Passo di Gana Negra (letzter Teil)


Publiziert von mong Pro , 13. September 2017 um 02:39.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:19 Oktober 2008
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Scopi   CH-TI   CH-GR 
Aufstieg: 517 m
Abstieg: 1532 m
Strecke:Passo del Lucomagno ➙ Passo di Gana Negra ➙ Alpe di Bovarina ➙ Capanna Bovarina UTOE ➙ Orsàira ➙ Campo Blenio ➙ Olivone
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Passo del Lucomagno
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Olivone
Kartennummer:1252 Ambri-Piotta / 1253 Olivone

Von der Capanna Bovarina nach Campo Blenio und dann hinunter nach Olivone


Die Weisheit ist doof, finde ich.

Ich hoffe, dass ich nie weise werde. 

Weise Leute sind langweilig.

Ehrlich gesagt: Lieber dumm sein als weise.

Wenn ich dumm bin, habe ich wenigstens ein interessantes Leben.

Wenn ich weise bin, nur ein doofes.

Das Wandern ist für mich immer eine gute Methode, um auf dem Boden zu bleiben.

Und zwar buchstäblich.

Denn beim Wandern kann ich mich nicht auf einen Stuhl setzen oder auf ein Kanapee.

Und ich kann mich auch nicht auf ein Bett hinlegen wie zu Hause.

Falls ich beim Wandern müde bin, muss ich mich auf einen Stein oder auf den Boden setzen.

Aber auch geistig kann ich beim Wandern nicht einfach abheben.

Ich muss jene Hirnzellen, die mir noch geblieben sind,
dafür einsetzen, nicht zu stolpern und nicht zu stürzen.

Und weil ich zu 99% mit dem ÖV unterwegs bin,
habe ich im Hinterkopf immer den Fahrplan der Postautos und der SBB.

Mein Verstand ist also immer voll damit beschäftigt, rational zu denken.


?????

!!!!!!!!

Alles nicht wahr!

Ich habe da wieder einmal einen totalen Unsinn erzählt.

Das Gegenteil ist wahr:

Wandern ist für mich das reine Chaos! Wandern ist für mich Chaos und Chaosmagie und Chaostheorie und unkontrollierte Ekstase pur - alles zusammen und noch viel mehr. Und zwar jedes Mal, wenn ich wandern gehe (ausser, wenn ich total schlechte Laune habe, dann fällt die Ekstase weg). 

Ich suche zwar das Chaos nicht bewusst, aber ich versuche auch nicht, ihm auszuweichen, wenn ich wandere.

Die Natur ist für mich etwas Grosses, Unheimliches, Unverständliches,
der ich mit meinem Verstand nichts entgegenzusetzen habe.

Aber wie gesagt (oder habe ich es noch nicht gesagt?): Beim Wandern wehre ich mich nicht gegen das Chaos, das in jeder Sekunde mit haushohen Nordatlantikwellen auf mich einstürmt.

Warum wehre ich mich nicht gegen das Chaos beim Wandern?

Ich sage es ohne Hemmungen: Ich gehe doch nicht wandern, um die gleiche rationale Ordnung erleben zu müssen, der ich im normalen Alltag ausgesetzt bin, oder?.

Wenn ich Ruhe und Ordnung haben will, dann bleibe ich eben zu Hause und betrinke mich.
Kurz gesagt, ich verhalte mich wie ein normaler Mensch.

Wenn das Wandern rational wäre, hätte ich es schon lange aufgegeben - vor lauter Langeweile.

An den Fahrplan denke ich überhaupt nicht, während ich wandere,
weil ich im Notfall ja im Zug übernachten kann,
weil ich der stolze Besitzer eines Generalabonnements (GA) bin. 

Für mich persönlich hat das Wandern etwas Wildes und Unberechenbares und Chaotisches.

Aber das ist okay.

Ich meine, wenn das Wandern nicht etwas Wildes und Unberechenbares und Chaotisches wäre, dann könnte ich ja gerade so gut zu Hause bleiben und fernsehen und Bier dazu trinken und über Gott und die Welt und über das Sozialamt nachdenken. 

Beim Wandern habe ich oft eine Heidenangst.

In den Tessiner Tälern kann man ja nicht angstfrei wandern.

Dazu sind sie viel zu steil, die Tessiner Täler.

(Fast hätte ich gesagt: Dazu sind sie viel zu geil, die Tessiner Täler ;-)

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Wegbeschreibung:
Passo del Lucomagno ➙ Passo di Gana Negra ➙ Alpe di Bovarina ➙ Capanna Bovarina UTOE ➙ Orsàira ➙ Campo Blenio ➙ Olivone

(Aber, unter uns gesagt: Der Weg ist nicht wichtig. Wichtig ist nur das Wandern ;-)

Tourengänger: mong

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