Skitour Monte d'Oro und Punte Migliarello


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 4. April 2018 um 17:42.

Region: Welt » Frankreich » Korsika » Haute Corse
Tour Datum: 2 April 2018
Ski Schwierigkeit: S
Wegpunkte:
Geo-Tags: F 
Aufstieg: 2070 m
Abstieg: 2070 m

Zum Abschluss unserer Skitourenwoche auf Korsika bescherte uns die Insel noch einmal grandiose Verhältnisse! Den ganzen Tag strahlend blauer Himmel, perfekter Firn und zwei fantastische Gipfel. Der Muratello-Kessel bietet wahrlich traumhafte Skigipfel in allen Schwierigkeiten. Überragt wird das Tal vom Monte d'Oro, er stellt aber auch eine Herausforderung für seine Besteiger dar. Denn schon ab der Bocca di Porco trifft man oft auf stark vereistes Gelände (und dann reichen Harscheisen auch nicht mehr aus). Vom Skidepot (P. 2289m) braucht man dann Steigeisen und Pickel, doch entgegen der ersten Optik löst sich der Aufstieg recht gut auf. Dennoch müssen Schneehänge bis etwa 45° gemeistert werden, meist aber ist hier die Schneedecke nicht vereist. Nach gut einer Stunde erreicht man über die letzte höllisch steile Rinne den Gipfel, welcher ein traumhaftes Panorama bietet! Grundsätzlich wäre von hier auch eine direkte Abfahrt durch das Ravin de Bacco (vermutlich 40-45°, ganz unten 5m-Abbruch in Stauden umfahren) möglich, allerdings müsste man die Skier vom Skidepot ein Stück mittragen. 
Die Abfahrt stellte dann das Highlight der Woche dar: Firn von seiner allerfeinsten Seite! Besser kann es nicht mehr sein. Und ein zweiter Aufstieg führte uns dann auf die unverspurte Punte Migliarello, welche noch einmal Traumfirn zum Abschluss bot!
Das Tal bzw. der Kessel stellt sicher eines der lohnendsten Skiziele Korsikas dar. Die Hänge sind gewaltig und haben überrregionale Schönheit, der Tiefblick auf Ajaccio ist traumhaft und im Osten und Westen glitzert das Meer! Ein Muss!

AUFSTIEG Monte d'Oro: Vom P. knapp unter dem Col de Vizzavona (P. 1128m, Adventure Park) folgt man dem Forstweg leicht fallend immer geradeaus abwärts (am besten ohne Felle). Man erreicht so einen G20-Kiosk. Hier bleibt man nun links des Baches und folgt dem Tal (meist tragend) taleinwärts. Vorbei an der Cascade des Anglais gilt es, den Markierungen aufmerksam zu folgen, um die Pont de Torietto und die Bergerie de Portezo und die kurz danach befindliche Brücke zu finden. Bald geht es über gewaltige Hänge oft etwas steiler als 30° aufwärts zum markanten Crete de Muratello. Hier rechtshaltend in die Scharte und entweder über den Grat (bei uns blank vereist, nur zu Fuß mit Steigeisen machbar) oder in dem extrem steilen Südhang darunter in die Bocca di Porco. Von hier weiterhin am Grat, oft stark vereist, zum Vorgipfel P. 2289. Hier nun Skidepot und mit Steigeisen und Pickel über den Grat. Bald in der Südflanke sehr steile Hänge querend, um stets deutlich unter der Gratschneide zu bleiben. Man kann nun waagrecht unter den Gipfelaufbau (Felsturm) queren, darunter vorbei nach rechts und so lang queren, bis man den Südgrat erreicht. Über diesen nun, einige Türme links oder rechts umgehend, aufwärts. Ganz zuletzt sperrt ein steiler Felsaufbau den letzten Aufstieg zum Gipfel, hier quert man einige Meter nach rechts und steigt durch eine etwa 40° steile Rinne (Vorsicht, darunter Abbruch) etwa 40m direkt zum Gipfel!

ABFAHRT: Wie Aufstieg oder auf halben Weg zwischen P. 2289m und Bocca di Porco durch den etwa 40° steilen SW-Hang in die Mulde und dieser bis zur ihrem Ende folgen. 

AUFSTIEG Punte Migliarello: Vom Ende des flachen Tals (Ende der letzten Bäume) nun über die erste Stufe aufwärts und ab hier stets linkshaltend über teils steile bis sehr steile Hänge immer in Richtung der Punte Migliarello. Über weite Hänge direkt zum Gipfel, die letzten Meter sind etwas exponiert.

ABFAHRT: Wie Aufstieg oder über die markante Ostflanke! 

ABFAHRT unterer Teil: Von der Bergerie de Portezo kann man 120 Hm aufsteigen (man hält sich dabei immer leicht links im lichten Buchenwald) und erreicht so den Sattel zwischen Punte del Ceppo und Punta alla Corbajola. Von hier nach Süden queren und durch lichten Wald (meist mehr Schnee) abwärts. Auf 1260m muss man nach Norden über den Bach und entlang des Wanderwegs in Kürze zum Col de Vizzavona. (Diese Variante erfordert meist weniger Tragen und ist landschaftlich lohnend.)

LAWINENSITUATION / SCHNEE: Gesetzte Altschneedecke mit geringer, bereits völlig gesetzter Neuschneeauflage. Nur in Schattlagen im Lee noch Triebschnee, dieser liegt auf Graupel und ist heikel. Gewaltiger Firn!

MIT WAR: Tanja

WETTER: Traumtagerl, extrem warm und windstill.

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Tourengänger: Matthias Pilz


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