

Um 05.00 Uhr stand bereits das Morgenessen auf dem Tisch, und so machten wir uns um 05.30 h bei Tagesanbruch auf den Weg zum Saaspass. Schon bald montierten wir die Steigeisen und erreichten so nach gut 1.5 Stunden den Saaspass.
Auf der Westseite des Passes lag nur noch wenig Schnee, und so passierten wir diese steile Angelegenheit auf Wegspuren ohne die Steigeisen. Beim Wiederanstieg benutzten wir die vorhandenen kargen Wegspuren, ehe wir auf 2600 m wieder die Steigeisen montierten. So liefen wir zügig hoch zur Kröntenlücke, die wir am Schluss über lockeres Geröll nach etwas mehr als drei Stunden erreichten (bis hierhin waren wir sehr schnell unterwegs).
Toni gab uns am Vortag den Tipp, direkt unterhalb des Schneehüenerstocks auf den Glattfirn zu queren (statt 120 m runter- und dann wieder raufzusteigen). Dies gelang uns ganz gut, auch deshalb, weil auf der Westseite noch fast durchgehend Schnee liegt).
Nun waren wir auf dem Glattffirn, und der war nicht glatt, schon gar nicht sauglatt. Im Gegenteil, wir mussten stark "büssen"... Der Büsserschnee - auch Eierkartonfirn genannt - war mühsam zu gehen. Wir kamen nicht mehr sehr schnell vorwärts, und es wurde langsam ziemlich heiss. Wir visierten die Lücke bei ca. 2885 m an. Wir nahmen gerne die Hilfe vom installierten Fixseil in Anspruch, um die rund 7 Meter hohe brüchige Kante zu überwinden.
Von der Lücke Richtung Gipfel war der Schnee leider nicht mehr durchgehend, so mussten wir doch noch einige Meter durch brüchiges, grobes Geröll gehen. Die anschliessende Querung in der Ostflanke war doch steiler, als es auf der Karte den Anschein macht. Der Schnee war aber gutmütig und so erreichten wir nach einer weiteren halben Stunde den schneefreien Südost-Grat. Von hier unschwierig und schnell auf den breiten Aussichtsgipfel Zwächten.
Für den Rückweg nahmen wir die gleiche Route (vielleicht könnte man auch die Lücke bei 2930 m nutzen, dies sah aber nicht einfacher aus). Auf dem Glattfirn visierten wir das linke Ende des Schwarzstöckli-Westgrates an, so dass wir  dann nach gut einer Stunde unterhalb der Schlossberglücke standen. Wir gingen zuerst Richtung rechts und dann über ein kleines Band und wenig Schnee hoch zum Wegweiser, wo wir von zwei jungen Mädels begrüsst wurden (Prost Merlot!).
Nach kurzer Mittagspause nahmen wir den steilen Weg zur Spannorthütte unter die Füsse. Auf dieser Hütte unserer Sektion zeigte uns der neue Hüttenwart noch die umgebaute Hütte. Der Umbau ist phantastisch rausgekommen! Sehr schöne neue Zimmer und die alten stilvoll renoviert, bravo!
Dann noch in einer guten Stunde runter zum Stäfeli und nach weiteren 20 Minuten zum Einkehren im Alpenrösli. Pünktlich auf den letzten Bus erreichten wir die Talstation der Luftseilbahn Fürenalp.

Fazit: Der Zwächten ist auch im Sommer ein lohnendes Ziel, wunderschöne Landschaft und grossartiger Ausblick. Die Querung des Osthangs sollte man nicht unterschätzen, vor allem bei hartem Schnee, ansonsten ist es eine leichte Tour.

Gisela und Eugen, besten Dank für die Tour und die Fotos! Bis ein nächstes Mal.
 


Tourengänger: El Chasqui, Geni, Parlando2


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Kommentare (1)


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Parlando2 hat gesagt: Danke
Gesendet am 3. August 2018 um 20:40
Vielen Dank, El Chasqui, für die tollen Gipfel und die Showeinlage ;) ... ... ...!


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